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Blondgelockten jungen Maennern

und ihren Bitten kann ich schlecht widerstehen. Hier also nach fast einem Monat ein kleines, bebildertes Update – obwohl nicht wirklich viel Sichtbares passiert hier am Schnepfensee.

Ausser dass es geregnet hat und nach wie vor immer mal wieder regnet. Im Moment – um 8:19 morgens, jawohl, das seid ihr mir wert an einem Sonntag – ist es auch wieder trueb und ein bisschen windig, und Regen waere moeglich. Neulich morgens sah unser Rain Gauge erfreulicherweise so aus

4 1/2 inches, das ist schon bald soviel wie wir im ganzen letzten Jahr an fluessigem Niederschlag hatten. Allerdings hatten wir da vorher einen viel schneereicheren Winter. Wir koennten also noch deutlich mehr brauchen. Dennoch, es wird gruen, wie ihr seht. Das Gruen links vom Ziegenzaun taeuscht jedoch: Die Ziegen sind seit gut zwei Wochen, glaube ich, draussen, und das Futter neigt sich schon dem Ende zu. Sie sind jetzt dabei, die ueberlebenden Koniferen zu schaelen… Und das Gruen im Garten ist, neben Kartoffeln, ueberwiegend Unkraut…

Auch sonst waechst alles. Wenn ich morgens das Tor oeffne, purzeln die Ziegenmuetter mit ihren eifrigen Kindern raus und rennen zum naechsten Futter, und bei den Huehnern ist es nicht anders. Gereons geschaetzte 30 Kueken sind geschluepft, und sie jagen schon Muecken – sehr amuesant. Es wird gerannt und gerast und man kollidiert gern auch mal in der Luft, wenn man sich dasselbe Ziel ausgeguckt hatte. Es scheint, dass Gereons Taktik aufgeht. Er hatte jeweils zwei Hennen zusammen auf etwa 12 Eier gesetzt, und die Eier waren von ihm handverlesen, er hatte nur die groessten ausgesucht. So haben wir von den geschluepften Kueken nur etwa 3 andersfarbige, der Rest ist beige oder weiss (von den Orpingtons naemlich), sie sind alle innerhalb von drei Tagen geschluepft und – oh Wunder – die Muetter vertragen sich alle, die Kueken sehen sich so aehnlich, dass es sowieso hoffnungslos scheint, sich wegen einem zu zanken, man nimmt dann halt das naechste. Und die Kueken nehmen die jeweils naechstsitzende Mutter – sehr praktisch. Fast wie ein Kibbuz oder eine Kommune oder so.

Derweil fruehstuecken die Schweine alte Eier, weil wir immer noch zuviele haben. Ludwig und Lili finden das in Ordnung…

In der Praxis ist es arbeitsmaessig hektisch und heftig. Es gibt zwei neue Tierarzthelferinnen und eine neue Tieraerztin – was zwar zu mehr Arbeit, aber auch zu einer besseren Verteilung und weniger Stress fuer alle fuehren soll, theoretisch. Aber bis alle gut eingearbeitet sind, dauert es natuerlich einige Wochen. Und immer kommt was unerwartetes. So weiss ich nun, dass z.B. ein halber Teeloeffel Frostschutz innerlich eine Katze umbringt. Nicht schnell, aber recht sicher. Dass dicke Katzen unbedingt regelmaessig essen muessen, weil sie sonst an Fettleber sterben. Dass umso mehr Hunde und Katzen eingeschlaefert werden, je mehr Stress die Chefin (und der Chef!) haben. Dass einige Leute ohne mit der Wimper zu zucken Hunderte und Aberhunderte Dollars fuer ihre Tiere ausgeben, andere aber eher ueberhaupt nicht. Beides ist mir nicht immer verstaendlich. Uebrigens keine News von dem alten Herrn mit der Knochensaege und den appen Hoernern. Ist wahrscheinlich gut.

Hier also ein bisschen aus der Praxis: Ein Stachelschwein-Angreifer, der mit geschlossenem Maul noch ganz normal aussah. Aber dann… Es dauerte fuer zwei Stachelzieher eine halbe Stunde. Ausserdem: eine wirklich fette Katze beim Haarschnitt in Narkose. Und Bruno, der knapp 72 kg schwere Pyrenaeenberghund, den ich wirklich ausnehmend gross fand. Michelle in Tuerkis macht mal die Streichholzschachtel. Und dann, ganz ohne Tierarztpraxis, aber frisch von Keddie’s, meinem Lieblings-Farm- und Westernladen in der Stadt: Roping Dummies. Anhand dieser Rohrkaelber koennen offensichtlich auch schon kleinste Kinder das Lassowerfen ueben. Natuerlich auch solche Kinder, die eigentlich mit rosa Barbies spielen wollten… Im Hintergrund in braeunlich: Ein roping dummie in Original-, also Kaelbergroesse. Und jetzt is Schluss, mehr Bilder gipps heut nich.

Jetzt mach ich fuer den Chef und mich Rhabarberpfannkuchen zum Fruehstueck – Rhabarber ist naemlich bisher das einzige, was ich im Garten ernten kann! Schoenen Tach und gute Woche. Ach nee, hab noch was vergessen. Fuer die Jungs jetzt, die mutigen, die uns besuchen kommen: Ihr Burschen, der Plan ist, dass ihr hier drin logiert:

Natuerlich ist das ein Foto vom vorigen Standort, so’ne Berge ham wer nich. ETA 6. Juli. Aufbauplatz bereits ausgeguckt, (relativ) baeren- und wolfssicher im Hof, tatsaechlicher Aufbau noch unklar, da Haende gebraucht werden. Und Holz. Und goodwill vom Chef (das kann manchmal das schwierigste sein). Aber so ist der Plan. Wappnet euch schon mal! Jetzt aber wirklich auf Absenden druecken!

