Neuer Look, neues Glueck

Nun wollen wir einmal versuchen, anhand von Arnes Anleitungen einen neuen Beitrag mit BILDERN zu erstellen. Leider ist die Anleitung noch nicht ganz komplett, das Ganze ist also etwas spannender. Aaaalso. Passieren tut hier nicht viel, ist auch gut so. Gereons Vorgesetzter auf der neuen Arbeit, der ja einen kometenhaften Aufstieg sehr schnell absolviert hatte, hat anscheinend nun auch schon den Absturz hinter sich. Hoffentlich reisst er die von ihm angestellten Mitarbeiter nicht mit. Wir sind optimistisch. Vielleicht bekommt der Herr Hoe. doch demnaechst eine eigene Visitenkarte, wo er als irgendein Manager bezeichnet wird, das waere doch prima. Im Moment scheint er hauptsaechlich mit so einem kleinen Kranwaegelchen durch die Halle zu duesen, um hoch haengende Dinge zu reparieren, also den Hallenkran oder die Beleuchtung. ich glaube, das macht ihm durchaus Spass!
Ich da —
Hier wurde ich dann unterbrochen, von der Arbeit. Samstags ist das oft so, erst ist es ganz still, und dann stuermen ploetzlich Horden von Kunden in die Buecherei. Hauptsaechlich sind es leider Kiddies, die sich um die Computer pruegeln. Nachdem ich laengere Zeit versucht habe, mit „Liebigkeit“ was zu reissen, bin ich inzwischen so weit, dass ich sie rausschmeisse, wenn sie nicht parieren (Worte mit Absicht gewaehlt!). Mein Eindruck ist ja so ein bisschen, dass in den Schulen ein sehr autoritaerer Stil herrscht, so dass die mit der Liebigkeit nicht soviel anfangen koennen. Druck dagegen hilft. Gefaellt mir nicht so gut.
Jetzt ist Feierabend, ich sitze am nettesten Computer und hoere mein Lieblings-CKUA, im Moment laeuft Mulligan Stew, das ist sehr lustig, weil man nie weiss, was passiert, auch Herr Mulligan, der Moderator, wohl nicht. Sagt er jedenfalls. Serena Ryder, wenn ihr mal was anderes hoeren wollt, sehr gut!
Ueberhaupt (ein kleiner Diskurs) gibt es hier in Kanada und auch speziell in Alberta recht gute Musik, muss ich sagen. Und die Idee von Hoerer-finanziertem lokalem Radio gefaellt mir auch.
So, wo waren wir, Bilder wollten wir einstellen. Ach ja, und ich wollte erzaehlen, dass ich diese ganze Woche, bzw. 4 Tage gearbeitet habe, das ist laestig, weil dann zu Hause immer der Ofen kalt wird. Heute ist Gereon in Grande Prairie, also wird er wieder kalt. Dito natuerlich Frau Zora, weil sie draussen bleiben muss, wenn wir nicht da sind. Na, sind nur -10 oder so, das geht. Und sie hat die muckelige Hundehuette. Emmy dagegen (Achtung, gleich kommt hoffentlich ein Bild) muss ja immer draussen liegen. Sie hat sich einen schoenen Platz geschmolzen, anscheinend mit angeformtem Kopfkissen emmy_schneebett
so, jetzt ist da also ein Bild, aber ich hab noch nicht gerafft, wie ich das klein und als vorschau kriege und so, dass das grosse Bild auf einer neuen Seite geoeffnet wird. ARNE, bitte hilf mir doch mal, aber nicht heute, will jetzt nur schnell bunte Bildchen schicken. Naemlich, das Emmy muss da so liegen, weil es die Pelle von dem ungluecklichen Hirsch bewachen muss, den Gereon neulich erschossen hat (Geschichte auf Anfrage…) emmy bewacht hirsch
Tja, verstehen kann ich das noch nicht, mit diesen Bildschen, aber egal, das lern ich schon noch.
Wenn ich also nicht arbeite, stehle ich mir soviel Zeit wie ich kann, zwischen Schneeschmelzen, Ziegen fuettern, Essen kochen (das hoert NIE NIE auf!!), Aufraeumversuchen (die muessten mal besser oefter anfangen…), doch ich stehle also Zeit fuer das Faserfieber. Hier die Ergebnisse, aus zwei verschiedenen Perspektiven, weil ich so stolz bin und es mir ausserdem eigentlich total egal ist, dass ihr das wahrscheinlich nix mit anfangen koennt. Nur, lieber Arne, das Ding unten rechts, das Braune mit den zwei Kringeln, das koennte ich Dir z.B. statt dem abgelehnten Lama schicken… Faeden taete ich noch vernaehen. Ich koennte auch andere Varianten von Ohrenklappenmuetzen anbieten, von Frau Zora anprobiert, sieht gut aus!!
wollberg 2wollberg

