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Jetzt ist der Sommer wirklich vorbei

Und schon wieder schreibe ich – ich Gutes. Was ich gar nicht erwaehnt hatte, war wohl, dass der arme Emmy-Hund sich das Bein gebrochen hat! Kam von einer der ueblichen Kojotenscheuchereien (jedenfalls glaube ich das) zurueck und das rechte Hinterbein war unterhalb des Sprunggelenks viel zu flexibel, und dolle geschwollen. Hinzu kamen noch so einige Schuerfwunden am Bein. Wir vermuten, dass sie beim Rasen in irgendetwas haengengeblieben ist. Das ist jetzt so 4 Wochen her. Natuerlich an einem Samstag. Anne-Marie hatte Dienst und hat geroentgt. Man konnte kaum was sehen. Also wohl nix schlimmes. Gegipst. Es hat nicht lange gedauert, da hatte Emmy die ganze Fuellung aus dem Gips gepuhlt, aber weil sie im Grossen und Ganzen so zufrieden und schmerzfrei schien, haben wir das mal still in Ruhe gelassen. Nach drei Wochen erneutes Roentgen, sah nicht so schlecht aus, Gips ab. Und da merkte man die Bescherung: Es war naemlich Knochen falsch geheilt, anscheinend waren vorher auch alle Baender, Sehnen und was den Apparat sonst so zusammenhaelt, gerissen. Das Bein deformierte sich in Richtung Hockeyschlaeger, nach aussen. Karla war ziemlich entgeistert und erzaehlte mir von dem einzigen anderen derartigen Fall, den sie bis jetzt hatte. Der hatte bis zur erfolgten Reparatur durch Spezialisten in Edmonton 5000 Dollar gekostet. Das war nun wirklich keine Alternative fuer mich. Die naechste Moeglichkeit waere Amputation gewesen, na ja, und ganz am Schluss haette man immer noch einschlaefern koennen. Karla hat dann aber mal Preise eingeholt fuer Platten und selbstschneidende schicken Chirurgenstahl-Schrauben und mir die OP fuer bezahlbares Geld angeboten – sicher fuer sie auch eine gute Gelegenheit, Erfahrung zu sammeln. Und so hat das Huendchen nun eine Platte, diverse Schrauben und einen huebschen Draht in Form einer Acht im Hinterbein. Und kriegt sogar vom Chef bevorzugte Behandlung, wie man leicht erkennen kann 🙂 Es duerfen gern unterstuetzende Genesungswuensche in den Aether geschickt werden, denn wie mancher sagen wuerde: noch simmer nit laengs et Schmitz‘ Baeckeschen.

Und noch mehr Hardware, diesmal fuer die Ziegen. Die sind ja notorische Futterverschwender, und wo einmal jemand drauf getreten hat, macht die Kontaminierung alles total ungeniessbar. Das ist teuer! Lange haben wir an selbstgebauten Futterraufen ueberlegt, aber mangels Zeit hat das nie was gegeben. Jetzt war ich es leid und habe einen Sheep and Goat Feeder im Landhandel erstanden. Heute morgen erfolgreich, trotz einer fehlenden Schraube und trotz freundlicher Hilfe der ganzen Bande, aufgebaut. Und das bisherige Probefressen war sehr vielversprechend. Bis auf die Tatsache, dass der kleine Herr Toggenburger es geschafft hat, sich gleich ganz in den Trog zu legen. Davon – von den Raufen, nicht den Herren Toggenburger – brauche ich glaube ich noch zwei. Oder so.

Ganz schnell mal ein paar Toenchen!

Die Gaense fliegen jetzt in grossen Gruppen, durchaus mal mehrere Hundert, ueber uns hinweg. Noch fliegen sie auf die Felder zum Fressen und dann wieder zurueck zum Schlafen auf den See. Hier ist eine Seite, wo man sich anhoeren kann, was ich jetzt ganz oft hoere, nur viiieeeeel mehr davon.

Sommer-Zusammenfassung, 3. Teil

Die Gaense organisieren sich! Fuer diese Woche ist noch irgendwann Schneeregen angesagt. Gestern begleiteten mich sieben Schwaene im Tiefflug ein Stueck am Highway entlang. Ich hatte Muehe, nicht in den Graben zu fahren und habe auch zwischendurch mal angehalten, um sie mir in Ruhe anzuschauen. Einfach schoen!