Koeniginnen im Fruehling

6:53. Der Chef ist so gegen fuenf Uhr (eklig) losgefahren, um seine neuen Koeniginnen in Grande Prairie am Flughafen abzuholen. Zehn Stueck hat er sich bestellt, da sollte der Spass ja garantiert sein. Kein Wunder, dass ich mich manchmal ein bisschen ueberfluessig fuehle 🙂 Woher die Damen kommen, hat er sozusagen nicht gefragt. Aber gestern abend hat er bis 11 Uhr an ihren neuen Quartieren gebastelt, kleine Hofstaate schonmal eingebaut sowie Vorratskammern. Und da die Koeniginnen schon ihren Hochzeitsflug (daher wahrscheinlich der Name Honeymoon…) hinter sich haben, hoffen wir, dass sie gleich ans Werk gehen und Milliausen Bienen-Eierchen legen.

Nachdem ich die kleine Pomona gemolken habe, die aber leider keine leckere Milch gibt, goenne ich mir heute also nochmal ein bisschen Zeit am Rechner, bevor ich dann hoffentlich endlich in den Garten gehen kann – und die Gedanken an die auch noch ausstehende Steuererklaerung, an den ewigen Spuel, die Unordnung und andere Kleinigkeiten einmal mehr in den Hintergrund draenge. Ich hab ja mal wieder nette emails bekommen, von unbekannten Menschen, die mehr ueber meinen Mann wissen als ich wahrscheinlich jemals wissen werde, und die mir Komplimente schicken. Manchmal denk‘ ich, ich haett‘ mal besser vorher eine kleine Umfrage gestartet…

Gestern abend z.B. (Achtung Bruno und Lion!!), da musste er unbedingt los, zu den Bienen, die jetzt in den Loewenzahnwiesen stehen. Nach eineinhalb Tagen ohne Zaun hatte naemlich der eine Stand schon Besuch von den Petzen. Allerdings noch ohne Schaden. Also Zaun flugs gebaut. Doch die Petze waren schon wieder da, einen sah der Chef selbst, einen anscheinend anderen der Landbesitzer, der daraufhin sofort anrief. So reiste gestern abend „die Waffe“ mit. Auf meine Bemerkung, dass ich hoffte, es gehe ohne Schuesse aus, meinte der Chef: Natuerlich, das hoffe ich auch. Aber wenn ich ihn mitten zwischen den Bienen erwische – dann muessen die Jungs eben Baerenfleisch essen. – Und strahlte dabei. Maenner. Ich versteh‘ sie nicht. Na ja, es ging ohne Schuesse, aber zwei Baeren hat er gesehen, er tippt auf Mutter und Tochter. Ganz nah, aber hoffentlich schon vom Zaun ordentlich abgeschreckt. Der Chef strahlte wieder. Baeren sind ihm eine grosse Freude. Er findet sie niedlich mit ihren dicken Hinterteilen (das sagt er jedenfalls selbst), und er wuerde sie ohne mit der Wimper zu zucken abschiessen. Tztztz.

Derweil wurden zuhause die beiden letzten Ziegenkinder fuer dieses Jahr (hoffe ich jedenfalls) geboren. Die besinnliche Blanca spuckte einen Knaben und ein Maedel aus. Offensichtlich kann der eher unscheinbare Herr Alfred gute Kinder machen, und ebenso offensichtlich hat er eine Neigung zu Maennern. Bald muss ich mir Verstaerkung suchen. Obwohl, das ist wahrscheinlich sehr subjektiv. Immer noch neigt sich die Ziegenwaage mehr zu den Maedels. 9 Jungs und insgesamt 17 Maedels, all heads counted.

Hier sind wir also:

Ansonsten: Es regnet immer mal wieder, so dass der Dugout beruhigend angestiegen ist. Leider sind die Temperaturen kaum ueber 20 Grad, fuer die Bienen duerfte es gern deutlich waermer sein. Fuer mich nicht. Ich finde es ziemlich wundervoll, dass nach wie vor kaum Moskitos unterwegs sind. Doch das wird sich jetzt ganz schnell aendern. Die haben bestimmt zu Millionen in den Startloechern gesessen bzw. sitzen teilweise noch. Und zaehlen bis drei – aber dann aber!

Die Kartoffeln sind in der Erde endlich, dank der Chef-Aktivitaeten. Crystal, meine wunderbare Friseurin, sagte neulich noch, mit mehr als einem Hauch Ironie: Wie? Ein Mann, der gern Kartoffeln isst? – Wie ungewoehnlich…

Draussen steht der abgesetzte Herr Alfredson in der Sonne. Seit Tagen schreit er sich die Kehle heiser, weil er keinesfalls ohne seine Mama im Herrenclub sein will. Seiner Mama geht das nach einem Tag der Trauerarbeit, unterstuetzt durch Hafer-Therapie, an beiden Knien vorbei. Vernuenftiges Maedchen. Ist einfach wieder zurueck zu Mama gezogen.

