Archiv des Autors: Petra

Die Diskriminierung und die Latzhose

Frauen werden weiterhin benachteiligt. Das merke ich sogar bei den Arbeitsklamotten. Goenne ich mir doch immer mal Carhartt Woman, weil das angeblich eher auf Frauenformate zugeschnittene Kleidung ist. Aber seht, was mir neulich im Rahmen des unvermeidlichen Toilettenganges auffiel.

VORHER:

NACHHER:

Zwar etwas verwackelt – wahrscheinlich war ich so entruestet, doch dem aufmerksamen Betrachter wird nicht entgehen, dass ich den Bleistift und die Brille aus den Brusttaschen verloren habe. Maennern passiert sowas natuerlich nicht, wissen wir ja, weil das Verfahren ein anderes ist. Ein(e) pfiffige(r) Designer(in) muesste sich doch dazu was einfallen lassen. Oder habe ich nur noch nicht verstanden, wie frau das knopflochartige Schlitzchen und die Druckknoepfe nutzt?

Was man uebrigens im Hintergrund auch sehr schoen sieht, ist der schluepfergruene (genau passend fuer den Sommer-Winter-Mischtyp, das bin ich!) Gipskarton, auf den in ferner Zukunft einmal Fliesen kommen sollen…

Krabkheit als Chance

Oder: Der Sommer, der sich wie ein Winter auffuehrte.

Ich habe eine fette Erkaeltung, gefuehlt die fetteste seit Jahren. Das gibt mir die Chance, ohne schlechtes Gewissen bei schoenstem Wieder-Sommerwetter am Computer zu sitzen statt Gartengeraete zu schwingen.

Letzte Woche naemlich hatte das Sommerwetter Urlaub, stattdessen gab’s am 3. Juni das hier:

Naeh, wat hatten wir’n Spass! Zwei, drei Zentimeter nasser Schnee blieben mindestens den ganzen Tag liegen, es war kalt und usselig, und somit fehlen uns jetzt nur noch der Juli und der August als bisher schneefreie Monate. Der Chef hatte sich frei genommen, weil er an den Bienen arbeiten wollte, aber bei solchen Temperaturen will man ja keinen Deckel aufmachen. Ich hatte Termine in Grande Prairie, insofern wurden meine Plaene nicht durchkreuzt. Die Ziegen waren entsetzt. Wahrscheinlich gar nicht schlecht, dass ich mit dem Garten so weit hinterher hinke. Heute morgen zeigte das Thermometer uebrigens wieder nur 4 Grad, und jetzt sind die Tomaten draussen. Muessen sie durch!

Fruehsommermorgen in Sunset House

Es ist Ende Mai, definitiv. Woanders ist da Sommer. Hier zwar irgendwie auch, aber nur, weil Fruehling nicht wirklich stattfindet. Als ich gegen sieben Uhr rausging, sah ich das hier.

Die Tiere stoert sowas natuerlich schon laengst nicht mehr. Schliesslich liegt kein Schnee, und es friert auch nicht wirklich. Emmi prueft die Luft, d.h. in Wirklichkeit guckt sie neidisch (sind Hunde neidisch?) hinter dem kleinen Roten her, das mal wieder allein unterwegs ist, wichtig „checken“.

Mancher ist aber um sieben noch nicht so wirklich wach…

Andere sind schon mit so einer Art Fruehstueck beschaeftigt (allerdings wiedergekaeut, pre-processed, sozusagen)

Nur das Lila-Lama ist schon auf dem Posten und laesst sich die Sonne, die heute offiziell um 5:25 aufgegangen ist, auf den Latz scheinen. (Als ich gestern nach Mitternacht das kleine Rote reinliess – das noch eine spaete Checker-Runde drehen musste -, war es nicht wirklich dunkel!)

Und hier ist das Ergebnis des gestrigen Arbeitstages im ersten Sonnenlicht: Gartenzaun ist fertig. Nix mehr Ludwig in den Kartoffeln, und keine Ziegen mehr in den Himbeeren. Fuer letztere kommt vielleicht diese Hilfe zu spaet, aber die Kartoffeln sind noch nicht im Boden fuer dieses Jahr. Ueberhaupt ist noch nix im Garten ausser Geruempel vom vorigen Jahr. Es wartet eine Herkuleanische Aufgabe auf mich, aber ich bin streckenweise optimistisch. Es ist schon ein bisschen wie ein weisses Blatt Papier, wenn auch mit Flecken drauf…

Derweil wachsen im Haus merkwuerdige Topfpflanzen…

Wildfires – neue Folge

HISTORICAL DATA TO DATE
Gesamtzahl Braende Gesamte Brandflaeche (ha)
Waldbranddaten 2011 528 421,531.75
5-Jahres-Durchschnitt 570 2,582.69

Die obige Tabelle (die ich fuer euch mal uebersetzt habe) zeigt, was wir gestern wieder aus relativer Naehe erlebten: Alberta brennt heftig.