Neuer "Look"

Damit der arme Arne nicht denkt, niemand sieht und/oder wertschaetzt, was er hier Schoenes gebastelt hat: Der neue Look wurde sehr wohl bemerkt, jedenfalls stellenweise, und ich und auch der Herr Hoe. sind sehr begeistert davon. Wenn also jemand auch so eine schicke Seite will wie wir jetzt haben, dann muss er sich bitte an den Herrn Arne wenden, dessen Kontaktdaten ich aber hier nicht oeffentlich machen will, wegen des Datenschutzes oder falls er das nicht moechte…
Arne hat die Bilder ausgesucht, die ihr bei jedem Neuladen der Seite dort oben sieht. Das macht, fuer mich jedenfalls, dass ich andauernd neu laden will, damit ich schoene Bildchen sehen kann – gefaellt mir ausnehmend gut!
Vielen Dank!!

Wenn schon Winter, dann aber richtig!

Also, das Hermelinchen vom letzten Jahr (!) ist nicht wieder aufgetaucht. Keine Ahnung ob es einfach umgezogen ist oder umgebracht wurde. Doch entgegen Anabels Vermutungen ist inzwischen so einiges passiert. Vor allem Schnee, Schnee passiert hier im Moment dauernd. Das ist schoen, finde ich. Die Albertaner greinen: Es ist kalt, es ist viel Schnee. Ich kann das nicht verstehen. Schliesslich hat man uns in den ersten Jahren staendig zu verstehen gegeben, dass wir als weiche Europaeer uns schon noch wundern wuerden, wenn mal wieder ein „richtiger“ Winter kaeme, so wie es naemlich jetzt passiert. Aber wie sagt Nachbarin Margaret: Die Bauern sind auch nie zufrieden mit dem Wetter. Und: Only a newcomer or a fool predicts the weather. Na ja, und Environment Canada, aber die liegen auch oft schief.

Sonntag Nacht war es schon sehr windig, aber nicht widerlich kalt. Allerdings hatten wir schon Montag morgen Unmengen Schnee. Gereon konnte erst spaeter zur Arbeit, und als er abends viel zu spaet nach Hause kam, hatten sie ihm einen „Dienstwagen“ verpasst, was fuer ein Segen. Naemlich so was richtig kanadisches, ein so genannter 1-ton, keiner weiss so richtig, warum der so heisst. Wir haben ja schon so einen, aber in richtig alt. Der hier war nur mittelalt, aber dafuer Diesel und 4×4. Und hinten zwillingsbereift, das macht prima Spuren im Schnee. Fuer Dienstag naemlich hatten sie Gereon auch einen anderen Job verpasst: Rausfahren zu irgendwelchen Pipelines, um mit einem Kollegen zusammen irgendwas zu sandstrahlen. Fuer Dienstag war aber Blizzard angesagt. Also ich Dienstag morgen frueh, eklig frueh mit ihm in die Stadt, um den Van nach Hause zu holen und schnell nach Hause mit der strikten Anweisung, dort auch fein zu bleiben. Hab ich auch getan. Es hat ohne Ende geschneit. Abends immer noch Schneefall, aber kein Wind. Erst gegen 9 Uhr kam Gereon nach Hause, nach einem Tag, an dem er nicht gearbeitet, sondern nur zugeguckt hatte, wie der Bagger das Loch aufbaggerte, das, wie sich spaeter herausstellte, das falsche war. Rueckfahrt im Schneegestoeber kleine vier Stunden. Natuerlich besser bezahlt als der „normale“ Job und natuerlich Ueberstunden. Auch nicht schlecht.

Wir hatten uns dann auf eine unruhige Nacht vorbereitet, aber der angekuendigte Wind blieb zum Glueck bei uns aus. Morgens war nur noch mehr Schnee gefallen. Damit fiel meine Arbeit flach. Yvonne konnte gar nicht recht verstehen, warum ich nicht kommen koennte, aber das ist von der „Stadt“ zum Busch u.U. ein himmelweiter Unterschied. Nach dem Schnee kam die Kaelte zurueck, mit minus 30 oder kaelter vielleicht, unser Thermometer luegt etwas. Weil wir im Moment kein wirklich gutes trockenes Brennholz haben und ich noch nicht so eine Expertin im Stochen bin, habe ich einen kuehlen Mittwoch verbracht. Daraufhin bin ich am Donnerstag mit den Nachbarn bei strahlendem Winterwetter nach High Prairie (in die andere „Stadt“) gefahren, Waesche waschen etc.pp. Das war nett und auf jeden Fall warm! Waesche friert natuerlich, sowie ich den Korb in der Kueche auf den Boden stelle. Das Aufhaengen ist also eine kleine Herausforderung. Voruebergehend koennte ich sie auch hinstellen. Ueberhaupt ist mir mal wieder fast alles gefroren, Banane, Huettenkaese, Kaese (der wird total broeckelig!!) Zora war es eklig kalt im Schlafzimmer, weil dann der Boden so auskuehlt. Und natuerlich ging gestern das Gas fuer die Heizung aus, so dass das Sauerkraut voruebergehend runtergekuehlt wurde. Schade, aber ich hoffe, es funktioniert trotzdem.