Das „Unkraut“ waechst natuerlich wie bloede. Die Pfingstrosen haben den Winter ueberstanden, erstaunlich, ebenso wie die meisten anderen Stauden. Manchmal wimmeln die feuchten Stellen auf dem Hof von Schwalbenschwaenzen, na ja, wimmeln ist vielleicht uebertrieben, aber fuenf, sechs auf einmal sieht man leicht. Der Chef hat Huehner auf Eiern sitzen, insgesamt 7 Hennen. Er findet, das ist besser, als die vielen Eier zu verfuettern. Ich bin mir da nicht so sicher, schliesslich produziert es mehr Huehner. Aber die will er zu Suppe verarbeiten (lassen…). Nun denn. Leben und Sterben in Alberta. Im Moment mal wieder ein heikles Thema fuer mich, das noch einiger geistig-seelischer Arbeit (Achtung, hier wieder fuer den Herrn Schu ;-)) bedarf.

So, jetzt noch ein Teechen, und dann arbeiten – oder doch lieber wieder ins Bett???

Und es schneit!

Immer noch, bzw. immer wieder.

Inzwischen etwa 24 oder 25 cm. Die Schweine sind entsetzt, die Ziegen auch nicht froehlich, die Lamas lassen sich nix anmerken, sind aber ziemlich nass. Wir haben es gemuetlich im Haus. Der Strom bei den Nachbarn ist auch wieder da. Also alles in trockenen Tuechern.

Das ist der aktuelle Blick aus meinem Fenster:

Erfuellte Wuensche

Also erstmal: Google Canada ist heute wieder lustig – pacman muss wohl ein Jubilaeum haben…

Heute morgen wurde ich wach mit dem Geraeusch von prasselndem Regen auf dem Blechdach – wunderbar. War auch so gemeldet. Im Rubbeldikaddetz fuellte sich das Regenmesserchen auf ueber ein Inch. Matsche zwar, unzufriedene Ziegen, Schweine gingen gleich wieder ins Bett nach Pruefung der Luftfeuchtigkeit – aber ich war ja sooo froh. So gegen 9 sahen die Tropfen irgendwie seltsam aus. Und jetzt schneit es seit 10 Uhr, also gute sieben Stunden. An einem Stueck. Mindestens 10 cm. Woraufhin der Chef (Brett, Karlas Mann, nicht der Herr Hoe…) mir auch den Nachmittag freigegeben hat, nachdem ich mir den Vormittag wegen eines Termins schon genommen hatte. So hielt ich denn auf dem Rueckweg von der Post bei den Nachbarn auf ein Taesschen Kaffee an. Da war der Strom ausgefallen, auch bei der naechsten Nachbarin. Und dann wird es ja bei denen gleich kalt, das schnurlose Telefon geht natuerlich nicht mehr, und der Backofen auch nicht. Es kam noch Nachbar Jim von down the highway vorbei, und ploetzlich kam das Gespraech auf Margarets winzige Kueken. Da fiel uns allen ein, dass die ja ohne Strom auch keine Waermelampe hatten. Also Nachbar Jim in den Truck gehuepft, schnell einen Generator aus der Werkstatt geholt, angeschlossen – knapp gerettet. Semi-platt hingen sie schon aufeinander, die armen kleinen Dingerchen! Um mich herum krachen ueberall Aeste runter, weil der Schnee natuerlich schwer und nass ist und die Blaetter, die ja schon auf den Baeumen sind, ihn prima festhalten. Ich hab dann auch mal meine Pflaenzchen lieber reingestellt. Und fuer heute Abend die Nachbarn zu Reibekuchen eingeladen. Ich hab naemlich einen Holzofen, einen Generator mit (hoffentlich) noch genugend Benzin und eine Handreibe fuer die Kartueffelkes – also no problem. Da bin ich schon ganz schoen froh. Aber seht euch das Rain Gauge an – ist das nicht schoen?

Das war um 10:15. da war es noch harmlos. Ach ja, und inzwischen gibt es eine offizielle Snow Fall Warning, anscheinend erwarten sie insgesamt bis zu 20 cm.

Ich finde das so schlecht gar nicht. Man weiss ja, dass der Winter jetzt wirklich bald vorbei ist, im Garten habe ich noch nichts, und dieses Wochenende ist das so genannte May Long Weekend, offiziell Victoria Day. Ich weiss nicht genau, warum. Ist mir auch egal. Wir wohnen jetzt auf der gegenueberliegenden Seite vom South Shore Resort, einer neuen „Wochenendanlage“ – zum Lachen. Aber natuerlich wollten die fuer dieses lange Wochenende alles fertig haben, und gestern war auch in Grande Prairie schon wieder der Baer los, weil das so das erste Wochenende ist, wo alles raus an irgendein Wasser faehrt und grillt und angelt oder was weiss ich denn, was Menschen auf Campingplaetze treibt – mir raetselhaft. Bei diesem Wetter wird das wohl ein bisschen eine Herausforderung werden. Ich bleib mal in Ofennaehe. Muckelig.

Froehlich-feuchte Gruesse… jetzt mit Nachschlag!

Das gab’s gestern:

Natuerlich kann mein dilettantisches Foto nicht wiedergeben, wie bezaubernd die Damen und wie rosig Toertchen und wie ueberhaupt nett das alles ist. Und dabei hatte ich die Schoki noch gar nicht entdeckt – oooh!

Von Bob gab’s auch Schoki – da hab ich wohl was richtig mitgeteilt!

Und von Margaret Schoki-Birthday Cake.

Und heute gibt es das:

Und das!