Die Zahlen, denke ich, sprechen fuer sich und ich muss das nicht uebersetzen: ueber 400.000 Hektar sind verbrannt – ich kann mir das auch nicht annaehernd vorstellen. Und die Saison ist immer noch am Anfang. Vorgestern morgen wurde ich wach mit Rauchgeruch in der Nase. Bin natuerlich sofort rausgegangen, um zu gucken. Alles war neblig-rauchig, aber nirgendwo schien eine Quelle zu ein. Wir haben dann abgewartet und wissen bis heute nicht genau, wo der Rauch herkam, der sich mit aufsteigender Sonne dann verfluechtigte. Aber in Grande Prairie (nochmal zur Erinnerung: ca 150 km westlich) und etwa eine Stunde suedlich von uns, bei Adam und Katrin, war er auch. Wenn man aus Sunset House rausfaehrt, ist der Horizont rundum rauchverhangen.

Der Samstag bescherte uns auch wieder eine frische Brise, die natuerlich die Feuer gut am Brennen haelt. Und gestern kam Gereon von den Bienen zurueck und meinte, er habe Wassertanker ueber den Snipe Lake fliegen hoeren. Und dann sahen wir schon eines von den Flugzeugen, die Chemikalien verteilen, ueber unser Haus fliegen. Ein Anruf bei Dieter, der brav auf dem Turm sitzt und auf uns aufpasst, ergab: etwa 40 km westlich von uns war innerhalb kuerzester Zeit ein heftiger Waldbrand entstanden, man vermutete (weil es kein Gewitter gab), verursacht durch Camper. Das absolute Feuerverbot, das ein paar Tage herrschte, war naemlich kuerzlich wieder aufgehoben worden, und schon zuendeln sie wieder. Auf dem Weg zu Adam und Katrin (neue Solaranlage begutachten!!! Bei denen kommt der Strom jetzt aus der Steckdose, und ich gebe zu, ich bin ziemlich neidisch!) sahen wir noch zwei Loeschflugzeuge und folgten ihnen bis zum Snipe Lake – leider waren wir zu langsam. Statt des erhoffenten Auftankvorganges sahen wir am See nur zwei Adler – ist ja eigentlich auch viel schoener.

Aus aktuellem Anlass

Was bei uns nur dem Poleshed das Dach abgehoben hat, , naemlich der heftige Windverursachte und verursacht noch groesste Schaeden in der Provinz.  Weil ich hier umgeben von Baeumen sass, konnte ich es nicht sehen, aber Dieter wies mich telefonisch darauf hin, und auf dem Weg nach Grande Prairie, um den Mietwagen zurueckzubringen, konnten wir es sehen: Riesige Rauchwolken im Osten (und das bei heftigem Ostwind!) von einem Feuer in der Naehe von House Mountain, und der ganze Blick nach Grande Prairie neblig von einem grossen Feuer im Sueden, in der Naehe von Fox Creek. Und gerade sagt mir Dieter, dass Slave Lake von den Flammen ueberrollt wurde. Da waren wir ja mit Helga noch letztes Wochenende. Offensichtlich hat es die zustaendigen Behoerden ueberrascht, noch mittags hatte man eine kleine Hoffnung, ungeschoren davonzukommen, doch dann verstaerkten sich die Winde bis auf 100 km/h und drehten, und die Stadt war zeitweilig eingekesselt. Hinzu kam ein Zusammenbruch der Telekommunikation, die Radiostation konnte nicht mehr senden und ist inzwischen auch verbrannt.

Dieter war gestern kurz auf „seinem“ Turm und berichtete, dass die junge Frau, die ihn vertritt, ebenfalls aufgrund der Feuer ganz kurzfristig von ihrem vorigen Turm evakuiert wurde. Sie hat einen Rucksack und einen Schlafsack mitnehmen koennen, man gab ihr 5 Minuten. Dieter befuerchtet, dass inzwischen ihr gesamtes Hab und Gut am Turm verbrannt ist, darunter zwei Webstuehle.

Nicht schoen, nicht schoen. Wen es interessiert, der kann hier, schon fast makaber, die Feuerchen brennen sehen. Wir sind in der Region „Lesser Slave“.

