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das kleine huendchen mit dem kringelschwanz

hier sind bilder von unserem wochenend-gast, dem kleinen huendchen, das
keiner will. man beachte, dass es neben einem paar birkis groesse 42
liegt, auf einer normal-grossen fussmatte. es hatte ja in der praxis die
ganze zeit gejammert und gejault und spielte wirklich mit seinem leben.
aber kaum war es hier im haus, hat es sich sehr anstaendig benommen,
auch mit nini und zora und sogar mit emmi geht es gut. es laesst sich
nichts bieten von den anderen hunden, heute morgen gab es ein boeses
klaeff-encounter mit emmi, aber es ist nicht wirklich aggressiv. den
dreifach geringelten schwanz kann es nur zu einem drittel abrollen, ich
hatte noch nie ringelschwaenze so aus der naehe. sehr lustig.
sofortissimo hat es begriffen, dass das bett ein prima platz ist. es
kann auch schossi-huepfen und sich dann schoen breit und warm einem
ueber die beine haengen – prima waermflasche. und tueren kann es
aufmachen, sogar unsere doppeltueren. das hat es dann gestern auch
getan, ist rausgeflutscht und hat mal gleich ein huhn gemeuchelt. das
war ein bisschen dumm. nun muss ich mir gut ueberlegen, wo man es am
besten hin vermitteln kann. keine kleinen haus- oder gartentiere! mit
trudi ist es friedlich, aber trudi ist ja auch in solchen situationen
doppelt-gross und sehr beeindruckend.

gestern ist es tapfer mit gereon und den grossen hunden und mir zwei
stunden lang durch den schnee gewandert und schien spass zu haben.
kaelte macht ihm nix, es kriegt auch kleine schneeklumpen an die kleinen
fuesschen. vor allem gereon scheint es sehr in sein herz geschlossen zu
haben (dieser satz funktioniert in beide richtungen, und so ist es
auch). die ganze letzte nacht hat es offensichtlich auf seinem bett
verbracht, mit nur einer kleinen unterbrechung, wo es auf den teppich
pinkeln musste. auch nicht so schlau. ich hoffe sehr, dass ich nette
menschen fuer es finde. oder dass gereon es behalten will. das
huehner-morden koennte man ihm womoeglich abgewoehnen. aber es ist ein
unabhaengiges, anscheinend hat sich nie jemand die arbeit gemacht, es
wirklich zu erziehen. wenn man „sit“ sagt, dann knallt es sein kleines
aerschchen auf den boden – das kann es. und wenn es wedelt, dann sieht
das aus, als ob jemand ein cinnamon bun schwenkt, der ganze kringel geht
hin und her.

jetzt hab ich gerade mal bei air canada nachgeguckt: teuer waere es
nicht, das ding mitzubringen. aber zu kalt. es sei denn, ich naehme es
mit in den passagierraum, was wohl ginge, weil es ja nix wiegt. die
sagen tatsaechlich, dass sie im winter keine kleinen tiere im
gepaeckraum transportieren. (ein wunder, dass der kleine hund das durfte
und ueberstanden hat. das muss ganz schoen kalt gewesen sein fuer den,
bis +2 grad, sagen die.) schade eigentlich! es waere ein feines
huendchen fuer die oma.

update dazu: der lange spaziergang fand am samstag statt. inzwischen ist schon wieder donnerstag, und das kleine huendchen faehrt abends immer mit mir nach hause. damit ihm mal besser nix passiert. zwei interessenten hatten wir, aber die eine hatte kein geld fuer die sterilisation, und die andere musste noch nachdenken. meinetwegen koennte es hier bleiben. es ist ziemlich kuschelig und nett. der chef hat es schon mit (fleischigen) knochen so ueberfuettert, dass es prompt verstopfung hatte und dann gekoetzelt hat. aber es bleibt froehlich. und liegt derzeit auf meinem kopfkissen.