Ich war die ganze Zeit damit beschaeftigt, Holz nachzulegen, den Ziegen frisches und mehr Stroh in die Staelle zu tun, Wasser aufzutauen, neues Wasser herzustellen (der Vorteil von frischem Schnee ist prima Wasser in unmittelbarer Hausnaehe). Alles dauert endlos, weil das Feuer ja nicht so perfekt ist, wenn ich es mache. Am Mittwochabend war ich es mal wieder leid. Man fragt sich natuerlich, was man hier tut, wer ueberhaupt diese bloedsinnige Idee hatte, in so ein Land zu gehen. Wo einem die Teeblaetter in der Kanne gefrieren, die Thermoskanne zufriert, die Ziegen klappern, ach und ueberhaupt. Spuelmittel wird uebrigens trueb, wenn es kalt wird, hatte ich das erzaehlt. Hart wird es aber erst bei etwa minus 25. Ich glaube, das wusstet ihr nun schon.

Aber wenn man im warmen Bett liegt und wenn morgens die Sonne aufgeht und man noch vorher in den schwarzen Baeumen Huehnchen umherhuepfen sieht (die Knospen fressen) und dann in die nicht so kalte Kueche gehen kann, wo noch Tee steht, und wenn dann das Lama froehlich den Weg entlang buckelt und die Hunde ein Raserchen im Schnee haben und der Himmel blitzblau ist und die Sonne einen Hauch von Waerme abgibt, aber nur, wenn man sich genau richtig hinstellt und kein Lueftchen weht, wenn der Schnee unter den Schuhen knirscht und alles wunderhuebsch aussieht – na, dann ist es keine Frage, warum wir hier sind. Weil es naemlich schoen ist.

Hier also unkommentiert noch ein paar Schneebilder, weil es so schoen ist!

Wiesel, Schwein und Sauerkraut!

Noch ein paar Bildchen zum Jahresende. Die Hunde hatten neulich leider ein Hermelinchen gekillt. Zu und zu schade – es sah so nett aus. Doch oh Wunder, ein zweites Hermelinchen lebt(e) offensichtlich in unserem Holzstoss. Es schimpfte boese mit den Hunden, frass aber Gereon fast aus der Hand. Ganz offensichtlich kam es auch in unserer Abwesenheit in die Kueche, das merkte man an verschleppten Keksen und angefressenem Parmesan – das Wiesel weiss, was schmeckt: Kekse nicht, Parmesan ja. Leider haben wir es nun schon seit ein paar Tage nicht mehr gesehen, natuerlich weiss niemand, ob es umgezogen ist, da verwitwet, oder ob die Hunde es klammheimlich auch um die Ecke gebracht haben. Dreist genug war es. Sicherheitshalber schlaeft Emmy schon mal vor dem Holzstoss, wo es gesichtet wurde – man weiss ja nie. Vielleicht hatte sie auch gerade wieder eine anstrengende Nachtschicht. Seit Gereon neulich wieder Woelfe hat heulen hoeren, bin ich etwas besorgt um sie. Kojoten auf der einen Seite, Woelfe auf der anderen, das Wiesel in der Kueche – das ist schon eine Riesenaufgabe fuer so einen kleinen Hund. Dann schlaeft sie morgens etwas laenger, waehrend Zora die Schicht uebernimmt.
Weihnachten waren wir bei Bussemeiers, die sich inzwischen auch einen rechten Zoo angeschafft haben : Bertha mit zwei Toechtern (so ein Glueck muesste man haben, andere Leute kriegen immer nur Bullenkaelber) und ein Pferd. Aber das gehoert sich ja fuer angehende Albertaner so, Kuehe sind sozusagen Pflicht. Weihnachten hatten Bussis auch noch zwei entzueckende Schweine Norwin macht hier mal die Streichholzschachtel Die Schweine sind allerdings wahrscheinlich, waehrend ich dies schreibe, schon in der Truhe. Ade Schweine! Derweil waren die Hoes mit der Herstellung von gutem Sauerkraut beschaeftigt Is ja alles Bitamin C, braucht der Mensch! Und is lecker. Hoffentlich klappt es, die Heizung war erst mal kurz ausgefallen, als es das Kraut eigentlich warm haben sollte.
Ein gutes neues Jahr wuenschen wir allen Lesern – und auch fuer das naechste Jahr gilt die Einladung zum Extremcamping – Elchbraten wird gestellt, und dann je nach Jahreszeit Moskitos, Schnee, Sonne, Angeln, Wandern, Biber beobachten – whatever turns your crank (oder: stirs your gravy, oder: suits your fancy).