Kathrin, die ein bisschen bei uns gewohnt hat, ist nun in Grande Prairie, und Gereon und ich sind wieder allein im Haus. Ungewohnt, nach drei Monaten praktisch ununterbrochenem Besuch. Hier noch ein paar Sommerschlussbilder.

Kartoffelernte war gut, als einzige Ernte dieses Jahr. Wie das mit der Intelligenz der Bauern und der Groesse der Kartoffeln ist, na ja… Das kleine Ding, das da im Chefarm schlaeft, war eines von zweien, die in der Praxis zum Einschlaefern oder vielleicht zur Unterbringung abgegeben worden waren. Runa und ich haben sie mit nach Hause genommen und mit Flaeschchen und Spritze so lange gepaeppelt (etwa eine Woche), bis sie alleine fressen konnten. Und der Chef hat Mutterstelle uebernommen, jedenfalls zeitweise. Ich habe sie dann an eine hoffentlich nette Frau vermitteln koennen. Bei einem unserer Trips nach Grande Prairie wurden Runa und ich von einem Haus (!) ueberholt, das mitsamt Pilot-Truck vorne und Pilot-Truck hinten Strich 110 fuhr, ohne Ruecksicht auf Verluste und mit wenig Respekt vor Gegenverkehr, der natuerlich prompt beim Ueberholen am Horizont auftauchte. Ich fand das gar nicht gut. Dabei habe ICH, eine ansonsten anstaendige Fahrerin, bei just diesem Trip mein erstes Speeding Ticket bekommen!! Ein freundlicher RCMP-Beamter schaffte es, nach einiger Zeit mir klar zu machen, dass er mit seiner Lightshow mich meinte. War ich doch 20 km zu schnell gefahren, so ein Mist. Kleine 136 Dollar spaeter waren wir dann wieder unterwegs, brav langsam – und wurden von besagtem Haus ueberholt. Die Welt ist ungerecht. Ach, und den kleinen Hund haben wir endlich beerdigt, Runa und ich. Der ruhte nach wie vor in der Truhe, das war ja kein Zustand. Jetzt habe ich einen Platz, wo ich schon mal hingehen und im Geiste mit ihm konferieren kann. Der Winter kommt, und noch ist nicht klar, wer meine Fuesse waermt.

Bald ist schon wieder Vollmond. Der letzte sah so aus:

Sommer-Zusammenfassung, 2. Teil

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, also blendet sie mich auch nicht 🙂 Alfred greint schon wieder, er hat schwerstes Hormonsausen, nachdem er zwei Ziegendamen beglueckt hat und jetzt anscheinend auf den Geschmack gekommen ist.

Nach der Shaftesbury Ferry haben wir uns, sozusagen auf den letzten Druecker, eine Tagestour an den Lesser Slave Lake gegoennt. Ich war da bisher nur einmal entlang gefahren und hatte nicht viel gesehen. Der See ist fast 90 km lang, und am Ostende ist eine Vogelbeobachtungsstation. Die haben wir auf Empfehlung von Katrin angesteuert – guter Tip! Eine sehr moderne und durchdachte Anlage, wie es scheint, mit einem sehr schoenen Hostel, das man mieten kann. Wir sind ein wenig am Strand entlang gewandert, haben Huehnchen und einen Kojoten gesehen und uns die warme Sonne auf’s Haupt scheinen lassen. Auf weitere Empfehlung der freundlichen Mitarbeiterin in der Station zogen wir dann weiter zum Marten Mountain, einem Berg ganz in der Naehe, auf dem sich auch ein Fire Lookout befindet. Jetzt, im Spaetsommer, wirklich ein sehr schoener Platz. Und freundlicherweise war die Baerenfamilie, die wir schon auf dem Hinweg gesehen hatten, fuer den Rueckweg noch einmal angetreten fuer ein Foto.

Baeren uebrigens hat Runa bei ihrem Aufenthalt deutlich mehr gesehen als Elche, 5:0!

Eine andere Tour fuehrte uns zur Dunvegan Bridge, die Richtung Fairview ueber den Peace River fuehrt. Es gibt dort einige historische Gebaeude von Fort Dunvegan, einer Niederlassung der Northwest Company oder der Hudson’s Bay Company oder wie auch immer (man moege mir historische Unkorrektheit verzeihen) und eine Gaertnerei, wo wir Crab Apples gepflueckt haben und in der – weil sie ab Oktober geschlossen ist – schon der Weihnachtsbaer tobte. Jede Menge Weihnachtsbaeume im vollen Ornat. Ein wenig befremdlich bei strahlendem Spaetsommerwetter.