Zeitknappheit

Mal wieder scheint die Zeit einfach nicht auszureichen. Ich haette noch so einige liebe emails zu beantworten, teils mit Weihnachts-, teils mit Neujahrsgruessen. im Moment fehlt mir die Zeit – deshalb hier ein allgemeines Dankeschoen an alle Leser und Schreiber. Ich lese alles und freue mich, aber gestern abend z.B. beschloss unsere kleine, „versehentlich“ viel zu frueh geschwaengerte Pomona, sie muesse sich mal – weiss der Geier wie – die halbe Haut von einer Zitze entfernen. D.h. ich war gerade zu Hause angekommen von der Arbeit und hatte Tee getrunken und einen Happen gegessen, da haben wir schon wieder eine blutende Ziege eingepackt und ich bin einmal mehr bei unangenehmem Glatteis gen Valleyview gefahren. Um elf Uhr war ich wieder zu Hause. Heute dann Zahnarzttermin und Auto abholen. Dankenswerterweise hat Katrin mir „einen ride gegeben“, so konnten wir unterwegs ein bisschen quatschen, und ich habe jetzt das dicke Auto wieder, und einiges an Geld weniger. Dann habe ich soeben auch erfahren, dass die Fluege nach D nicht gerade billiger geworden sind. Haett‘ ich mal frueher gebucht. Aber ich konnte mich mal wieder nicht entscheiden.
Und wenn ich dann am Donnerstag frei habe, dann muss ich mich unbedingt um meine „Buchhaltung“ (nach wie vor im innovativen freifliegenden Ablagesystem verteilt) kuemmern.
Also, nix fuer ungut! Post kommt!

Some days…

… das hatte ich bestimmt schon mal geschrieben, oder? Manche sind Diamanten, manche sind Steine. Letzte Woche hatte ich einen Stein. Da musste ich am Dienstag meinen hoch geschaetzten Friseurtermin schon absagen, weil ich eine Pruefung fuer meine Arbeit machen musste – Production Animal Medication. Wenn ich sie bestanden habe, was ich schwer hoffe (man durfte das Buch waehrend der schriftlichen Pruefung konsultieren…), dann darf ich jetzt offiziell Medikamente fuer Nutztiere verkaufen. Hunde vergiften durfte ich glaube ich schon vorher… Die Pruefung war in Fairview, drei Stunden Fahrt von hier. Es war kalt und eisneblig – bestes Fahrwetter! Aber nach einer Dreiviertelstunde lichtete sich der Nebel, ich fuhr ja Nordwesten, sowieso meine Lieblingsrichtung, und alles war wunderbar. Ueber den Peace River in Dunvegan, immer wieder schoen. Eisschollen schwammen noch auf dem Fluss, den ich laengst zugefroren waehnte, und die Huegel waren schoen wie immer. Alles war gut. Pruefung fand ich lepsch. Der Plan war, danach nach Grande Prairie weiterzuduesen, nur ein kleiner Umweg, und da noch dick einzukaufen. Ich war hochgestimmt und fand gerade, dass ich eigentlich solche theoretisch oeden Ueberlandfahrten (bis Fairview insgesamt fuenfmal abbiegen…) schoen finde, da aenderte sich was. Kurz hinter Sexsmith, also 20 Minuten vor Grande Prairie, kochte der Kuehler. Das geht selbst bei minus 26, wie ich jetzt weiss. Und kuehlt auch nicht schnell genug ausreichend ab. So durfte ich meine AMA-Mitgliedschaft ausprobieren. AMA ist wie albertanischer ADAC. Es dauerte eine kleine Stunde, bis ein freundlicher junger Mann kam und mich bzw. den Van auf den Haken nahm. Bis dahin war ich aber ordentlich durchgefroren, kann ich euch sagen, denn den Motor konnte ich ja nicht laufen lassen. Gut, dass ich gerade eine spannende Buecherlieferung bekommen hatte. Und jetzt weiss ich auch, warum eine Kerze im Survival Pack empfohlen wird. Natuerlich nicht fuer Licht, sondern um sich die Haende zu waermen.
Wahrscheinlich knapp 1000 Dollar spaeter wird der Van dann naechste Woche wieder fahrbereit sein – welch ein Spass. In GP musste ich ja dann auch noch auf den Shuttle Service in Form von Gereon warten. Ich hab lange nicht mehr so gefroren, obwohl ich immerhin mit einer dicken Tasse Mocha bei Starbucks sass. Der arme Gereon musste auf der Rueckfahrt schwitzen, waehrend ich immer noch fast die ganze Zeit klappern musste. Bilder gibt es von dieser Exkursion nicht.