Frohe Weihnachten!

Heute mal wieder ohne Bilder, kleine kanadische Weihnachtsgeschichten. (Die Baeume sind nur Baeume, keine Platzhalter! Sie gefallen mir nur so gut!)
Es wurde ja “gewaehlt”, weil der Ministerpraesident, so nenne ich ihn mal, unserer Provinz vor der Zeit zurueckgetreten ist. Er war konservativ, was auch sonst, also stellten die Konservativen auch den neuen Premier. Damit aber alle Albertianer ein Mitspracherecht haben konnten, wurden fuer kleine 5 Dollar am Wahltag Mitgliedschaften der konservativen Partei verkauft, und so war man dabei, wenn man zahlte. Im ersten Wahlgang (als noch 3 Kandidaten uebrig waren), errang keiner der beiden Spitzenkandidaten eine absolute Mehrheit. So gab es einen 2. Wahlgang, und da gewann der Kandidat mit den meisten Zweitstimmen, mit dem ansonsten niemand gerechnet hatte. Tja.
Dann stellte dieser neue Premier sein neues Kabinett zusammen, und unser oertliches Parlamentsmitglied ist drin, als Energieminister. Seine Qualifikationen fuer diesen Job sind, dass er ein Instrumententechniker ist, viel Erfahrung im Oelfeld hat und (und hier schaue ich meinen Bruder an!) eine Tankstelle hatte. Nun frage ich mich natuerlich: Warum sind wir Winterborner Mortsiefers nicht schon laengst in der Politik? Stefan waere Energieminister, ich koennte, mit zwei Fremdsprachen, wahrscheinlich Aussenministerin sein, oder Bildungsministerin, oder … Der Opa waere Bundespraesident, und die Oma Familienministerin. Runa koennte das Frauenministerium uebernehmen und Lena wuerde Forschungsministerin. Und ich dachte schonmal, z.B. Vetter Joerg koennte, als Baecker, glatt Ernaehrungsminister werden.
Ja. Kanada eben. Dem Gereon haben sie bei einer der letzten Weihnachtsfeiern erzaehlt, dass das Oel ja wohl doch nicht aufhoert, irgendjemand hat auch behauptet, dass das Erdgas sich regeneriert… Ja. Was soll man sagen… Auch ist das Wetter totaaaal normal, wenn auch alle jammern, dass frueher die Winter ja ganz anders gewesen seien. Ja.
Dennoch: Das Wetter ist sehr schoen, gestern gab es wieder einen Chinook Arch, einen Wolkenbogen, der so eine Art Foen ankuendigt und prima aussieht. Bei uns sind alle froehlich und soweit wohlauf. Nur Gereon schnorchelt zur Zeit etwas. Ich denke, er updatet sein Immunsystem.
Ach ja. Noch eine kleine vorweihnachtliche, typisch albertanische Geschichte. Gereon war ja nach wie vor ohne Job, weil er fuerchtete, dass er antreten muss, sobald er sich bewirbt, und es gab noch so viel zu tun. Ich wurde ziemlich nervoes, ich geb’s zu, Hanna weiss es. Am Samstag habe ich die Zeitung mit den Stellenanzeigen gekauft. Er hat sich alles angeschaut, war aber nur Grande Prairie. In der oertlichen Zeitung gab es allerdings ein paar Anzeigen. Am Dienstag endlich dann fuhr er los, bewaffnet mit einigen Lebenslaeufen, ohne Anschreiben, weil er ja nicht wusste, wofuer er sich denn bewerben wuerde. Liess einen Lebenslauf bei Tolko, unserer Pulpmill oder was, die schreddern Holz fuer OSB glaub ich, in High Prairie. Fuhr dann zu einer Firma in Valleyview, die auch so was aehnliches machen anscheinend wie seine fruehere Firma in DeBolt. Trifft dort auf einen frueheren Kollegen aus DeBolt, der vor ein paar Monaten in dieser neuen Firma als Schweisser angefangen hatte und inzwischen dort General Manager ist. Prima Karriere. Gereon hatte sofort einen Job, haette gleich dableiben koennen, hat aber dann am Donnerstag angefangen. Deutlich mehr Geld als vorher, 4-Tage-Woche, am Donnerstag gleich bezahltes Weihnachtsbarbecue – auch das ist Alberta…. Zeitung umsonst verkauft – so’n Pech!