Schade, dass ich keine Geraeusche schicken kann. Das Prasseln der Tropfen auf dem Dach ist – Achtung, Herr Schu! – Balsam fuer die Seele. Naeh, aber in echt: Zwar sehe ich vor mir die Ziegenboecke, die krampfhaft versuchen, den Tropfen auszuweichen. Natuerlich hat der dickste den Stall fuer sich allein, die anderen muessen sehen, welches Ende sie unter den Ueberhang parken wollen. Aber seit ich gucke, ist das Regenmesserchen schon um ein achtel Inch gestiegen, drei Millimeter? Daeh, haett ich mal besser nix geschrieben, es wird weniger mit den Tropfen.

Die kleinen Ziegeriche (jawohl, zwei Jungs) fallen wahrscheinlich unter die Schoki-Kategorie. Eines hat Gloeckchen, eines ein blankes Haelschen. Eines hatte sich die Odette schon unter den Nagel gerissen, da habe ich eben erst mal sortieren muessen. Aber jetzt ist die Neumutter mit ihren Kindern im Trockenen und scheint sie auch beide zu wollen. Da muss der kleine Herr Alfred sie gleich am ersten Tag erwischt haben, und anscheinend kann er (fast) nur dunkelbraune Jungs. Hoffentlich ist das ein Irrtum. Two more to go!

Lieber Gregor, nein, ich hab es natuerlich nicht vergessen, aber ich hatte soviel anderen Krams. Lauf nicht weg, naechstes Jahr komm ich wieder, und wenn nicht Pfeil, dann gibt’s auch woanders was zu heben.

Nun haltet mal alle schoen die Daumen fuer mindestens noch bitte – na, wir wollen nicht gierig sein – ein halbes Inch. Aber lieber keine Kueken bei dem Wetter. Ach, und fuer naechste Woche werden Tiefsttemperaturen um den Gefrierpunkt gemeldet. Wie bei euch…

NACHSCHLAG!

Da komm ich dann gestern (also ich schreibe am 20., wie man sich jetzt bitte denken muss) nach Hause und rede mit dem Chef ueber die kleine Ziegenverwirrung am Morgen, und irgendwie passt das nicht zu dem, was er mir sagt. Bis ich frage: Ja, wieviele haben wir denn? – Sagt er: Ja, vier natuerlich!

Da hat dann Odette sofort nachgelegt:

Ich liiiieeebe kleine Ziegen – hatte ich das erwaehnt? Kaum koennen sie stehen, muessen sie auch schon zuckige Bewegungen machen und huepfen (natuerlich mit Umfallen). Odette hat eine neue kleine Gisela und einen dicken Burschen – der hauptsaechlich schon steile Haare macht. Jetzt warten wir nur noch auf Blanca, aber das kann nicht mehr lange sein.

Der Mai ist gekommen!

Oh du dickes Ei! Da hatte ich so allerhand geschrieben, und dann ist der Rechner haengengeblieben, und nu isses wech. Ob das so sein muss? Also noch mal. Als erstes lege ich euch den Link zu der (in my opinion) wunderbaren Seite von Jana, meiner diesjaehrigen Hamburger Spinnlehrerin, ans Herz. Ich finde ihren Umgang mit Farben ziemlich genial. Und da hatte ich eine ebenso geniale Ueberleitung zu meinem Wochenendkurs in Grande Prairie. So eine Art Einfuehrung in die Arbeit mit Bachblueten. Dachte ich. Keine Ahnung hatte ich, dass das so richtig ans Eingemachte gehen wuerde, auch wenn es schoene Farben beinhaltete. Und so bin ich nunmehr platt wie ein Pfannkuchen, wenn auch nur im uebertragenen Sinn, und habe mir frei genommen heute. Und geniesse den Tag, auf Anweisung meiner neu entdeckten und ueberaus spannenden Heilbehandlerin Gudrun P. Ich sag’s euch, was das Leben einem so alles vor die Fuesse legt/wirft/stellt, manchmal/meistens muss ich mich nur wundern. Nicht alles finde ich immer lustig, aber das liegt bestimmt an mir :-))

So, zwischendurch mal eben den draft saven, so’ne Verluste hab ich nicht so gern. Und mal eben eine email lesen. In drei Monaten ist naemlich Bunko-Tag. Erfahre ich soeben, wusste ich aber auch schon. Und freue mich wie bloede! Freuen wie bloede kann eigentlich nur ausgesprochen gesund sein. Trotzdem verrat ich nix, bis zur Freigabe. Ach ja, und da faellt mir ein, was ich noch schreiben wollte und was den Rechner (beim Bildersuchen) wohl hat stuerzen lassen, was mich aber auch sehr gefreut hat. In Debolt gibt es seit kurzem (das aelteste ist hoechstens 3 Wochen alt) V I E R  Mini-Mulis! Muetter sind Canadians, also vorwiegend schwarze, mittelgrosse, stabile Pferde. Die einzige Rasse, von der die Kanadier sich einbilden, dass sie sie selbst gebastelt haetten. Ob das stimmt und ob das wichtig ist, weiss ich nicht. Jedenfalls ist es das Nationalpferd und erinnert mich ziemlich an die gute alte Anne. Und Papa ist ein Riesenesel, einer von vieren, die da auf der Weide rumwandern. Und die Mini-Mulis sind zum Klauen niedlich. Gestern war ich ohne Knips und ausserdem nach dem zweiten Kurstag total platt und nicht mehr aufnahmefaehig. Aber am Donnerstag fahr ich wieder in die Stadt, und dann aber!! Ich kenne naemlich die Besitzerin fluechtig, und die laesst mich bestimmt knipsen. Und ich finde natuerlich, dass der Herr Hoe. gefaelligst als Geburtstags-Herzenwunsch ein Passgespann von jungen, energetischen, ausserordentlich entzueckenden Mulis haben moechte, zum Selbst-Erziehen und Ohren-Kraulen. Wie ich ihm diesen Wunsch, dem ich dann selbstverstaendlich gernstens entsprechen wuerde, einpflanzen kann, muss ich mir noch ueberlegen. Er kann ja manchmal ein wenig dickwandig sein, der Herr Hoe. Vielleicht fang ich mal mit Fotos an. Die Frau hat auch ein Passgespann Rieseneselwallache zu verkaufen. . .