Poleshed Cabrio

Der Himmel ist blitzeblau. Es kann sich naemlich aufgrund des Stuermchens kein Woelkchen halten, auch ein Wuermchen haette auf einem Tuermchen wahrscheinlich schlechte Karten. Schon gestern abend blies es heftig, als ich den Balkon aufgeraeumt und dann dort den Abend mit Salat, Wein, Baba und Sudoku (ich bin da neu und noch in den ersten heftigen Stadien der Infektion…) verbracht habe. Das Aufraeumen war ein Seligkeitsding, was aussieht wie nach einem Sturm, habe ich mit viel Schwung und Spass ueber die Reling gekippt, Ludwig fand das ziemlich entnervend.

Heute morgen dann, nach einer stuermischen Nacht, das, worauf ich schon lange gewartet hatte. Das Poleshed-Dach flattert froehlich im Wind!

Da wird der Chef ja einen Spass haben, wenn er heute zurueckkommt! Beklagen duerfen wir uns nicht. Zum einen uebe ich ja Gelassenheit, mit wechselnden, heute sehr guten Erfolgen. (Das waere heute uebrigens anders, wenn es regnen wuerde – oh weh!). Zum anderen hat die Plane uns erstaunliche viereinhalb Jahre brav alles trockengehalten, was wir darunter gelagert haben. Ob wir aber heute noch eine neue bekommen, ist fraglich, immerhin sind manche Geschaefte doch Sonntags geschlossen. Und wie und wann wir das naechste Mal nach Grande Prairie kommen, steht natuerlich auch in den Sternen, haben wir doch im Moment gar kein Auto, das faehrt.

Das kann mich aber alles kaum anfechten. Ich werde heute trotz warmen Wetters den Kuechenherd ordentlich heizen und Kuchen backen, Martha’s Marble Pound Cake und Martha’s Lemon Poppyseed Pound Cake. Ich habe naemlich irgendwie mehr oder minder ploetzlich um die 100 (in Worten: EINHUNDERT) Eier zuviel. Pro Kuchen etwa 5 Eier, Moment mal, schnell rechnen, hab ich ja geuebt… das sind dann nur 20 Kuchen, und schon waere mein Problem geloest.

Ein Biber macht noch keinen Fruehling

Aber zwei vielleicht doch! Zwar hat es offensichtlich in der Nacht ein bisschen Frost gegeben, und gestern hat es heftigst geregnet, aber heute morgen ist der Himmel wieder strahlend blau, und in der fruehen Sonne steigt Nebel ueber den vielen Tuempeln im Wald auf. Und das, was ich mit schlaftrunkenen Augen zuerst als Bisam ansah, entpuppte sich als ein Biber auf der Durchreise. Obwohl ich die Hunde erst nach ein paar Minuten rausgelassen habe und der Biber laengst ausser Sicht war, gingen sie noch zielstrebig in seine Richtung. Sind aber alle heile zurueck!

Heute ist P (wie Palle… wir hatten da frueher mal so ein Buch, mein „kleiner“ Bruder und ich 🙂 allein auf der Welt. Und fest entschlossen, nur Seligkeitsdinge zu tun. Na ja, von den echten Pflichten mal abgesehen. Gestern sind der Chef und die Chef-Mutter mit einem schniekeligen Mietwagen Richtung Rockies getuckert. Leider hatten sie auch viel Regen gestern, aber fuer heute sagt der Wetterbericht Sonne an. So dass Helga hoffentlich noch die bisher verpassten Wapitis aus der Naehe und in bunt sehen kann. Sind ja bei Jasper bekanntlich immer angeschraubt…

Den Fruehling erkennt man uebrigens noch daran, dass das Spuelwasser, positiv betrachtet, einen goldenen Ton hat. Weil es naemlich gerade mal wieder aus dem Teich kommt. Weil naemlich gerade mal kein Auto so richtig fahren will. Gestern habe ich es nur sehr muehsam aus GP nach Hause geschafft, nachdem wir morgens schon den Chevy gegen den Plymouth tauschen mussten, weil ersterer noch vorm Postamt aufgeben wollte. Aber das ist glaube ich nicht so schlimm, denn ich habe mich in GP eingedeckt mit Gruenzeugs und Milch und drei Tage halte ich allemal durch.