Wir hoffen, dass ihr, die lieben Leser allerorten, auch alle froehlich seid und wuenschen rundum ein friedliches frohes Weihnachtsfest und – falls ich es nicht bis zum Computer schaffe – schonmal ein gutes neues Jahr!

Vor der Arbeit

Heute habe ich es geschafft, tatsaechlich mal frueher “im Dienst” zu sein, so dass ich legal schreiben kann. Es schneit und schneit immer und immer wieder. Das ist in Ordnung, weil wir so immer wieder frischen Schnee fuer frisches Wasser kriegen – kann ja nicht schaden. Mit dem Wasser wasche ich u.a. Wolle (wenn ich denn je Zeit habe), und dann faerbe ich sie, wie bereits mehrfach erwaehnt. Hier extra fuer Maren das Ergebnis Die Schrillheit der Farben kommt leider auf dem Bild nicht so ganz raus. Habe mich immer noch nicht entschieden, ob ich das zu Faeden oder Filz verarbeiten soll.

Das versprochene Bocki-Bild, leider von hinten, doch man kann schoen sehen, wie winzig er ist gegen den dicken Bill

Elch ausgehoehlt und zusammengefaltet sieht so aus Vielleicht kann er/sie noch gegerbt werden, das waere prima.

Und schliesslich Fraeulein Emmy bei einer ihrer Lieblingsbeschaeftigungen, der Arbeit am Elchbein. Im tiefen Schnee sah sie sich genoetigt, es mehrfach an verschiedenen Orten zu vergraben. Sie uebersah dabei, dass Zora ihr immer interessiert zuschaute und sofort zum Versteck wanderte. Das gab dann auch mal einige Meinungsverschiedenheiten. Der Schnee geht Emmy bis gut an den Bauch, aber das haelt sie nicht ab, sie liegt, auch waehrend es schneit, gern draussen und laesst sich vollschneien.

Schoenes Wochenende allerseits – ich will spinnen und stricken, werde aber tatsaechlich wohl spuelen und raeumen und Honig etikettieren, letzteres dank Hannas fleissiger Arbeit! Die Nachfrage ist naemlich prima.
So, jetzt habe ich gerade die Bilder hochgeladen, in einem Affenzahn, verglichen mit meiner Schuessel. Kann mir irgendjemand was ueber Air Cards sagen? Ich weiss nicht, wie die deutsch heissen, drahtlose Internetzugaenge, ueber Handyleitung, was weiss ich denn. Sollen jetzt hier fast wie unser superschnelles Netz sein, was auch immer das heissen mag.

Arbeit

Damit sich mal keiner wundert, mache ich es hier direkt oeffentlich: keine Weihnachtsbasteleien hier bei uns, keine Paeckchen, kein gar nix. Wie meist! Es ist zum Weinen, aber ich arbeite bis Weihnachten praktisch taeglich, und irgendwie hab ich mal wieder nix geschafft. Doch nach Weihnachten kann ja manches auch noch interessant sein.
Bilder hab ich auch noch nicht bis in die Buecherei geschleppt.
Gern wuesste ich jedoch, welche Elke kommentiert hat in einem Post von vor einigen Wochen. Elke frueher H. aus Nuembrecht, die ich auf meiner Klassenliste logischerweise nicht finden kann? Liebe Elke, falls Du das liest und immer noch Fragen hast, meine email ist mein Vorname at Nachname punkt net. Schreib mir doch mal!
Heute schneit es mal wieder vom Himmel hoch, sehr schoen! Leider hab ich Sommerreifen. Nicht so schoen. Der Van ist in Reparatur, kriegt ein Austauschgetriebe. Am wenigsten schoen… weil nicht umsonst zu haben. Doch die Nachfrage nach Honig ist gut, und ueberhaupt wollen wir optimistisch sein.
So, jetzt arbeiten.

