Meet the neighbours – Mama and the Mechanics

Zuerst hat uns dieses juengere Wesen eine Kamera „unfachmaennisch abmontiert“.

M2E77L215-216R385B331Also kam die verbleibende Kamera an diesen Platz. Und dann tauchten Mama and the Mechanics auf, dieselben, die sich schon voriges Jahr mehrfach hatten ablichten lassen und auch da eine Kamera abmontiert hatten. Tztz! Die haben bestimmt keine Haftpflichtversicherung fuer derlei kleine Unfaelle.

M2E77L226-224R378B324M2E77L226-224R378B324M2E77L225-224R378B324M2E77L225-224R378B324Nach diesem Foto drehten die beiden nochmal um, man sah einen „Arm“ und danach wieder viel Himmel… Und jetzt ist keine Kamera mehr vor Ort.

Heute morgen dachte ich darueber nach. Wahrscheinlich sind diese Nachbarn uns oft raeumlich naeher als die Menschen-Nachbarn, auch wenn wir sie nicht sehen. Selbst Gereon, der ja sehr entspannt im Busch ist, warnte Kathrin und Reto eindringlich, die Baerin nicht unbedingt aus der Naehe anschauen zu wollen, sondern beim Entdecken sofort den Rueckzug anzutreten. Ich habe sowieso einen Heidenrespekt vor ihr. Gleichzeitig dachte ich so bei mir, dass wir uns wahrscheinlich in unseren Ansichten naeher sind als ich der Menschen-Nachbarin (und erst recht dem Nachbarn) meist bin. Ich find’s schoen, dass du da bist, Nach-Baerin, mit deiner Familie. Lass uns nur jede auf ihrem Weg bleiben.

Es wird weiter gebaut

Die Bruecke ist fertig. Ich plaediere jetzt noch fuer Riesen-Stempelkissen an beiden Enden, damit wir auch sehen koennen, wer alles darueber marschiert, aber das wird wohl nicht genehmigt werden. Und natuerlich hat Sonja recht mit ihren Anmerkungen: Bei Vermietung waere es vorbei mit der Idylle. Ich vermute aber, dass sowieso kaum eine echt kanadische Braut Moskitomusik zur Hochzeit wollte. Hochzeiten sind hier doch eher eine grosse, pompoese Angelegenheit. Ich werde die Bruecke weiter ueberwiegend fuer mich haben und den Blick ins Wasser und in den Himmel geniessen. Allein. Gut so.

Die Idylle uebrigens war an diesem langen Wochenende sowieso heftig gestoert. Der Campingplatz suedlich vom See war naemlich, wie wir gestern erfuhren, geschlossen, und so kamen all die Ausflugsgaeste bei uns vorbei. Angeblich gab es auf „unserem“ Campingplatz, 8 km die Strasse runter, nur noch Stehplaetze. Mindestens 50 Autos fuhren vorbei, graesslich!

bruecke fertig 2 bruecke fertig 1Zusaetzlich ist am letzten Wochenende auch noch jede Menge Brennholz zum Haus geschafft worden, mehrere Baeume fielen um, u.a. in meinem Garten, und jetzt beginnt Reto mit dem Bau neuer Hochbeete – wunderbar. Auch wurde der Garten einmal mehr ziegensicher gemacht, nachdem irgendwelche gehoernten Verbrecher meine frisch gekauften Pflaenzchen schon mal durchgekaut und manche fuer sehr schmackhaft befunden hatten. Letzte Nacht sanken die Temperaturen auf knapp ueber Null Grad, so war es sicher gar nicht so schlecht, dass ich mal wieder mit dem Pflanzen hinterherhinke.

Aaaaah, draussen hoere ich die Motorsaege, ich gehe jetzt mal zur Inspektion. Vielleicht kann ich noch Wuensche anmelden.

