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Auf mehrfache Anfrage nun ein Fruehlings-Update

Dieses wurde geschrieben am 21.4., ist also schon wieder „alt“. Inzwischen hat es wieder nett geschneit, gestuermt und auch sonst noch ein bisschen haessliches Wetter gegeben. April eben. Aaalso:

Ja, ja, ja, ich schreib ja schon! Obwohl ich das hassen kann, wenn ich gedraengelt werde.
Ich sitze hier an meinem Tisch und hoere, nachdem ich es dann doch geschafft habe, meine kleinen Boxen an den Rechner anzuschliessen, CSN in ziemlich guer Qualitaet – vielen Dank, lieber Bruder! Irgendwann versteh ich auch die Technik noch mal, heute hatte ich bereits ein Aha-Erlebnis.
Deutschland also. Ganz schoen viele Autos auf engen Strassen. Dann gleich wieder Regen, und mir schwante schon Boeses. Doch diesmal spielte das Wetter ziemlich prima mit, und ich habe nach fuenf Jahren nochmal einen richtigen Fruehling gesehen, in Oberberg und in Hannover. Und mit Schafen. Und wir haben die Frau Puckendorf besucht, die eigentlich fuer Alter prima aussieht. Dass einem hin und wieder mal die Knochen wehtun, das kann ich nachempfinden. Koennt ihr die Hoechsttemperatur auf dem Thermometer sehen? OK, ein bisschen gefuscht, weil es ja da am Fenster haengt. Aber immerhin „nur“ ein Ostfenster.




Fuer meine gut drei Wochen hatte ich eine Liste mit 16 Namen, ich habe nicht alle „geschafft“ und hatte, wie auch beim vorletzten Besuch, das Gefuehl, dass die Zeit rast. Doch die Begegnungen, die ich hatte, waren sehr schoen. Nett gekakelt, gemeinsam gegessen, getrunken, und viel gelacht. Ferngesehen habe ich soviel wie lange nicht. Wer wird Millionaer? Saemtliche Zoosendungen (gefuehlt jedenfalls) und noch so ein bisschen Episodenkrams. Und dann komm ich nach Hause, und Gereon hat VIDEOS gekauft. Ich war platt. Hatte schon ueberlegt, ob ich einfach den Fernseher wieder still wegstelle. Tja. Nu wohl doch erstmal nicht.
Eingekauft, immer und ueberall. In Koeln habe ich wieder gesehen, was die Welt alles nicht braucht. Bei Anette Spitzl in Hannover dagegen fand ich viel zu viel, was ich haette brauchen koennen. Aber sicherheitshalber hatte ich ja gleich bei der ersten Koeln-Tour einen grossen Koffer erworben, nix mehr Seesack. Den habe ich dann fuer den Rueckweg auch prall gefuellt, in erster Linie mit WOLLE, jawohl. Opa hat den ganzen letzten Dienstag Vormittag damit verbracht, einmal mehr in einem raffinierten System die Wolle in Muellbeuteln zu vakuumieren. War naemlich in D soviel billiger, dass ich mich nicht beherrschen konnte. Na, und die noch freien Stellen (nicht sehr viele) habe ich mit Spitzl-Design, Birkenstocks und Manufactum-Einkauf gefuellt. Ein bisschen wie Weihnachten.

In Hannover im Berggarten rumgelaufen – wunderbar. Zwar waren wir wahrscheinlich ungefaehr eine Woche zu frueh, doch auch so wurde mir das Herz ein bisschen schwer angesichts der Vielfalt, die hier im kuehlen Kanadien einfach nicht waechst. Und die dicken Baeume – unglaublich. Und die Singvoegel! Mir ist frueher nie aufgefallen, wie viele es offensichtlich in deutschen Doerfern gibt. Dagegen ist der hier so heiss ersehnte Robin wirklich laecherlich.

Klares Wasser in beliebiger Temperatur jederzeit aus einem Wasserhahn – und wundersamerweise auch wieder weg durch den Abfluss – das ist schon schick!

Doch auch: die permanente Geraeuschkulisse, die ich wirklich als Laerm empfinde. Nie ist es mal tatsaechlich still. Irgendwas summt, brummt, braust immer, und ich meine keine natuerlichen Geraeusche. Und die wahnsinnig vielen Eindruecke, die vielen Menschen, der viele Konsum, dem man wirklich anscheinend nicht entfliehen kann. Ich merke, wie ich in einen ueblen Kauf- und Technikrausch geraten kann. Das lasse ich mal besser.

Und dann der Rueckflug. Fliegen uebrigens kann ich immer besser, bin schon fast wirklich entspannt, es plagt mich nunmehr nur noch das schlechte Gewissen. Drei Buecher auf dem Rueckflug fast fertig gelesen, unter anderem das Buch von Herrn Kerkeling, der in meiner Achtung um einiges gestiegen ist. Wieder Familien mit Winzlingskindern um mich rum, die irgendwie abwechselnd, aber dauernd schreien mussten, die armen. Groenland betrachtet und das Polarmeer und Baffin Island (glaube ich jedenfalls). Der Himmel scheint blauer und weiter als irgendwo sonst, wo ich war (ich war ja aber noch nicht an vielen Orten). Vorfreude jedenfalls auf den weiten Himmel, die kalte Luft, die wenigen Eindruecke. Der Flughafen in Calgary hilft da leider nicht wirklich. Das erste, was ich da noch waehrend der Landung sah, war allerdings eine Gans. Will man zwar nicht auf der Landebahn haben, aber gefreut habe ich mich doch. Im Flughafen dann gleich wieder jede Menge Billig-Krams aus Chinaland, und jede Menge eher nicht so tolle Buecher in der Buchhandlung. Ach ja, und schon in Frankfurt ein Deutsch-Kanadier, der 1938 ausgewandert war und sich berufen fuehlte, mir gegenueber ueber die Zigeuner und Ungarn in Bars in Calgary heutzutagezu schimpfen, die es frueher hier in Alberta nicht gegeben habe. Oh Himmel! Da wusste ich doch gleich, wohin ich unterwegs war.