Freitag war ich ja auch in GP, und da waren die Haenge am Smoky River noch grau mit einem allerwinzigsten Hauch gruen. Helga hatte sich so gewuenscht, noch Blaetter zu sehen. Und vorgestern abend, als wir zu den Bienen gingen, waren sie ploetzlich da! Die Flusshaenge waren gestern deutlich gruen, und das Gras scheint auch ratzfatz zu spriessen. Ist auch besser so. Die Ziegen scharren buchstaeblich, und Ludwig hatte ja aufgrund seiner sitzenden Lebensweise heftige Verdauungsprobleme, die nunmehr mit Frischkost und Rohfaser behoben zu sein scheinen. Jedenfalls steht er wieder frueh auf und geht frueh zu Bett, erschoepft von den vielen Grabearbeiten. Entlang der Strasse finden wir ueberall kleine Krater, die bei der Suche nach Schmacko-Wurzeln entstehen.

Die Fotos vom Eis auf dem Dugout und von heute liegen 14 Tage auseinander, und vorgestern hatten wir 20 Grad.

Nachfolgend eine Aufnahme der beruehmten (beruechtigten?) Lamalaus, die besonders im Fruehjahr bei uns vermehrt auftritt. Die Befallenen wissen oft nicht, ob sie schnurren oder knurren sollen, pflueckt doch die Lamalaus einerseits mit spitzen Lippen Heu- und Strohreste aus dem Fell und fuehrt eine mehr oder weniger sanfte Klopfmassage mit vier Endgliedmassen durch, andererseits nimmt sie aber fuer diese Behandlung gern schwungvoll Anlauf und springt aus dem Galopp auf. Man weiss nicht, man weiss nicht….

Wie kommt der Kamm in den Teich?

Trotz Biber-Aufregung haben wir ja noch mehr interessante Sachen – finde ich jedenfalls. So hoeren wir z.B. immer dies hier vom Teich. Als wir am Sonntag am Slave Lake waren, konnte ich endlich herausfinden, dass es sich um den Boreal Chorus Frog handelt, der von uns der Einfachheit halber nun „der Chorfrosch“ oder auch „der Kammfrosch“ genannt wird. Kammfrosch, weil sein Rufen verglichen wird mit dem Geraeusch, das man mit einem Fingernagel auf einem Kamm machen kann. Ein guter Vergleich, finden wir.

Parallel dazu hoeren wir, was wir erst fuer das andere Geschlecht desselben Frosches hielten, naemlich dies hier. Das ist der Wood Frog, und zusammen machen die beiden eine schoene Musik. Das ist fuer uns der „Entenfrosch“, muss ich nicht erklaeren, nachdem man ihn gehoert hat.

Knutscht der Elch? – Beisst der Biber!!

Vor lauter Schwiegermutter-Nicht-Schonen komme ich zu nicht viel. Aber jetzt ist etwas so Denkwuerdiges passiert, dass ich mir die Minuten nehmen muss.

Gestern abend sass ein sehr genervter Dieter (vom Feuer-Wach-Turm) bei uns zum Abendessen, liebevoll von Helga mit mundgerecht in Stuecke zersaebelten Butterbroten versorgt. Weil er naemlich beide Haende und ein Bein verbunden hat, jede Menge Wunden genaeht mit etwa 30 Stichen. Und das kam so:

Morgens frueh ging Dieter zu seinem Generatorhaeuschen am Turm. Der Generator lief, es war also ein bisschen geraeuschvoll. Direkt neben den Stufen zum Haeuschen sass ein Biber. Beide sahen sich erst im letzten Moment, und der Biber erschrak sich so, dass er sich sofort auf Dieters Bein warf und dort festbiss. Mit dem „freien“ Bein trat Dieter nach ihm, so fest er nur konnte. Dabei rutschte er aus und fiel auf den Ruecken. Der Biber stuerzte sich dann sofort auf seinen Oberkoerper, Dieter wuergte ihn mit beiden Haenden. Dabei biss der Biber ihn in die Haende, lieber haette er das Gesicht genommen, aber das konnte Dieter verhindern. Als er es dann schliesslich bis nach Valleyview in die Notaufnahme geschafft hatte, liess man ihn dort etwa vier Stunden warten, und dann diagnostizierte der Arzt eine bereits beginnende Infektion im Bein. Nun hat er einen Katheter in der Hand und darf zweimal taeglich zur IV-Verabreichung von Antibiotika antanzen.  Das hoert sich an wie aus einem Billigfilm, aber Dieter ist durchaus glaubwuerdig. Und er hatte die Beweise. Eine Krankenschwester, die schon seit 35 Jahren im Dienst ist, meinte, sie habe das in dieser Zeit einmal erlebt. Dieter betrachtet es als den ultimativen Staatsbuergerschaftstest – den er ja nun wohl leider verloren hat, obwohl ihm die kanadische Staatsbuergerschaft bereits erteilt wurde.