Immer, wenn ich den Peace River sehe, denke ich an die ersten weissen Siedler hier und wie das wohl gewesen sein mag, so ohne Weg und Steg und natuerlich ohne Bruecke.

Mehr aus diesem Theater in Kuerze. Heute ist ein Trip nach Grande Prairie angesagt, mit Kathrin und zu Gudrun. Es ist draussen 5 Grad, aber immerhin noch plus. Der Wetterbericht verspricht auch fuer die naechsten fuenf Tage anstaendiges Wetter, wechselnd wolkig zwar, aber mit nur geringen Frostgraden ueber Nacht und nur sehr vereinzelten Niederschlaegen. So koennen wir uns noch ein bisschen an den jetzt in immer groesseren Gruppen fliegenden Gaensen erfreuen.

Sommer-Zusammenfassung, Teil 1

Eigentlich wollte ich fuer euch eine Zusammenfassung des Sommers schreiben, ergaenzt durch ein schoenes Sortiment an Bildern. Aber jetzt ist es schon wieder spaet, und die Sonne scheint mir so helle ins Gesicht, dass ich nix sehen kann. Also erstmal nur ganz kurz:

Den halben August und den ganzen September war Runa hier, und wir haben sehr, sehr viel gearbeitet, und ich bin ohne Ende dankbar. Und zur Belohnung haben wir einige wenige kleine Touren gemacht. Und davon gibt es ein paar Bildchen. So waren wir auf einem Markt in Dixonville, noerdlich von Peace River. Und auf dem Rueckweg, nachdem wir uns in Peace River mit Lebensmitteln eingedeckt hatten, haben wir die „scenic route“ genommen, am Nordufer des Peace River entlang und dann mit der Shaftesbury Ferry ueber den Fluss und ueber Watino zurueck. Sehr nett.

Ich befuerchte, mehr gibt’s heute nicht – die Sonne scheint gar zu schoen, und es gibt draussen bestimmt noch was netteres zu tun.

Neues aus Baellibjuh

Ihr habt ja ein Glueck, dass ich heute schon wieder Bildchen schicke!

Da fuhren der Chef und ich vorgestern abend durch die Gegend, um einen Schwarm Bienen einzusammeln. Ich fahr ja gern mit, zum einen, weil wir uns sonst selten sehen im Moment vor lauter Arbeit, und zum anderen, weil ich auch nach ueber 6 Jahren immer noch gern hier durch die Gegend fahre und mich umschaue. Manche finden es langweilig, ich gar nicht. Und so schaue ich und schaue ich und sehe am Strassenrand in einem gerade mal mannshohen (oder fraushohen?) Weidenbusch dieses:

Da hat sich der Chef aber geaergert, dass er nicht noch einen Kasten bei sich hatte! Und ich war ein bisschen stolz, dass ich das so im Vorueberfahren tatsaechlich ohne Brille richtig erkannt habe. Brave Imkersgattin! Also musste er am naechsten Morgen richtig frueh los, diesmal mit Kasten, und hat diesen Schwarm auch einfangen koennen. Macht wohl bis jetzt insgesamt sieben (SIEBEN!!!) Schwaerme. Fuer Zeit und Spritgeld. Nicht schlecht.

Gestern in der Praxis gab es dieses kleine Wesen:

Sowas zuechten die ueberuebernaechsten Nachbarn. Gehoert wahrscheinlich in die Kategorie der Dinge, die die Welt nicht so ganz dringend braucht. Aber knuffig war es schon. Sechs Wochen alt.

Und auf dem Weg, mein Auto abzuholen, das mal wieder eine kleine medizinische Versorgung brauchte in meiner Lieblings-Autowerkstatt, wo immer eine Katze auf den Papieren sitzt und der Chef ausnehmend nett ist, jedenfalls also auf dem Weg dorthin sehe ich das:

Der Besitzer kam gerade aus dem Laden und so konnte ich erfahren, dass es ein Baujahr 1962 ist, also etwas juenger als mein damaliger Erst-Kaefer, und dass er noch jede Menge VW’s zu Hause hat, u.a. ein Baujahr 1956 (guter Jahrgang!), mit Winkern und Reserve-Umschalthebel. Als ich bemerkte, dass dieser blaue Kaefer aber ja wohl kein Original-Lenkrad habe (es war so ein kleines Rallye-Teil), meinte er, nein, dies sei sowieso kein Originalzustand, nur der Lack sei noch der alte, aber ansonsten handele es sich um ein Go-Fast-Car. Die Raeder z.B. sind von einem Porsche. Als er dann losfuhr, hoerte ich es auch: Ganz eindeutig hatte das mehr als 48 PS unter der hinteren Haube! Aber auch in seinem Kaeferlein war der Ruecksitz rausmontiert. Ob er wohl auch grosse Hunde hatte, wie ich vor ewigen Zeiten?