Vorher aber hatten wir es nett. Der Bauer und sin Fru tuckerten naemlich mit Quad und Anhaenger auf die Nordhaelfte, zur Wildfuetterung. In gut-deutscher Manier hat der Chef naemlich beschlossen, dass er „sein“ Wild fuettern will. Und so haben die Ziegen einen Heuballenkern abgetreten, und wir sind in den Winterwald geknattert. Man beachte bitte auf dem Foto das gepolsterte Gepaeckgitter: ein Futtersack, beinhaltend eine edle Lamadecke von der Oma. Darauf sitzt die Bauersfrau. Ich fuehlte mich stark an aeltere Winterborner Ehepaare erinnert. Damals waren die Saecke noch aus Jute. Margaret hat ein Stueck Schaumstoff in ihrer Futtersack. Mein Sitz war jedenfalls bequem und warm. Und ich durfte auch eine Erstbesteigung des „Hegerhauses“ vornehmen, das sich der Chef ja schon vor einiger Zeit gebaut und selbst auch schon genutzt hatte. Nett. Mit Rueckenlehne!


Heute waren wir wieder da – nett. Heute uebrigens ist es bei uns wahrscheinlich muckeliger als bei euch in D – PLUS FUENF GRAD! Ha! Und kein Schneefall. Und kein Wind. Da seid ihr aber neidisch, oder? Die Huehner tobten draussen rum, Klein-Skinny-Minni wusste nicht wohin mit sich, weiss sie schon seit ein paar Tagen nicht, es koennten auch die Hormonellen sein.

Eher diamanten ist auch, dass der Chef tatsaechlich wieder Arbeit hat. Und dann kleckern wir ja nicht, nein, 45 Stunden darf er arbeiten. Das fuehrt zu einigen organisatorischen Herausforderungen hier. Vor allem Tiere-Versorgen im Finstern. Und so habe ich mir am Samstag so eine Kopfleuchte gegoennt, mit LED’s. Sieht bescheuert aus (daher auch kein oeffentliches Foto), funktioniert aber prima. Damit hab ich gestern abend schon das Wiesel geortet. Wir haben uns gegenseitig angestarrt, ich mit LED’s, das Wiesel mit naturgruen, jedenfalls sah es so aus.

Da hab ich mich hinreissen lassen…

und hab mal auf so was geklickt in einem Blog. Und angeblich sieht mein Regenbogen so aus.

Your rainbow is intensely shaded red, orange, and green.

 
 
 
 
 
 
 

What is says about you: You are an intelligent person. You appreciate a challenge. Others are amazed at how you don’t give up. You get bored easily and want friends who will keep up with you.

Find the colors of your rainbow at spacefem.com.

Tja. Keine schlechten Farben, aber ich haette gedacht, da sollte was buntigeres bei raus kommen. Tztztz.

Und weiter geht das!

Dieses Jahr mal keine gewichtigen Worte. Es ist kalt, die Baeume glitzern, fuer die ganze naechste Woche werden Tiefsttemperaturen um die 28 bis 30 Grad minus angesagt. Da wird auch das Salbungsvolle zurueckgefahren :-))

Stattdessen die Kurzzusammenfassung. Sechs Jahre sind um, wir sind immer noch hier, ich auch, obwohl ich mich manchmal immer noch frage, ob das alles sein muss und wo die Sinngebung liegt… Wir haben zu essen und zu trinken, ich habe Arbeit, Gereons haengt mal wieder in der Luft (der Kunde kann sich nicht entscheiden…), wir haben Holz fuer Waerme und Schnee fuer Wasser, und – blessed be the neighbours – eben kam Albert und brachte unangekuendigt einen Ballen Heu, weil Margaret meinte, wir haetten bei dem Wetter bestimmt Schwierigkeiten, unseren LKW zu starten. Wie wahr! Und wie schoen, dass wir so nette Nachbarn haben! Telefon und Internet liefern mir Kontakte zu Familie und Freunden in Deutschland, und auch hier gibt es ja ein paar gepflegte Kontakte.