Kaelte erstmal vorbei

Die Kaelte ist erstmal vorbei – da sind wir aber froh. Ich konnte mich naemlich wirklich kaum melden, weil man alle Haende und ueberhaupt alles voll zu tun hat, sich bei –37 Grad warmzuhalten. Liegt natuerlich ein bisschen daran, dass die Infrastruktur noch nicht so ganz perfekt ist. Aber es ist auch einfach wirklich saukalt. Die Tiere haben es schwer dann, das finde ich immer am schlimmste: bibbernde Ziegen, sogar das Lama hat einmal geklappert. Klappernde Zora, die dann ins Schlafzimmer mit uns umziehen durfte. Aber bis fast minus 20 hat sie tapfer in der Kueche durchgehalten, allerdings immer in Ofennaehe, der natuerlich in der Kaelte nie wirklich ausgegangen ist. Doch jetzt ist es wunderbar auszuhalten. Die Temperaturen steigen schnell auf knapp ueber Null und sind jetzt wieder im Normalbereich, so um die –10 bis –15. Das ist angenehm, wirklich.
Natuerlich war in dieser Zeit an das Auftauen bzw. Zerlegen des Elchblockes nicht zu denken. Die Nachbarn und auch ein diesen befreundeter Trapper hatten natuerlich gesagt, dass das eben hier nicht so geht, Tier in der Decke haengen lassen etc.pp. Aber wir sind ja stur! Und dann wurde das Wetter waermer, wir produzierten Eiszapfen von epischem Ausmass , das Kuechenhaus sah wunderbar aus im Schnee , und die Frau Hoe. konnte draussen telefonieren, wie ja immer wieder gern getan . Man beachte allerdings immer noch die Bekleidung, Michelinmaennchen-haft (ehrlich, ich fuelle das nicht bis in alle Ecken aus!) Hatte ich erzaehlt, dass die Werbung hier sagt, dass man derartige Teile im Yukon als Lingerie bezeichnet? Das gefaellt mir so gut!
Jedenfalls musste nun der Elch geholt werden. Ich habe das nicht alles fotografisch festgehalten, aus Gruenden des Respektes (ehrlich). Ich kann euch aber sagen, dass ein gefrorener Elch auf allen Vieren stehen und auch auf der dicken Nase prima rutschen kann… Hunde und andere Vierbeiner waren fasziniert. Dann hat Gereon „die Beine eingekuerzt“ – ich meine, allein dieser Ausdruck… unmoeglich. Anders aber haetten wir ihn nicht in die Kueche bekommen, den Elch. Und da lag er nun, fast wie Gymnastik, auf Melkstand und Hocker. Und taute. Am naechsten Tag, glaube ich, konnte Gereon ihn schon aus der Decke schlagen (ha, ich weiss naemlich die Woerter jetzt!) und nach und nach zerlegen. Ich hatte ja nie geahnt, dass ich im Nebenberuf mal Fleischwolf wuerde: 15kg Hacke werden aus zwei Vorderkeulen. So ungefaehr. Und am naechsten Abend gab’s Elchfilet, eines fuer jeden. Elche, jedenfalls dieser, haben naemlich interessanterweise relativ weniger Rueckenfleisch als ein Hirsch. Es war ausgezeichnet und wir nennen dies nun das kleine Jaegerglueck (obwohl es eigentlich schon wirklich ein grosses Jaegerglueck ist).
Jetzt ist er komplett in die Truhe umgezogen, und wir haben in der Kueche wieder erstaunlich viel Platz, das ist angenehm.
Vorgestern dann zum Eisangeln mit den Nachbarn. Der Snipe Lake ist in Ufernaehe nicht so tief, deswegen war ich auch nur ein bisschen bange, als wir durch matschige Stellen wanderten. Loecher waren schon vorgebohrt von Vor-Anglern, und man stelle sich vor, ich habe tatsaechlich meinen ersten Fisch gefangen. Hat auch geschmeckt. Gereon hatte auch seinen ersten Whitefish. Margaret, die Nachbarin, hat natuerlich profi-haft ihr Limit gefuellt, aber wir ueben ja noch…
So, nun schnell weg hiermit ins Netz. Und naechstes Mal hoffe ich ein Foto von unserem Tausch-Ziegenbock zu haben, den ich Boje nenne. Wer ihn sieht, weiss warum 😉