Heute wieder Farmers‘ Market – haltet mir die Daumen. Wir brauchen Geld. Gerade warnt schon wieder meine Air Card, dass ich mich dem Download-Limit naehere. Zu und zu schade. Regen ist gemeldet, den wir auch fuer die Bienen dringend brauchen.

Schoenen Tach noch!

Sonntagsluxus mit Bildchen

Nicht vom eigentlichen Sonntagsluxus, der besteht naemlich darin, dass ich hier sitze und schreibe, waehrend Gereon mit den Jungs unterwegs zum Sweathouse Tower ist, Bienen durchsehen und den Turm besteigen. Ich hingegen habe bis jetzt nur alle Tiere versorgt und gemolken. Und Butella-Brote gegessen! Und Tee getrunken. Kaffee gekocht. Mit der Omi telefoniert. Gemuetlich rumgesessen und sonst nichts getan.

Nach dem Rodeo in High Prairie ist nun Rodeo in Valleyview. Zum Rodeo gehoert ja immer auch die so genannte Fair, ein schwer zu beschreibendes Ereignis, in dessen Verlauf es einen Schreibwettbewerb gibt, zum Beispiel, bei dem ich wieder als Richterin geladen wurde (*stolz*). Und jeder kann seine Erzeugnisse oder kreativen Produkte ausstellen, es gibt Klassen fuer alles moegliche, also Eingemachtes, Backwaren, Blumen, Gemuese aus dem Garten, Getreide vom Feld, Genaehtes, Gesticktes, Gestricktes, Fotografiertes, sonstwie Gebasteltes. Tiere mit und ohne Verkleidung oder Aufgabe. Und es gehoert auch die Parade dazu, in der die oertlichen Unternehmen und Organisationen geschmueckte Wagen die „Hauptstrasse“ entlang fahren. Die Tierarztpraxis war natuerlich auch dabei, und wir haben den ersten Preis in der Kategorie „Einzelfahrzeug“ gemacht. Wieviele Teilnehmer in der Kategorie waren, weiss ich nicht, aber ich glaube, es waren immerhin vier. Bilder habe ich noch nicht, aber ich war mit Zora und Lulu (!!) dabei. Die Jungs fuehrten Hunde, und Lulu, mit rotem Halsband und passendem Fuehrstrick, benahm sich vorbildlich und wanderte brav mit mir. Der Fussweg zurueck zum Beginn der Parade, wo wir das Auto geparkt hatten, war lustig. Strassenueberquerungen, hier sowieso selten ein Problem, weil die Autofahrer sehr hoeflich schon aus weiter Ferne anhalten, wurden zum Spass, weil sie nicht nur anhielten, sondern auch winkten und lachten. Wer geht schon mit Greyhund UND Ziegenbock an der Leine durch die Kleinstadt??!! Eine Einladung zur Langzeitpflegestation haben wir auch. Dort hat man gern schon einmal wohl erzogene Tiere, um die Pflegepatienten aufzumuntern. Und Lulu weiss sich in der Tat zu benehmen.

Als wir dann Richtung A&W fuhren, um die Jungs mit Hamburgers zu versorgen, sahen wir ein typisches Bild fuer’s Rodeo-Wochenende:

Steht’n Pferd an’er Tanke!

Und noch ein kleines Bildchen von einem grossen Mann und einem kleinen Schwein, die mich in der Praxis besucht haben. Das Schweinchen ist wohl Verwandtschaft von Ludwig und Lili. Seine Mama wusste nichts mit den neuen Kinderlein anzufangen, drei starben, aber die ueberlebenden beiden werden nun von Al und Anne, den Besitzern, mit dem Flaeschchen aufgepaeppelt, und Al, der Klempner ist, nimmt sie immer mal mit auf seine Touren. Sie reisen auf dem Beifahrersitz in einer Klappkiste mit Einstreu, und das Flaeschchen ist immer dabei! Seeeehr niedlich. Und erstaunlich laut und energisch. Es wollte doch tatsaechlich sein Knippeisen-Naeschen unter meine Schuhe schieben und mich umkippen – tztztz!