Der Symphonievogel schreit ohne Unterlass, so eine Art Beethovens Fuenfte oder so. Variation Nr. 27 wahrscheinlich. Auch die Wasserfallvoegel (Redwinged Blackbirds) treiben sich ums Haus rum. Heute morgen hab ich Kraniche gehoert, aber nicht sehen koennen. Dabei haben sie mich wie Haensel und Gretel ein ganzes Stueck rausgelockt, vielleicht auch wie Hans-Guck-in-die-Luft, aber no such luck. Egal, hoeren ist auch schoen.

Kueken gibt es immer noch keine. Das wundert mich einerseits, andererseits glaube ich fest, dass wir nicht nur EIN Wiesel, sondern eine ganze Wieselfamilie mit einem strahlenden Haarkleid irgendwo haben muessen. Ich bin ueberzeugt, dass dieses Tierchen leicht ein halbes Dutzend Eier taeglich auch aus den Nestern klaut. Und alles, was leichtfertig erreichbar fuer Hunde, andere Huehner und Schweine draussen gelegt wird, wird sowieso gefressen.

Und wenn man gefressen hat, dann muss man ruhen. In der Sonne. Immer. D.h. es gibt verschiedene, tageszeitabhaengige Lieblingsplaetze.

Es ist anstaendig mai-artig hier. Richtig warm. Immer noch kaum Moskitos – etwas Gutes muss die Trockenheit ja haben, hatte ich das schon geschrieben? Wahrscheinlich. Blauer Himmel. Waldbraende. Bei Debolt brennen 300-500 Hektar. In Grande Prairie flogen immer die Wasserbomber ueber uns hinweg, gefuehlt pausenlos. Das brennt jetzt schon seit etwa einer Woche, aber noch gilt es als ausser Kontrolle. Bei Edmonton brennen oder brannten, das weiss ich nicht, 2500 Hektar! Das ist dann gar nicht mehr lustig. Mindestens eine Farm ist abgebrannt, und was da sonst noch so alles bei hinne geht, da mag man gar nicht drueber nachdenken.

Wachsen tut noch nicht viel, der Garten war vor einer knappen Woche praktisch noch kahl. Das aendert sich langsam, Schnittlauch explodiert, dito Liebstoeckel. Und natuerlich die Blaetter auf den Baeumen. Der Chef hat was neues gebaut. Als er mit den Stangen ankam, dachte ich doch tatsaechlich naiv, er habe sich meinen Wunsch nach einem Dreibein fuer meinen Sky-Chair sofortissimo zu Herzen genommen. Ziemlich bloede von mir, das haette ich nun wirklich wissen sollen. Die Idee ist naemlich, dass wir ein Netzstrom-Weidezaungeraet haben. Ob wir dafuer ausreichend Strom produzieren koennen/wollen, das weiss ich nicht. Der Chef behauptet kuehn, dass ja. Waere besser. Denn wenn nicht viel waechst, wollen die Ziegen auf die andere Zaunseite – immer. Und dabei werden sie ziemlich erfinderisch und auch schlag-resistent, befuerchte ich.

So, mehr faellt mir nicht ein. Zur Feier der diversen Tage schenke ich euch hier noch einen kleinen Blumenstrauss:

Begegnungen

Google sieht ja heute irgendwie niedlich aus. Und meine Nachbarin hat mich schon angerufen, um mir „Happy Mother’s Day“ zu wuenschen. Da merkt man, dass man doch etwas naeher an den USA ist. Und Runa hat mich darauf hingewiesen, dass ich irgendwie auch Glueck habe, dass an der Uni nicht fuer diesen Anlass gebastelt wird. Stimmt. Ist auch besser so. Ich habe blauen Muttertagshimmel, den ich lieber grau und regnerisch haette. Aber immerhin gab es gestern Nacht und auch heute Morgen ein paar Troepfchen, der Regenmesser zeigt etwa 1/8 inch, was wohl so um die 3 Millimeter waeren.

Gestern hatten wir ein Gespraech ueber Stachelschweine (weil manche Menschen naemlich wie Stachelschweine sind, jawohl, friedlich, aber nicht fuer die Naehe geeignet). Stachelschweine sind ja sehr knuffig. Eigentlich schade, dass man selten von zahmen hoert. Ich kenne sie leider nur platt auf der Strasse, aber angeblich fressen sie ja Haeuser an und derlei Nettigkeiten mehr. Und sind eben nur mit aeusserster Vorsicht zu „geniessen“. Wir fragten uns, ob die Stacheln wohl nachwachsen, wenn das Schwein ein paar in einen „Feind“ gepflanzt hat. Und ob Stacheln generell einem aehnlichen Zyklus unterliegen wie Haare. Weiss das jemand??