Ich bedanke mich auf diesem Wege schonmal bei allen, die mir/uns geschrieben haben. Ich freue mich immer sehr ueber Post aller Art. Fuer dieses Jahr verabschiede ich mich einmal mehr mit ein paar Impressionen von der Schoenheit des Winters hier, allerdings besser nur in homoeopathischen Dosen zu geniessen.

Guten Rutsch allerseits, bleibt gesund und bis naechstes Jahr!

Die Qual der Wahl

Heute kann ich mich gar nicht entscheiden, wie ich denn diesen Post ueberschreiben soll. Es schneit, der Himmel ist grau, ich muss noch einen Tag arbeiten in diesem Jahr. Gereon dagegen faengt Anfang Januar wieder an. Die Firma hat einen Auftrag, man weiss noch nicht, fuer wie lange Arbeit da ist, aber immerhin. Also muss jetzt jede Stunde genutzt werden – zum Angeln. Das sieht man auch im und ums Haus. Daher die erste moegliche Ueberschrift:

This marriage is temporarily interrupted for Fishing Season!

Die haengen da zum Trocknen, die bereits Geraeucherten sehen dann aus wie folgt, weswegen die naechste Moeglichkeit waere:

Und der Himmel haengt voller … Fische

Fuer diese beiden allerdings haengt der Himmel im Moment tatsaechlich voller Geigen, denn sie sind

Das Traumpaar des Monats!

Die abgesetzte Regierungschefin Odette Anderthalbhorn und der Aussenseiter Amadeus Immerzwerg? haben ihre anfaengliche Abneigung ueberwunden und fressen friedlich miteinander, nur unterbrochen von zaertlichem Geplaenkel. Ob allerdings schon wirklich „was“ passiert ist, kann ich nicht sagen. Der Kerl ist ja wirklich klein, und er wird sich eventuell der Bodenunebenheiten bedienen muessen, um zum Ziel zu kommen. Das werden also bestenfalls Ende-Mai-Zicklein. Und dann warten ja noch zwei weitere junge Damen auf seine Aufmerksamkeiten. Karla hat schon gewarnt, dass, weil er noch so jung und winzig ist, die Befruchtungsrate eher geringer ausfallen koennte. Na, soll er halt mal ueben. Stinken kann er jedenfalls schon. Wer genau hinschaut, erkennt auf dem Bild, dass die Unterhaelften der Vorderbeine eine andere „Hell“farbe haben als die Unterhaelften der Hinterbeine. Und das Gelbe ist nicht die Originalhaarfarbe…

Ueberstanden!

Es sieht so aus, als haetten wir es fuer die erste Zeit mal wieder geschafft: das erste richtig kalte Wochenende liegt hinter uns. Angekuendigt war es ja schon laenger immer mal wieder, aber dann kam es wirklich mit aller Macht. Am Samstag glaube ich waren Hoechsttemperaturen von -33 Grad gemeldet. Wir hatten an einem Tag das Gefuehl, dass es nie „waermer“ als -35 war. Lachhaft, sowas noch „hoechst“ zu nennen. Unser Thermometer hat bei -40 aufgegeben, aber wir vermuten, es war kaelter. Da ist bei uns nur leider die Skala zuende. Ich habe es aber am Montag tatsaechlich bis zur Arbeit geschafft. Den Highway hatte ich praktisch fuer mich allein, so dass ich mich auf halber Strecke schon gefragt habe, ob ich vielleicht einen Fehler mache. In der Praxis hatte ich dann Gelegenheit, mal den ausfuehrlichen Wetterbericht mit Hintergrundinfo anzuschauen, und siehe da: Anscheinend galt Edmonton fuer kurze Zeit in der Samstagnacht als kaeltester Ort der Welt. Gleich danach muss aber Sunset House gewesen sein…