In diesem Zusammenhang weise ich noch einmal daraufhin, dass der Biber das kanadische Wappentier ist…

Keine Schonung fuer (Schwieger-)Muetter

Waer ja noch schoener, wenn Urlaub bei den Hoe’s auch noch Erholung sein koennte! Und so wird Helga frueh noch vor sechs in die Thermohose gepackt und zum Swan Lake gefahren, wo die beiden dann ihren Fischfreuden nachgehen, bis das Limit erfuellt ist (fuenf pro Nase). Das Ergebnis gefaellt auch mir: Raeucherforelle!

Deswegen sieht es heute morgen hier auch schon wieder so aus – Nebel, der keiner ist, liegt ueber dem Hof, dem Dugout und – wie ich von meinem Schreibtisch aus sehen kann – sogar ueber der Strasse!

Wenn sie nicht angeln gehen darf, muss sie wandern, die Helga. Gestern erneut zum Hochsitz, weil der Chef mal das Uhu-Nest mit dem Fernrohr anschauen wollte. In den letzten Tagen ist der Schnee rapide geschmolzen, aber im Wald sind Teile unseres Weges noch so schneebedeckt, dass diejenigen von uns, die nicht Fraeulein Smillas Gespuer haben, leicht mal die tragfaehigen Stellen um zwei Zentimeter verpassen und – ups! – bis ueber’s Knie versinken. Doch Helga ficht das nicht an, schliesslich hat sie auch den Hoe-Nachnamen, da koennen so kleine Haerten einen nicht abschrecken. Und so ziehen die beiden ueber das „Elchfeld“, waehrend die Autorin (that would be me 🙂 ) es sich auf dem Hochsitz gemuetlich macht, den Flugverkehr ueber Hoe-Land dokumentiert (gestern mindestens vier Flugzeuge, du meine Guete!), die Sonne und die Stille geniesst und ueberhaupt…

Uhu hin –

und Uhu rueck.

Der Uhu bzw. die Uhus haben uebrigens, wie der Chef mir dann berichtete, insgesamt sieben halbe Huehner verkimmelt seit letztem Sonntag. Da hatten wir naemlich geschlachtet, und er hatte die Reste zum Hochsitz geschleppt. Ich hatte mich schon gewundert, wo die so schnell hin verschwunden waren… Dieser Tage werden wir also wahrscheinlich auch noch einen handzahmen Uhu haben… Und ich hoffe, bald Fotos von den Jungtieren zu bekommen.

Auf dem Rueckweg musste ich dann mal am Ende des kleinen Biberteiches, der gerade auftaut, auf einem Baumstamm probesitzen fuer den Platz, an den mal eine Bank soll. Also ich faende diese Aussicht z.b. gut:

Vor wenigen Tagen bin ich da noch mit den Hunden drueber gewandert – haette ich gestern mich nicht mehr getraut.

Ach, aber so eine kleine Wanderung am Nachmittag reicht ja nicht als Programm, wenn man schon nicht angeln geht. Also haben wir Helga vormittags noch in den Chevy gepackt und sind mit ihr zum Little Smoky, genauer, zur Alderridge Bridge gefahren. Leider konnten wir da noch nicht an den Fluss, Suedufer oder so, also noch Tiefschnee. Aber ein Stueckchen vorher ging’s. So haben wir eine ganze Weile am schmutzigbraunen Wasser gestanden und den Eisschollen zugeschaut, wie sie vorbeitrieben oder vor unserer Nase abbrachen und loszogen. Das ganze immer begleitet von Gaenserufen und Enten-Ueberfluegen. Und natuerlich blauer Himmel ueber allem. Und mit viel Wohlwollen meint man schon eine ganz geringe Farbveraenderung in den Baeumen zu sehen, oder??? Jedenfalls will ich das.

Der Schnee schmilzt, wie gesagt. In den Strassengraeben fliesst es, wenn auch nicht so ueppig, wie wir es schon gesehen haben. Unser Dugout ist nach wie vor zugefroren, doch interessanterweise steigt der Pegel. Das ist sehr erfreulich, und bei einer kleinen Kontrolle heute morgen stelle ich fest, dass er tatsaechlich voll ist! Wasser fuer die Ziegen haette ich also nun, fehlt mir „nur noch“ Futter.

Hier sieht man auf dem Foto vom gesunkenen Dugout vorne rechts im Bild denselben Schlauch (allerdings schneebedeckt) wie auf dem obigen Foto, deutlich hoeher ueber dem Eis.

So, jetzt aber fruehstuecken, waehrend Mutter und Sohn sich wahrscheinlich zum letzten Mal fuer diese Saison auf dem Eis amuesieren. Fuer heute sind 18 Grad UEBER NULL angesagt – da staunt ihr aber!