Und dann kommt heute morgen Emmi von ihrem Sonntagsausflug so zurueck:

Gut, dass wir gerade nachgelesen hatten: Das Schwein dreht einem bei gefuehlter Bedrohung den bestachelten Hintern zu. Wenn das nix nuetzt, schnattert es. Wenn das immer noch nix nuetzt, haut es mit dem kurz, aber boese bestachelten Schwanz um sich. Die Stacheln, die sich dort sehr leicht loesen, sind an beiden Enden geschlossen. Bei Waermeinwirkung, also nach Einpflanzen im Feind, stellen sich die Widerhaken an der Spitze auf und verhindern ein leichtes Entfernen. Wenn man die Enden abschneidet, entweicht die Luft aus den hohlen Stacheln, so dass die Entfernung etwas leichter gelingt. Gereon nimmt trotzdem an, dass die Dinger fast einen Zentimeter tief in der Emmi-Schnauze steckten. Man muss mit einer Zange ordentlich packen und ziehen, nachdem man die Enden abgeschnitten hat. Emmi fand das nicht sehr lustig, aber sie war kooperativ. Wenn die Stacheln nicht entfernt werden und an noch unguenstigeren Stellen sitzen, koennen sie nach innen wandern und zu Spaetschaeden oder auch zum Tod fuehren. Unser Verdacht ist jetzt, dass es schon den ganzen Winter ueber das Stachelschwein war, das Gereons Wabentuerme durcheinandergeworfen und dabei unidentifizierbare Spuren im Schnee hinterlassen hat. Emmi hatte Glueck. Es waren nur neun Stacheln, alle ganz vorne in Nase und Schnauze. Sie war wohl klug genug, nicht reinzubeissen – das fuehrt wirklich zu ekligen Ergebnissen, die ich in der Praxis immer mal wieder sehe. Mit dem Zaehmen des Schweins wird es sicher nichts werden, aber waere das nicht ein prima Wachschwein, wesentlich wehrhafter als Ludwig? Zu und zu schade, und das gilt genauso fuer die entzueckenden Stinktiere. Manches geht einfach nicht. Pumas und auch ein paar andere Raubtiere schaffen es wohl manchmal, die Schweine auf den Ruecken zu flippen, und das ist dann das Ende des Schweins. Aber es geht auch manchmal boese fuer die Raeuber aus. Auch lasen wir, dass die Stachler zwar sehr gut, wenn auch langsam klettern, hin und wieder jedoch abstuerzen. Von den in den USA untersuchten Exponaten in Museen wiesen 35% geheilte Knochenbrueche auf. Tztztz!

Mehrere Moeglichkeiten

Es gaebe jetzt mehrere moegliche Ueberschriften:

Ade Fortschritt?!

Mein kurzer Ausflug in die Welt der Aepfel.

An apple a day is enough.

Auf jeden Fall: Das iphone ist wieder im Laden. Das muss ich wohl nicht haben. Ich glaube, das ist nur was fuer Menschen, die Zeit und Lust haben, noch mehr rumzubloedeln als ich das sowieso schon tue. Die halbe Zeit hatte es keinen Empfang. Jede geoeffnete Internetseite musste ich erst anzoomen, damit ich ueberhaupt was sehen konnte (ich bin aelter, wir erinnern uns!). Emails holte es trotz push-Einstellung nur bei Oeffnen der Applikation. Gmails konnte ich ueberhaupt nicht ohne Vergroesserung lesen. Die Batterie hielt deutlich nicht lange. Der Wecker – seid mir still. Das Vibrieren konnte ich nicht abstellen. Das ist dann wohl nicht der Fortschritt, den ich brauche. Gluecklicherweise hatte ich so vorsichtig gespielt, dass es keine Kratzer hatte. Und so habe ich jetzt wieder ein altmodisches Blackberry mit Tastatur, die ich fuehlen kann – ade Bunko! Und bin ausserdem um 58 Dollar reicher! Ha!

Der Fortschritt – in mehreren Kapiteln

Fortschritt, das 1. Kapitel
Zuerst der High-Tech-Fortschritt, jedenfalls fuer manche Leute. Er begann mit einem Rueckschritt, naemlich mit dem tastenweisen Schlappmachen meines Blackberrys. Schon dieses Teil hatte ich ja unter Vorbehalt erworben, wollte ich mich doch eigentlich nicht in die Yuppie-Kategorie einordnen (lassen). Zumal es dann ja eigentlich ORPPIE haette heissen muessen: Old Rural Professional People. Was dann wiederum gut zu unseren Orpingtons gepasst haette. Was aber ja Huehner sind. Doch ich schweife ab. Kann ich, weil hier naemlich die Tasten funktionieren, wie schoen. Jedenfalls. Ein neues Handy musste her, denn wenn einem keine A’s und P’s mehr zur Verfuegung stehen, ist auf einem so genannten Smartphone sogar das schlichte Waehlen einer Telefonnummer oder Eingeben einer email-Adresse recht anspruchsvoll bis voellig unmoeglich. Langer Rede kurzer Sinn: Nu isses ein iphone geworden. Ich kann (noch) nicht sagen, dass ich uebergluecklich bin. Worauf der ganze Hype basiert, hat sich mir bisher nicht erschlossen. Vielleicht, hoffentlich finde ich es noch raus. Sonst waer es ja schade um das schoene Geld (obwohl, war nicht soooo teuer). Was mich beeindruckt, ist die relative Heu-Sicherheit der Hardware. Das ist wichtig, fuer mich jedenfalls. Die Schutzhuelle fuer den/die/das Touchscreen (hat der/die/das auch’n deutschen Namen?) konnte ich leider (noch) nicht anbringen, weil ich das Ding natuerlich sofort verschmiert habe, mit fettigen Fingern und was man hier sonst noch so hat. Doch das muss es aushalten…

Fortschritt, das 2. Kapitel
Das ist fuer mich eigentlich ein wichtigerer Fortschritt, weswegen er auch mit Bild dokumentiert wird. Einer schnellen Eingebung folgend (warum bin ich da nicht schon laengst drauf gekommen?), habe ich mir selbst fliessendes Wasser installiert. Seht euch das an!