An solchen Tagen sind natuerlich immer die Tiere die groesste Sorge. Wir haben gut vorgefuettert und -gewaessert und in alle Staelle Heu gepackt. Trotzdem klappert natuerlich alles gewaltig, die Nuestern sind bereift, bei den Lamas der ganze Ruecken weiss, und sie tun mir immer sehr leid. Wenn ich Geld haette, wollte ich am liebsten so ein norddeutsches Ding haben, wo alles unter einem Dach ist. Waere doch sinnvoll, sich mal mindestens eine warme Wand zu teilen – fuer alle, die unter demselben Dach wohnen.

Samstag abend dann, als es wirklich besonders kalt war, hoerten wir so gegen zehn, praktisch schon im Bett, ein Huhn laut kakeln und anscheinend am Haus vorbeiflattern. Das gehoert um diese Zeit so gar nicht! Also eingepackt, Lampe gegriffen und raus. Wir fanden tatsaechlich eines unterhalb des Hauses Richtung Dugout, das offensichtlich den ganzen Tag und die Nacht davor draussen verbracht hatte. Es war weder verletzt noch eisekalt, und so hat Gereon es wieder in den Stall gepackt. Wir nehmen an, dass es vom Wiesel erschreckt worden und dann dem Licht entgegengeflogen ist. Das haette aber auch schiefgehen koenne. Das Wiesel, so sahen wir heute, hat anscheinend zumindest eine Zweigstelle unterm Huehnerstall eingerichtet, und ich habe so den Verdacht, dass es sich auch unter dem nicht ganz dicht schliessenden Huehnerklaeppchen hindurchzwaengt. Was erklaeren wuerde, warum wir NULL Eier haben. Gereon hat es mit einem Fischkopf bestochen, damit es keine Huehner fressen muss… Fischkoepfe fallen im Moment hier oefter an, seit die Herren eindeutig vom Angelwahn befallen sind. Auch heute sind sie, kaum dass die Temperaturen auf muckelige minus 20 gestiegen sind, schon wieder raus auf den See. Nunmehr ja jeder mit einer kleinen Angelbude bestueckt, die den Wind abhaelt und die Sicht durch das Eisloch ins Wasser ermoeglicht.

Parallel und bei graesslichsten Temperaturen haben sie, also Dieter und Gereon, auch das Raeucherhaeuschen fertiggestellt und anscheinend schon probegefeuert. Dieter hatte ja bereits einige Raeucherungen der gefangenen Weissfische (allerdings nicht dasselbe wie die deutschen Weissfische, liebe Helga. Und: Auch Hechte und Barsche werden gefangen.) durchgefuehrt, und die letzten waren wirklich sehr gelungen! Aber ein „richtiges“ Raeucherhaus musste her, und so wurde das aus grundstueckseigener Schwarzpappel erstellt.

Huebsche Farben, oder? Gereon findet, es sieht aus wie Eiche. In dieses Raeucherhaus kann dann bei Bedarf auch der/die Schinken und Wuerste gehaengt werden, auf die ich ja eigentlich noch mehr hoffe als auf den Raeucherfisch. Aber ich habe da keinen Einfluss. Heute wurde mir erklaert, dass ja bei den Ureinwohnern eigentlich die Frauen die Fische zubereiten… Sagte mir der Hausherr, waehrend er mit offensichtlichem Spass diese Arbeit selbst verrichtete. Ich glaube, bis jetzt ist der Winter fuer Gereon ziemlich gelungen. Zwar war er nicht wirklich jagen, aber das Angeln klappt gut und zaehlt wahrscheinlich genauso viel in Spasspunkten. Als sie eben, dick vermummt, wieder losfuhren, meinte Dieter: Wir gehen jetzt wieder unserem Versorgertrieb nach. So nennen sie dass, die beiden kinderlosen aelteren Herren! :-)) Aber macht nicht wirklich was. In der Zeit kann ich ungestoert meinem Internet froenen (waehrend uebrigens unten der naechste Fisch in der Salzlake fuers Raeuchern liegt…)