Update aus der Kaelte

Wir haben wieder ein paar Bildchen gesammelt. Erstmal ein paar unserer ausgekluegelten, design-preis-wuerdigen Baudetails. Da gibt es zuerst den naturnahen Tuerschliesser fuer die Kueche Wir verraten hier nicht, was der Stein wiegt! Auf der anderen Kuechenseite, also an der Terrassentuer, befindet sich dieser hochpreisige, aufwendig gestaltete Riegel ebenfalls im typischen Hoe-Hea-Du-Design (steht fuer Hoentgesberg-Heavy-Duty). Aufgrund des fruehen und heftigen Winters wurden auch weitere Isolierungsmassnahmen vorgenommen und Loecher gestopft, natuerlich mit naturbelassener Schafwolle Man sieht, dass groessere Ritzen mit Brettern abgedichtet wurden. Der Effekt war so durchschlagend, dass wir zum ersten Mal beim Gulasch-Braten die Tueren oeffnen mussten, weil der Rauchabzug nicht mehr funktionierte… Und natuerlich ist es deutlich waermer. In Anlehnung an Martha Stewarts Kuechen (Anabel weiss genau Bescheid!) haben wir uns auch eine massgeschneiderte Multifunktions-Halterung fuer Messer und Topfdeckel einbauen lassen – der reine Luxus, und alles im Rustikal-Extrem-Stil. Selbstverstaendlich gibt es raffinierte Aufbewahrungssysteme, sogar mit verschiedenen Klimazonen. Stiefeleinlagen, Jacken, Handschuhe etc.pp, werden an einer maessig temperierten Wand griffbereit aufbewahrt. Lebensmittel dagegen sowie auch zu trocknende Handtuecher finden ihren Platz in Griffhoehe (falls man etwa 1.80 gross ist) naeher am Ofenrohr und sind so stets gerade richtig (na ja, ausser, wenn Gereon wieder von der Heizlust ueberfallen wird, dann ist die Butter leider fluessig. Macht nix.) Wenn man allerdings vergisst, die entsprechenden Lebensmittel frueh genug in die Temperaturzonen zu stapeln, dann hat man, wie ich heute, ein Olivenoel-Brikett – mal was Neues.

Die raffinierten tragenden Eckverbindungen, um deren Ablichtung Frau Claudi gebeten hatte, wurden vom Chef nicht freigegeben, da hatte ich welche ausgewaehlt, die nicht so ganz den Anforderungen entsprachen. Ich suche neue.

Heute morgen wurde eine kuerzlich beantragte und schnellstens (wegen fallender Temperaturen) ausgefuehrte Neuerung getestet und von vier Testern fuer 1A befunden: Der Melkstand in der Kueche! Wetterunabhaengig kann nun mit warmen Haenden und ohne Wind gemolken werden, der Melkstand steht vibrationsfrei, weil die Ziegen nicht mehr zittern (muss doch fuer die Milch viel besser sein), und wie man an Mafaldas zufriedener Miene sehen kann, ist das Ding ein durchschlagender Erfolg!

Ich yoga-e nach wie vor, und der Kater hat sich stellvertretend fuer mich knipsen lassen, bei einer Position, deren Name mir entfallen ist, Sternfuss oder so. So haelt er sich fit, um seinem Lebenszweck naeherzukommen, naemlich mich zu ersticken. Er ist schon erstaunlich gut in seiner Technik.

Dies alles war jedoch nur eine Vorrede fuer das eigentliche Ereignis der Woche, taetaeeehhh! Da isser, der lange gesuchte Elch. Genauer gesagt, das maennliche Elchkalb. Ich war ja dagegen, und so bin ich wenigstens froh, dass es ein Knaeblein war und nicht eine zukuenftige Mutter in den Kochtopf kommt. Yvonne, meine Chefin, schlaegt Rouladen vor. Ich glaube, ich werde ihren Vorschlag befolgen. Nu haengt er da, nur weil er unvorsichtig dem Herrn Hoe. vor die Flinte gelaufen ist, und fuer’s Wochenende werden –33 angekuendigt, so ist er schon mal vorgefroren, ob wir wollen oder nicht. Soeben kommt uns eine kleine Korrektur in die Tippmaschine: natuerlich ist er vor die Buechse gelaufen und nicht vor die Flinte. Tschuldigung! Wenn ich erst selbst mal eine hab, passiert mir das (vielleicht) nicht mehr. Und um Fragen zuvorzukommen: er haengt bei den Nachbarn, und der Hund gehoert auch dorthin und heisst Speedy. Und haengen tut er dort, weil die Nachbarin zum Glueck gerade des Weges kam und Gereon mit dem Traktor beim Bergen geholfen hat. Traegt sich naemlich schlecht, so ein Elch.