Wer uebrigens weiss, warum die Bilder tun, was sie tun, naemlich beim Anklicken ueber den rechten Rand hinweg wachsen, der moege mir das bitte mitteilen – danke schoen auch.

Fortschritt, das 3. Kapitel
Parallel zu den obigen enormen Entwicklungen an diesem Wochenende hatten wir auch seit gestern wieder Chris und David zu Besuch. Und alle gemeinsam (ausser ich…) befassten sie sich mit der neuen Frau in Gereons Leben: der Marianne!

Wie man vielleicht erkennt, ist die Marianne eine ganz Fleissige, wie Mariannes so sind, gelle? Obwohl Chris schon anmerkte, dass sie auch hinter jedem (Quad) herlaeuft. Aber das gehoert hier so, Marianne hat die dicksten Staemme ohne Mucken aus dem Wald geschleppt. Als sie fuer heute fertig war, sah es im neu bevoelkerten Lumberyard oder auch Sawmill Yard oder auch auf dem Saegewerksplatz so aus:

Chris (in ihrer neuen Camouflage-Hose) und Emmi (in ihrem Ganzjahres-Kleidchen) fuehrten die Oberaufsicht, ich habe mich zurueckgehalten und bin nur zu kleinen Inspektionsgaengen in den Wald gewandert. Stattdessen habe ich mich, wie bereits beschrieben, hier im Hause dem Fortschritt gewidmet. Und aufgrund meiner allgemeinen Verbuschung bin ich von Besuch ja auch oft ueberwaeltigt, von manchem weniger, von anderem mehr.

Noch ein kleiner Nachtrag, sozusagen auch ein drittes Kapitel, zu dem alten Herrn, der seinen Kuehen die Hoerner absaegen wollte: Am Freitag war er schon wieder da. Jetzt wollte er dann doch Antibiotikum. Die eine Kuh habe so Schwellungen um die Augen rum. Ja, sagte Karla, das sei wohl schon mal so, wenn man Kuehen auf diese Tour und so spaet die Hoerner abmache. Man gab ihm also die Anweisungen zur Verabreichung des Antibiotikums (mit dem ja sowieso bei uns fuer meine Begriffe EXTREM leichtfertig umgegangen wird), abhaengig von Gewicht der Kuh etc.pp. Und wie eigentlich nicht anders zu erwarten, hoerte er sich das alles an und meinte dann, ach, er werde ihr einfach sowieso 30 ml geben (das war dann die doppelte Dosis). Keine weiteren Fragen, nehme ich an… Hatte ich erwaehnt, dass es letztlich dann mit der Knochensaege funktioniert hatte?

So, Schluss fuer heute. War immerhin ganz schoen viel Fortschritt fuer ein Wochenende. Ach, einen kleinen Rueckschritt gibt es noch zu vermelden: Mein lieber kleiner Kuehlschrank, den ich super sauber gemacht hatte und den Gereon an unsere Batterienbatterie angeschlossen hatte, der hat soviel liebevolle Zuwendung mit dem Ausstieg quittiert. Im Schnitt heisst das dann wohl: drei Schritte vor, zwei Schritte zurueck. Macht eins.

So, jetzt aber wirklich. Ich muss/will noch emails schreiben, mit einer normalen Tastatur, welche Freude. Und wer mir erklaeren kann, wie ich die „App“ der Boersenkurse von diesem iphone runterkriege, der moege mir das bitte auch mitteilen. Wer braucht denn bitte sowas hier im Busch, wo Ziegen und Lamas sich schon gute Nacht gesagt haben?

April, April

Noch zwei Tage. Und gestern dann ausnahmsweise mal „gutes Wetter“ – naemlich Regen. Fuer einen deutschen Oberberger ist das ja wahrscheinlich schlecht vorstellbar, dass sich im April die Menschen so richtig von Herzen ueber Regen freuen. Aber hier war es gestern, z.B. natuerlich in der Tierarztpraxis DAS Thema. Dabei gab es dann doch nur insgesamt 1/4 inch, also mal gerade ueber 5 mm. Barely enough to settle the dust, wie man hier sagt. Aber wir sind dankbar fuer kleine Geschenke. Und weil Einbildung ja bekanntlich auch eine ist, sieht der Dugout irgendwie voller aus…
Doch jetzt scheint die Sonne, um kurz nach sieben, schon wieder vom blauen Himmel. Nach den paar heissen Tagen mit fast 30 Grad, die wir ja auch schon hatten, freuen wir uns jetzt wieder ueber die knappen Nachtfroeste und die angenehmen Tagestemperaturen. Immer noch kriegen die Moskitos nicht so richtig die Fluegel in die Luft – das ist sehr schoen so. Sollen mal noch was ruhen. Dafuer quaken jetzt die Froesche im endlich ganz aufgetauten Dugout. Schwaene sind immer und immer noch mehr gezogen. Nach den zwei „bestellten“ kamen sie zu Dutzenden, ich kam aus der Gaensehaut gar nicht mehr raus. Ob man das dann Schwanenhaut nennen sollte…? Klingt irgendwie freundlicher, oder?