Nachtrag zur Doppelgaengerin: Sie musste leider eingeschlaefert werden. Nachdem sie einigermassen aufgewaermt war (selbst nach mehreren Stunden zeigte Karlas Thermometer nichts an!), war offensichtlich, dass sie schwere Schmerzen hatte. Dazu kam, dass sie voellig abgemagert war, so dass diese Loesung die freundlichste schien. Arme Petra!

Dafuer aber hat am Freitag nachmittag noch auf den letzten Druecker (sonst haette ich ihn wieder eingepackt) der grosse schwarze Hund ein neues Heim gefunden! Yippieh!

Unseren Tieren drinnen uebrigens tut natuerlich nichts weh. Den kleinen Hund kann man nicht fotografieren, weil er immer unter der Decke liegt. Aber Trudi. Die hat festgestellt, dass gewaschenes Lamahaar noch Klassen besser zum Schlafen taugt als doofe Glasfaserisolierung.

So, 16 Uhr, bei euch faengt der 16. an. Hier geht die Sonne gerade unter. Ich muss mich jetzt wieder einmuckeln und die Tiere versorgen, waehrend die Herren nach wie vor ihrem Versorgertrieb nachgehen. Da ist man schon froh, wenn sich jemand so nett um einen kuemmert :-))) Sie wollen mir auch einen Kanister Seewasser mitbringen. Lieb! (Weil sie naemlich bestimmt zu faul sind, bei Margaret anzuhalten und weil das ausserdem viel besser dem Versorgerischen entspricht, ein dickeres Loch ins Eis zu hacken, um der Frau zu Hause das so dringend benoetigte Wasser zu bringen – ein bisschen wie Indianer- oder vielleicht eher Trapper-Spielen)

Doppelgaengerin?

Heute morgen eingeliefert in die Praxis: Eine Alpaka-Dame namens Petra! Sie hat eine Gesichtslaehmung, die Arme. Weil fuer’s Wochenende Hoechsttemperaturen von bis zu -30 Grad (seltsame Formulierung, ich weiss, die angesagten Tiefsttemperaturen sind -39) gemeldet werden, darf Petra ueber’s Wochenende hier bleiben. Sie ist naemlich noch recht kurzhaarig und nicht wirklich in Schuss. Hallo Kollegin! Als ich die Besitzer anrief, um die Einlieferung zu bestaetigen, und mich, wie immer, mit: „Hello, this is Petra from the Vet Clinic“ meldete, konnte ich foermlich sehen, wie der Mann dachte, ich wollte ihn auf den Arm nehmen. Wir haben das dann klaeren koennen. :-)) Hoffen wir, dass wir beiden Petras ueber’s Wochenende warm bleiben und uns nicht die Gesichtszuege (noch mehr) entgleisen.

Ach, und noch ein PS: Von den Kaiserschnittwelpen lebte nach ein paar Tagen bei den Besitzern noch einer. Ich habe gestern auf dem Farmers‘ Market erfahren, dass in der Tat es auch schon bei mindestens einer Tochter (17 Jahre alt) mindestens zwei Kinder von zwei Vaetern gibt. …

Weiter mit dem Guten (und dem eher neutralen)