Kein Fensterplatz fuer Elche

walters elchFreund Walter (Schmitten im Hochtaunus, derzeit Grande Prairie) mag es Kanadisch, und so ziert schon laenger diese nicht winzige Elch-Handpuppe sein jeweiliges Fahrzeug. Bei seinem Wochenend-Besuch berichtete er, dass er neulich morgens, so gegen 6:35 Uhr, in Grande Prairie zur Arbeit fuhr, korrekt knapp unter 50 in der Stadt, weil er wusste, dass an der Stelle, die er passierte, haeufig die Polizei mit dem Radargeraet stand. So auch an diesem Morgen. Walter pruefte kurz den Tacho, alles im gruenen Bereich! Im Rueckspiegel sah er, wie einer der Polizisten zu seinem Auto rannte und losfuhr, und Walter vermutete, dass der nach ihm Fahrende wohl zu schnell gewesen sein musste. Gross war sein Erstaunen, als ihm ein weiterer Blick in den Rueckspiegel deutlich machte, dass das Blaulicht-Feuerwerk ihm galt. Er fuhr rechts ran, der Polizist stieg aus, kam flott zum Auto marschiert, guckte auf den Ruecksitz – und schlug mehr oder minder gackernd die Haende ueber’m Kopf zusammen. Im Gespraech klaerte sich, dass der Mann geglaubt hatte, in dem vorueberhuschenden Autofenster einen Menschen zu sehen, der auf der Rueckbank lag und mit Handschellen irgendwo ueber’m Fenster angetackert war… Walter wunderte sich nicht schlecht, aber er verkniff sich, den Polizisten nach dem Grund fuer die bereits am fruehen Morgen aufgesetzte dunkle Sonnenbrille zu fragen. Man lachte froehlich  noch ein bisschen weiter, und dann meinte der Polizist, wo man nun schon einmal am Rand geparkt sei, wolle er doch auch gleich mal Walters Papiere ueberpruefen. Das war schade. Walter fuhr naemlich ohne, und sein Fuehrerschein, den er gar nicht dabei hatte, war sowieso abgelaufen. (Dazu muss man sagen, dass das nicht Walters Verschulden war, sondern eine weitere kanadische Behoerdenmerkwuerdigkeit und eine andere laengere Geschichte.) Auch die Anmeldung und die Versicherungspapiere lagen sicher bei Walter zuhause. Zwar liess sich der Polizist davon ueberzeugen, dass es all diese Papiere gibt (er war naemlich, wie sich herausstellte, deutscher Abstammung und mit einer Europaeerin verheiratet, man hatte also viel Gespraechsstoff), aber er folgte Walter dennoch bis zu dessen Arbeitsstelle, um die Angaben zu ueberpruefen – und schrieb ihm einen Bussgeldbescheid ueber $171! Teure Elch-Fahrt. Der Elch sitzt jetzt mitten auf der Rueckbank, in der Aussparung fuer die herunterklappbare Armlehne.

Busch-Experimente

Kathrin und Reto sind abenteuerlustig: sie haben Kathrins Feldbett mit Moskitonetz und Retos Haengematte mit Moskitonetz raus in den Busch gebracht. Ich habe ihnen noch nicht erzaehllt, dass sie genau auf dem Weg stehen, den der Baer letztes Fruehjahr nahm…

Ich wollte SO eine Bruecke!

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Hab extra diese wunderbare Zeichnung gemacht! Die beiden (ZWEI, in Zahlen 2) Maenner, die damit beschaeftigt sind, beschieden mir unabhaengig voneinander, aber uebereinstimmend, dass man erst mal den unteren Teil bauen werde. Und dann legten sie los, der Herr Chef und Reto, der Schweizer Zimmermann, der uns – ein bisschen wie ein Lottogewinn – ins Haus geflattert ist. So wird jetzt tagsueber gebaut, Heu geholt, Brennholz gemacht, waehrend trotzdem der Chef noch Bares verdienen gehen und ich Tiere und Haushalt versorgen kann (letzteres – na ja…) Am liebsten wuerde ich Retos Pass einziehen, aber das ist wohl leider verboten oder zumindest unanstaendig.

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Zwischendurch mussten der Chef und ich  mal schnell nach Edmonton, unsere Reisepaesse neu beantragen. Auch dort gibt es Baustellen, aber nicht so schoen wie unsere. Wohneinheiten, direkt an der Whyte Avenue, direkt an der Bahnlinie. Gereon sagt natuerlich: WER will denn DA wohnen?

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Immerhin aber sassen wir gleich nebenan im Restaurant Under the High Wheel, neben dem netten Bioladen Blush Lane und genossen Bangers and Mash (Bratwuerstchen, Kartoffelpueree, Spiegeleier – fuer den Chef natuerlich) und Borschtsch und ein Salattrio, dazu Wasser aus schoenen Flaschen und um uns herum so viele anders aussehende Menschen, dass es sogar Gereon auffiel. Sowohl der Bioladen als auch das Restaurant befinden sich in einem Gebaeude, in dem es lauter interessante Dinge gibt, Roots on Whyte. Es geht also schon was Nettes, wenn sich nur das rechte Publikum einfindet. Aber wohl eher nicht in Valleyview…

Aber wenn ich erstmal meine Bruecke habe, dann vermiete ich die fuer Hochzeiten, mit Moskitobegleitung, und dann werde ich reich und dann bauen wir auch ein Community Centre – waer doch nett, oder? Bis dahin pussele ich weiter hier vor mich hin und versuche, dieses Jahr wenigstens wieder einen Gemuesegarten zu haben. Neben mir stehen immerhin schon vier Tomatenpflaenzchen und noch einiges andere essbare Gruenzeugs. Der Himmel ist blau, Reto holt Heu, Tom Waits singt, und ich mach mir jetzt mal noch ne Kanne Tee. Vor uns liegt das May Long Weekend, Montag ist also frei, und es hat sich mehr Besuch angekuendigt. Freut euch am Fruehling, wie ich hoere, regnet es in Deutschland schon wieder…

So gehoert es!