Heute sitze ich hier und habe schon die Ziegendamen gefuettert und bin recht frueh dran, weil ich heute mal wieder in die „Grossstadt“ fahre. Unterm Fenster hat sich gerade der gehoernte Lulu einen Ast in den Bart gewickelt – tja, dumm gelaufen… Das ist wahrscheinlich die Strafe dafuer, dass die Burschen, wahrscheinlich mal wieder in einem Anfall von Kraftprotzerei, das alte Huehnerhaeuschen von seinem Fundament und gegen eine Birken geschubst haben. Hat wahrscheinlich ein bisschen einladend gewackelt und dann auch noch gescheppert – mehr Aufforderung bedarf es nicht, damit Ziegen aktiv werden. Aber dafuer haengt jetzt der Ast gut, haehae.

Also, Grossstadt. Heute werde ich ein neues Weidezaungeraet erwerben. Diesmal ein Markengeraet. Hoffentlich hat das dann den gleichen Effekt wie der Markengenerator, der ja auch Klassen besser funktioniert als die bisherigen Billigteile. Die Ziegen langweilen sich naemlich und wuerden zu und zu gerne draussen rumhuepfen. Auch wenn’s noch nicht wirklich viel zu essen gibt. Diesen Winter habe ich ein ungeheures Futter in die reingeschmissen. Da soll noch mal einer sagen, die seien anspruchslos. Nicht. Aber man sieht den Erfolg: Sie sind eigentlich alle prima durch den Winter gekommen, dank der kontinuerlichen Alfalfa-Knubbels, die sie essen. Ab dem 20. Mai duerfen wir mit Kinderchen rechnen. Den Baeuchen nach zu urteilen, koennten da aus drei Damen auch durchaus 8 Kinderchen rauskommen. Was ich aber nicht hoffe. Das wuerde naemlich die Anzahl der Koepfe in ungeahnte Hoehen treiben. Und der Huetehund ist mir nach wie vor nicht genehmigt. Der Herr Hoe. ist stur. Er glaubt nicht, dass ein Hund 15 Ziegen daran hindern kann, beim Knacken eines Aestchens die Flucht nach Hause anzutreten. Aber, mal ehrlich, dann waere wenigstens noch der Hund bei mir, wenn den Ast tatsaechlich der Baer niedergetreten haette, und ich bliebe nicht ganz allein im Wald zurueck. Na, ich arbeite dran, und letztlich wird er keinen Einfluss auf meine Entscheidung haben, wo kaemen wir denn da hin?

Gestern war der alte Herr mit den abzusaegenden Hoernern wieder in der Praxis – mir schwante schon was. Er wollte der Chefin von seinen Ergebnissen berichten. Er hatte natuerlich nicht die von ihr empfohlenen und mitgegebenen Hilfsmittel wie z.B. Baender zum Abklemmen der Adern genommen – nein! Es hatte dann auch geblutet, klar, aber dann hatte er, wie man ja so „allgemein empfiehlt“, Mehl auf die Schnittstellen gestreut. Und jetzt, nach 14 Tagen, tropfen die Stuempfe nur noch ein bisschen. Weil naemlich, wie ich nun weiss, eine Verbindung von diesen Hoernern zu den Nasennebenhoehlen besteht und so durch Verunreinigungen interessante Dinge passieren koennen. Und man Ziegen mit derlei Prozeduren wohl ziemlich leicht gleich um die Ecke bringen kann. Um in Alberta als Kuh bis zum Schlachten zu ueberleben, muss man schon hart sein!

Auch in der Praxis: Diverse Hunde mit Parvovirus. In Deutschland war mir das nie so aufgefallen als wirkliche Bedrohung. Aber weil Hunde voellig unkontrolliert vermehrt werden und dann verschenkt, weil die wenigsten Menschen Geld fuer einen Hund ausgeben wollen (wo kaemen wir denn da auch noch hin?), sind natuerlich auch viele Hunde nicht geimpft. Und so haben wir Parvo, Staupe, Raeude – alles feine Sachen! Eigentlich ist es total unfair, dass dann mein geimpftes und gepflegtes Hundchen einfach sterben will.

Gestern hat der Chef die von ihm nach Beschreibungen von Eliot Coleman gebastelte Broadfork mitgebracht. Das ist eine Monstergrabgabel mit breitem Ruecken und zwei Griffen. Die lasse ich entspannt im schon recht lockeren, weil misthaltigen Boden versinken und hebele dann die Schichten ein bisschen luftig, ohne sie jedoch umzustuelpen – Bodenlockerung erledigt! Geraeuschloses, stinkfreies, bodenschonendes Arbeiten. Im Gegensatz zu den hier ueblichen Rotavators, ich glaube, man das sind Fraesen. Foto folgt.

Und dann noch: Jana’s juengster Kurs in Bayern ist online. Ich bin ja nach wie vor hin und futsch von diesen schoenen Tagen in Hamburg und der Inspiration. Jana taete ich gern importieren! Spinnrad wuerde gestellt. Aber ich glaub, sie will nicht.