Schnee – Schnee – Schnee

Heute (also eigentlich gestern, weil ich jetzt schon wieder im Dienst bin und es Samstag ist) mal was Neues: Wir sitzen in unserer Kemenate und versuchen, mittels des mobilen Computers in Gemeinschaftsarbeit (!) einen aktuellen Bericht in das Hinternetz zu stellen. Mal schauen, wie das so klappt.
Wir fangen vorne an. Letzte Woche hat Gereon, statt immer „am Bau“ zu arbeiten, uns mal was gegoennt und ein bisschen vom vielen Wald umgenietet. Der grosse Plan ist ja ein „Park“. Und irgendwo muss man anfangen. Also auf der Nordseite. Die sah zuerst ungefaehr so aus. Dann legte der Holzfaeller los , und diverse Tankfuellungen spaeter sah es eher so aus Freigemacht wurden etwa 2000 Quadratmeter. Kommt einem viel vor, sieht aber hier in dem vielen Wald inzwischen schon wieder klein aus. Nun koennen wir aber etwas besser nach Norden gucken, und vor allem haben wir die abgebildete schicke Schneise, will sagen, Blickachse. Das hat naemlich ein anstaendiger Park, jawohl, mehrere sogar, kommt noch… Ich bin dann schonmal mit den Ziegen darin herumgewandert, das ist sehr lustig. Die Ziegen und auch das Lama freuen sich natuerlich sehr ueber kleines Geaest. Vor allem das Lama liebt Erlenkaetzchen!
Dann hier auch noch das angekuendigte Bild unseres Leih-Ziegenbockes, Domino Schwarzenbein, genannt Bocki, wie sonst. Ein ganz netter, der Herr Bocki. Tut brav seine Pflicht und stiftet ansonsten keinerlei Unruhe, so hat man das gern. Die Damen moegen ihn sehr, obwohl er wirklich etwas streng riecht, und sogar der Billy scheint ihn zumindest nicht doof zu finden. Man vertraegt sich. Nur das Lama schenkt uns einen seiner ober-angewiderten Gesichtsausdruecke, wenn der Bocki vor dem Lama am Wasser war, weil er beim Trinken seinen bedufteten Bart in den Eimer haengt. Das will man dann nicht mehr, wenn man keine Ziege ist.
Unsere kleine Emmy macht sich gut. Hier hat sie, gute Kanadierin, anscheinend versucht, sich ein Birkenrindenkanu zu bauen. Wurde jedoch gestoert von ihrer grossen Feindin, dem Aggressoren-Huhn. Das Huhn greift sie immer mal wieder an, springt ihr mitten ins Gesicht (ehrlich!), so dass die arme kleine Emmy die Flucht ergreift und auch schon, glaube ich, Beute verloren hat, jedenfalls voruebergehend, an dieses Huhn. Gereon ueberlegt schon, ob man mit diesem Huhn nicht weiterzuechten sollte, so zur Hundeerziehung…
Der Winter rueckte ja nun naeher, also mussten Vorbereitungen getroffen werden. Zum einen wurde der Dachfirst der Kueche abgedichtet Das war gut, denn es fing schon bald ein bisschen an zu schneien. Und Nahrung musste beschafft werden . Dieser Hirsch zog in unsere Truhe um, aber erst, nachdem die Hundchen grosszuegig gefuettert worden waren.
Und dann kam der Schnee! Letzten Freitag fing es abends an und hoerte den ganzen Samstag nicht auf. Da kommt schon was zusammen! Ich hab dann auch gleich mal das Auto in den Graben gefahren, wo es bis Mittwoch morgen stehen bleiben musste, weil wir es einfach nicht wieder herausbekamen, bis uns freundlicherweise der dicke Schneepflug half. Inzwischen liegen so mindestens 15cm Schnee, sieht schoen aus. Gemeldet ist heute weiterer Schnee bis Mittwoch, dazu weiter fallende Temperaturen bis -20C. Hatte ich erwaehnt, dass unsere Heizung immer noch nicht vollstaendig ist, weil niemand die erforderlichen Teile zu haben scheint. Ich hab die lieb, die Kanader! Dennoch: Ein paar Schnee-Impressionen
Mit dem Schnee fielen auch die Temperaturen. Neulich morgens war es ploetzlich –18 Grad. Da war es schon sehr willkommen, dass Gereon noch zwei wichtige Baumassnahmen beendet hat. Das Poleshed hat nunmehr eine geschlossene Westwand, also eine richtige Eingangstuere Und – taetaeh!! – die Kueche hat vier Waende! Vorher Das war frisch. Nunmehr: Das ist prima. Zum einen ist es viel heller, weil das Fenster gross ist, und zum anderen ist es viel waermer. Gestern (am 3. November) hatten wir eine Temperaturdifferenz von 30 (in Worten: DREISSIG) Grad geschafft, draussen war es minus 15 und innen an der Wand plus 15. Und am Ofen ist es noch viel, viel waermer. Oft zu warm. Nur die haarlosen Hunde nutzen die Bratmoeglichkeit gern und stehen laengsseits an den Ofenwaenden, bis sie fast schmelzen. Als naechstes wuensch’ ich mir eine Schlittenbahn…
UND, oh Wunder, es gibt einen Yoga-Kurs hier in diesem Valleyview. Und ich spiele mit, dass die Knochen knacken. Kann nur besser werden.