Ich glaube, jetzt muss noch ein Butella-Brot her. Und dann muss ich leider den Ofen anschmeissen, um Spuelwasser zu produzieren. Das ist ein heisser Wermutstropfen bei dem schoenen Wetter, das wir heute haben: Sonne, blauer Himmel, nicht zu warm, eine kleine bis mittlere Brise. Ziemlich ideal. Bis auf den Ofen eben. Aber man kann nun mal nicht alles haben! Hat man uns schon immer erklaert, oder?

Ach, und dann noch was totaaal wichtiges: Ich bin doch nun die zukuenftige Leiterin des in der weiten Umgebung beruehmten Valleyview Farmers‘ Market. In einer Hauruck-Extrem-Basis-Demokratischen-Abstimmung wurde ich ohne Gegenkandidat(in), allerdings mit – wenn ich das richtig gesehen habe – zwei Enthaltungen gewaehlt. Ich bin ziemlich nervoes, aber meine Foerderer sagen, ich schaffe das. Nach der Wahl wurde mir allerdings gratuliert und auch kondoliert – das gab mir doch etwas zu denken. Aber ich schaffe das, ich bin fest entschlossen. Und wenn ich mir nur zwei neue Feinde mache, dann ist das sicherlich ueberschaubar.

Summer is the busy season!

Im Sommer ist irgendwie immer schrecklich viel zu tun! Daher nun erst jetzt der Versuch eines Updates. Irgendwie ist mein Cursor verschwunden, das macht die Sache sehr interessant. . .

Und gar nicht spassig. Jedenfalls: Die Jurte ist da! Und nach einigen Irrungen und Wirrungen, in deren Verlauf ich mich fragte, ob wohl bei Jurtenkaeufen auch Ehen in die Brueche gehen (ich bin sicher, dass das passiert!!!), steht sie auch. Wobei ich sagen muss, dass der Herr Hoe. am wenigsten stachelig war. Aber es waren einfach zu viele Menschen ansatzweise am Aufbau beteiligt, um das ganze zu einem Erfolg im ersten Anlauf werden zu lassen. So ging die Plattform gut hoch, vielleicht, weil ich mich ferngehalten und Bob und Gereon einfach in Ruhe gelassen habe. Aber das wilde Sortiment von Kleinteilen in Form zu stoepseln – that’s a different story! Und so krachten uns an einem Sonntag mehrfach die schoenen knallrot lackierten Dachstreben auf die Schaedel – bis ich total entnervt war und – fast muss man sagen – gluecklicherweise Gewitterwolken aufzogen, die uns zum Unterbrechen zwangen. Die Jurte stand dann eine Woche unter unserer Heuplane und am folgenden Wochenende habe ich allein und in aller Ruhe die Streben eingebaut – ohne weitere Beulen. Und wenn man Ruhe hat, ist das Aufbauen eigentlich sehr schoen. Alles ist sehr logisch und simpel und dadurch schoen.

Dann kamen Montags die Jungs aus Deutschland an und mussten voruebergehend im Haus untergebracht werden. Erst am darauffolgenden Wochenende haben wir es geschafft, die Jurte „anzuziehen“, d.h. die Filze und die Aussenhaut aufzulegen. Und nun sind die Jungs umgezogen. Im Moment, 10:28, schlafen sie anscheinend noch. Der Chef hatte fuer heute Sonntag verordnet, nachdem es in den letzten Tagen mal spaet geworden war beim Bienen-Umsetzen und Honigschleudern.

Inzwischen regnet es immer mal wieder, was fuer das Wachstum in Garten und Feld natuerlich prima, zum Arbeiten nicht immer so angenehm ist. Meine langen Roecke sind untenrum immer quackenass, wenn ich nur Salat schneiden gehe. Und heute morgen gab es am Dugout schon wieder dicke Fuesse vom Lehm. Im Garten sieht alles prima aus, natuerlich auch das Unkraut. Aber seit ich auf Gudruns Kraeuterwanderung gelernt habe, dass Vogelmiere so irre gesund ist, sehe ich das noch entspannter als ohnehin schon. Und serviere dem Chef und den Jungs dieselbe im Salat. Alles nur lieb gemeint… Das „Staudenbeet“ ist mal wieder voellig ausser Kontrolle, also erfreuen wir uns mehr an den huebschen Kartoffelblueten.