Am Montag war es ein relativ ruhiger Tag hier in der Praxis. Kurz vor Toresschluss kamen noch Adam und Katrin mit dem kleinen Juri vorbei (von dem ich noch gar nichts erzaehlt habe, der aber ganz eindeutig zu dem nur Guten gehoert, aber mehr davon spaeter). Und es kamen eine Mutter mit ihrer Tochter und einem jammernden Hund rein. Adam und ich haben nachher beide gesagt, dass wir sofort dachten: Oh, Babies! Der Hund hatte eingefallene Flanken und einen dicken Bauch und ein dickes Gesaeuge. Auf meine Frage hin, was der Hund denn habe, sagte die Mutter: Der hat so eine seltsame Ausstuelpung hinten, wir wissen nicht, ob das anal oder vaginal ist. Und als Karla ihn untersuchte, hoerte ich, waehrend ich natuerlich den kleinen Juri einmal mehr bewunderte, mit einem Ohr: More Babies!
Und so war es dann. Scheidenvorfall aufgrund nicht vorangehender Geburt. Kaiserschnitt. Die Besitzer (und das ist jetzt der zaehneknirschend neutrale Teil) wollten den Hund (18 Monate alt) nach Karlas Diagnose eigentlich lieber einschlaefern lassen. Niemand hatte gemerkt oder auch nur gedacht, dass das Tier traechtig sei, und soviel Geld in einen Kaiserschnitt an einem „Draussen-Hund“ zu investieren, das schien unangebracht. Aber die Tochter hat wohl auf die Traenendruese gedrueckt! Gutes Kind! Und Karla suchte Freiwillige, um die – falls ueberhaupt – ueberlebenden Welpen nach dem Kaiserschnitt zu rubbeln und zum Atmen zu bringen. Die Roentgenaufnahme ergab mindestens 5 Welpen. Raus kamen 8, und nach vereinten Anstrengungen der freiwilligen Puppy Rubber Crew atmeten alle. Da sind sie.

Inzwischen ist allerdings Mittwoch, und drei sind schon gestorben. Die Mutter ist sehr verwirrt und schafft es nicht, ihre recht mickrigen Kinderchen warmzuhalten, trotz Waermekissen und Decken und allem Krams. Ausserdem ist die Arme selbst so mager, dass sie wahrscheinlich Muehe hat, ihre Koerpertemperatur zu halten. Und dann hat sie wohl auch noch auf manchen gelegen.

Es scheint, dass die Besitzer selbst eine ganze Reihe Kinder haben, und Adam mit seinem losen Mundwerk dachte laut darueber nach, wie das wohl mit deren Toechtern und der Aufklaerung gehen koenne, wenn man nicht merkt, dass der Hund laeufig, gedeckt, traechtig ist und/oder sich inmitten der Geburt befindet.
Tja.

Ansonsten gut: Das Wetter ist nach wie vor sehr schoen. Der Gatte ist im Angelwahn und hat in Dieter einen Gleichgesinnten gefunden. Die beiden schieben es auf ihren Versorgertrieb… Heute wollen sie erst angeln, dann raeuchern. Der Vollmond war heute morgen so hell, dass ich beim Spaziergang mit Emmy fast eine Sonnenbrille brauchte – sehr schoen. Und wir haben zu mehreren festgestellt, dass so ein schneeloser Fruehwinter, trotz all seiner Nachteile fuer die Feuchtigkeit, die wir so dringend brauchen, auch sehr schoen ist. Alles glitzert und flitzert immer, der Himmel ist, wie so oft, unglaublich blau, das duerre Gras hat so eine Kojoten-beige Farbe, oder vielleicht haben sich auch die Kojoten dem duerren Gras angepasst. Die Birken wirken mit ihren blattlosen Trieben wie dunkelrote Besen, alle auf die Stiele gestellt. Doch: Letzte Nacht war es zum ersten Mal so eher richtig kalt, minus 17 heute morgen direkt vor dem Kuechenfenster. Die Milch war abends schon zu einem 4-liter-Block gefroren, das eingekochte Obst im Kuehlschrank war Obst in Slushie. Und fuer den Rest der Woche soll es erst schneien, und dann werden Tiefsttemperaturen bis -24 vorhergesagt. Also womoeglich dann (endlich) echter Winter. Eben war noch ein Kunde hier, der von vor 20 Jahren erzaehlte, wo der Herbst so war wie dieses Jahr und es dann im Dezember anfing zu schneien und bis Ende Januar nicht wieder aufhoerte. Wir sind gespannt!