Feuer (fuer die „Gemuetlichkeit“ und gleichzeitige Entsorgung von ueberschuessigem Holz im Garten), Rotwein, Eis zum Nachtisch (Maple Walnut leider schon wieder alle!), blitzeblauer Himmel, schwirrende Schnepfen, Fischadler mit Abendessen (ein Fisch – wer haette das gedacht?) im Ueberflug, Robins, Cowbirds, andere unerkannte Voegel noch mitten im Konzert, zufriedene Tiere und Mann (so hofft die Frau) – life is good!

Sieben Monate!

Sieben Monate hatten wir jetzt Schnee, irgendwo, „on the ground“ – so sagte  mir einer meiner Markthaendler gestern. Und er hat recht. Ich habe einen Blogeintrag vom 11.10. letzten Jahres gefunden, und das Foto zeigt meinen verschrotteten Van mit Schnee auf der Haube. Und hier ist der letzte Rest, den ich hinterm Haus eben noch gefunden habe, inzwischen sehr geschrumpft und schmutzig. Darf jetzt auch gehen.

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Denn vorm Haus ist es gruen!

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Den Dreckklumpen hat Ludwig geschaffen, indem er mit seiner erstaunlichen „Knippeisen“-Nase Grassoden umgedreht hat. Der Chef ist nicht amused, aber da kann man nix machen, ausser einem Ring durch die (Ludwig-)Nase, und da bin ich natuerlich dagegen. Denn Ludwig graebt auch Pflanzen aus, die wir gern loswerden moechten, Quecke, Brennesseln etc.pp. Ist halt nicht so waehlerisch, der Dicke.

Ich geh jetzt Salat aussaeen!

Von Null auf Zweiunddreissig!

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In anderthalb Tagen. Und das sind nicht Kilometer, sondern Grad Celsius. In der Nacht auf Samstag war es noch null Grad, frisch, frisch, als wir die neuen Bienen in ihre ebenfalls neuen Quartiere verfrachtet haben. Heute dann ein waschechter Sommertag, mit nur noch blitzblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein – na, und eben 32 Grad. Zwar ein bisschen in der Sonne gemessen, aber doch schon auf der Westseite und nachmittags um viertel vor sechs. Ich braeuchte das nicht, mir ist schon wieder viel zu warm. Und jetzt kommt natuerlich alles auf einmal: Die Bienen, die Hitze, die Froesche, die Fischadler, die Trommelhuehnchen, die Schwirrschnepfen. Ludwig pfluegt den Hof um auf der Suche nach interessanten Wuerzelchen, der Dugout ist ueberflutet und beherbergt im Moment einen Bisam auf der Durchreise. Die Hunde nehmen schon Mass, letztes oder vorletztes Jahr haben sie einen erwischt – der kleine Hund traegt noch zum Beweis so eine Art Mensur im Gesicht.

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Vorgestern habe ich zum ersten Mal Waesche rausgehaengt, und obwohl hinterm Haus, auf der Nordseite immer noch Schnee liegt, trocknet die natuerlich im Rubbeldikatz. Und heute abend wird angegrillt *raeusper* – das Fire Permit haben wir!

Un ich sach noch – die Zweite

Der Chef fuehrt sein neues Spielzeug aus, eine Winchester 30-30. Das ist das Ding, fuer welches ich als Ausrede diene, sozusagen das Waffen-Aequivalent eines Damenspatens. Ich habe nach wie vor sehr gemischte Gefuehle, immerhin aber habe ich schon Laden und Entladen und derlei Dinge geuebt. Nach wie vor jedoch keinen Schuss abgegeben. Je laenger ich trocken uebe, desto unwahrscheinlicher scheint mir das auch. Mir tut die Schulter schon beim Anlegen weh, an den Rueckstoss mag ich gar nicht denken.

ABER: Ausfuehren war angesagt. Er wollte eine Moeglichkeit durch das fliessende Wasser finden, das uns jetzt im Norden vom Rest unseres Landes abschneidet. Und waehrend wir so wateten, sagte ich noch: Jetzt wird es sicher trotz Schnee und Eis und Kaelte nicht mehr lange dauern, bis die ersten Froesche auftauchen. Denn vor Gereons Fuessen waren tatsaechlich auch schon ziemlich optimistische Sumpfdotterbluemchen zu erkennen, die in dem eisigen Wasser unverdrossen nach oben strebten. Und tatsaechlich und fast unglaublich, wenn man sich die Lage anschaut: auf dem Rueckweg hoerte ich einen Frosch! Also wenn’s jetzt nix wird mit dem Fruehling, dann weiss ich es nicht.

Es ist, als ob hier alles unterm Schnee in den Startloechern gesessen hat. Mein Rhabarber war kurzfristig innerhalb von 2 Tagen 15 cm hoch – dann aber muss wohl eine Ziege gekommen sein, er ist jedenfalls abgefressen. In den aus dem Schnee ausgebuddelten Toepfen spriesst Schnittlauch, die Huehner picken erstes Gruen, und in der Spitze einer Fichte singt ein Robin, unsere rotkehlige Drosselvariante.

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