Die Ziegen waren phasenweise im gruenen Paradies, aber inzwischen haben sie wirklich einen ziemlichen Kahlschlag verursacht und ich fuettere. Alfalfa-Rechteckballen haben wir gekauft, 200 Stueck. Und es stehen noch 300 Ballen „normales“ Heu aus. Hoffentlich regnet es da nicht immer wieder drauf. Reichen wird es sowieso nicht, befuerchte ich, weil ich naemlich noch immer nicht sehr engagiert den Ziegenverkauf vorangetrieben habe.

Ich hatte zwei weitere sehr erfolgreiche Maerkte – wurde auch bald Zeit. Und die Bienen arbeiten, wie Bienen halt so arbeiten – fleissig. So bleibt nach wie vor die berechtigte Hoffnung auf eine gute Honigernte und damit schoene Einnahmen. Ich bitte um besondere Beachtung fuer den High-Tech-Honey-Truck! Ach ja, und zwischendurch war auch die nette Daisy wieder bei uns ueber’s Wochenende und hat den Jungs geholfen, Staemme aus dem Dickicht zu zerren. Die duerfte gern immer bei uns wohnen, die Gute!

Und jetzt muss ich mich sputen. Heut‘ ist naemlich Rodeo in High Prairie, und die Jungs koennen unmoeglich nach Hause geschickt werden, ohne einmal ein Rodeo gesehen zu haben. Yeehaw! (oder wie man das schreibt…) Hoffentlich gibt’s keine Unfaelle, das ist immer meine grosse Sorge.

3 INCHES!

Es muss jetzt einfach mal hier geschrieben werden. Fuer euch Leser ist es nicht so wichtig, aber fuer uns koennte es sehr bedeutsam werden: In den letzten 24 Stunden sind bei uns fast drei inches, also 7 cm Regen gefallen!! Gereon meint, er kann sich nicht erinnern, dass wir schon mal soviel so schnell hatten. Die Ziegen waren einmal mehr entgeistert, die Lama schrumpfen sehr, wenn sie nass sind. Gegen 9 Uhr abends haben wir es in einer kleinen Pause geschafft, die armen Zickis in die Staelle zu lassen – und siehe da, heftige Niederschlaege wirken wie -25 Grad: Alle 20 passen in zwei Staelle plus unter ein Vordach!! Gereon: Sind sie also up-ge-smartened (DAS ist Denglisch). Ludwig wollte allerdings nur unter lautstarkem Protest den von ihm in Abwesenheit der Ziegen annektierten und leicht umgestalteten Stall (Kuehlchen fuer Baeuche mussten gescharrt werden…) aufgeben. Die Lamas mussten draussen ausharren. Heute morgen sah ich, wie Hector keinesfalls mit den Fuessen ins Wasser wollte, und da dachte ich mir, dass das wahrscheinlich die ersten ernsthaften Pfuetzen seines Lebens sind.

Wir sind nun sehr optimistisch, was die Honigernte angeht. Die Bienen waren schon vor drei Tagen dabei, jede Menge Honig einzutragen, aber wenn es jetzt nach dieser Feuchtigkeit wieder warm wird, dann sollte das den Nektarfluss nochmals deutlich anregen – und das waere himmlisch!  Auf dem Farmers‘ Market in Grande Prairie habe ich naemlich ausgezeichnet verkauft am letzten Samstag, und so brauche ich Nachschub.

Jurte im Anmarsch!

Langsam werde ich nervoes! Yves, der Jurtenlieferant, hat den Termin vorgezogen, passt mir prima. Am Montag abend erwarte ich also den grossen Truck mit zwei anscheinend lustigen Herren, von denen zumindest der eine Schweizer ist. Wenn euch das auch ein bisschen interessiert, gibt’s Bilder hier. Ich bin ziemlich beeindruckt. Sie waren schon bis Albuquerque und Alaska. Und dann Sunset House. Welche Weltlaeufigkeit 🙂

Ich denke, ich werde ihnen stilecht Elch servieren und Kartoffeln – da muessen sie durch.

Es gibt ein Bild, da steht was von erhoehtem Aufbau als Schutz vor Baeren. Da muss ich ein bisschen lachen… So hoch kommt der Baer immer, glaube ich. Gestern habe ich Baerenkot auf dem Saegewerksplatz entdeckt. Mich macht das nervoes! Gereon lakonisch: Ja, den hab ich schon vor ein paar Tagen gesehen. Die Nerven sind nicht gleichmaessig verteilt auf dieser Welt, echt!