Zu Hause Matsche als erster Eindruck. War mir egal, ich war sowas von muede, wollte nur noch umfallen. Am naechsten Tag sind wir dann aber gleich los, die strassenbaulichen Veraenderungen abschreiten. Sicherheitshalber nahm der Chef eine provisorische Bruecke mit. War auch besser so. Waehrend ich also in Deutschland duschte, wurde der Caterpillar angefahren, und Chris und David reisten fuer ein langes Wochenende an. Ergebnis: Ein Wegenetz von nunmehr ueber 6.4 km, asserdem mehrere Freiflaechen, davon eine fuer die Chef-Cabin am Biberteich. Dort, wo der Chef mit den Brettern wandelt, wird der Lumberyard entstehen, das Saegewerk soll dann da seine Heimat finden. Manche Wegstellen sehen im Moment noch aus wie „richtige“ Strassen, doch ich befuerchte, wenn erstmal der ganze Frost aus dem Boden ist bzw. in Form von Wasser ueber diesen laeuft, werden auch sie sich wieder in Matsche verwandeln.


Und dann hat noch Mafalda ganz anders als ausgerechnet ihre beiden Kinderchen bekommen. Sehr nett.

Das ganz normale Chaos hat mich also wieder, bzw. ich habe das Chaos wieder. Ich habe auch wenig Hoffnung, dass sich das in diesem Leben nochmal aendert. Man muss ja vielleicht nicht so ganz unbedingt eine Allwetter-Einfahrt, eine Dusche, Abfluesse (paah!) oder Tueren mit Griffen haben. Schliesslich haben wir dafuer seit gestern wieder Moskitos – wie schoen!

Schon bald Fruehlingsanfang!

Ich glaube, ich habe Gaense gehoert – machen naemlich Gaensehaut.

Und gerade stelle ich entgeistert fest, dass es tatsaechlich seit Dezember keine Bilder mehr gegeben hat. Tz-tz-tz! Nun sitze ich heute noch einmal in der (geschlossenen) Buecherei und nutze das Internet und da will ich doch noch ein bisschen was fuer’s Auge bieten. Mal schauen, was ham’n wer denn noch so…

Z.B. Lili und Ludwig, wie sie sich mir am Valentinstag vorstellten. Ludwig ist doch wohl entzueckend (das ist der mit den leicht vorstehenden Zaehnchen…)

Dann war es ja immer, immer schoen kalt, so dass heftig eisgefischt wurde. An der Stelle, wo da die vielen Autos auf dem See stehen, konntet ihr im Sommer Runa und Gereon mit dem Kanu dem Sonnenuntergang entgegengleiten sehen.
Hier noch ein paar Impressionen von den Viechern:
Da war es richtig kalt!! (Fuer die, die das interessiert: von vorne nach hinten Oma Odette, Gisela, Grimbart, Tusnelda und Tallulah, jawoll)

Ich hatte ja schon mal angedeutet, dass man hier in Alberta eher nicht kleckert, sondern eher klotzt. So auch meine Nachbarin, wenn sie denn Donuts backt. Da werden die Nachbarinnen eingeladen, jede bereitet zu Hause ein Rezept desselben Teiges vor, und dann geht das los. Ich hatte das Glueck, dass Margaret mein Rezept gleich mit vorbereitet hatte, weil es naemlich widderlich kalt war an dem Tag. Pro Rezept ist mit 10 Dutzend Donuts zu rechnen… Ich dachte erst, ich haette mich verhoert, aber als ich ankam, sah es bei den Damen schon so aus: Und dann ging das munter weiter, und nachher wurde alles wieder durch vier geteilt, abzueglich der von den anreisenden Maennern bereits gegessenen Teile 🙂 Mit 9 Dutzend Donuts bin ich also abgezogen!

Am Freitag war ich bereits zum dritten Mal bei der „Peace Country Classic“, der all-fruehjaehrlichen landwirtschaftlichen Ausstellung in Grande Prairie, am Stand der Alberta Goat Breeders Association taetig, d.h. hauptsaechlich habe ich rumgesessen und mit den Leuten gequatscht. Ist schon nett, wenn man immer mehr Menschen kennt. So vergeht die Zeit wie im Fluge. Aber ein kleines bisschen bin ich auch umhergewandert. In der Halle nebenan waren u.a. die Landmaschinen. Ich weiss ja, dass der werte Herr Nachbar kaum ins Internet schaut, aber da haette er auch seinen Spass gehabt. So sehen die entzueckenden Sprayer aus, mit denen hier Unmengen graesslichsten Zeugs ausgebracht werden Wenn man was zu ziehen hat, dann gern mal mit einem solchen Teil (Farbe finde ich ja gut!) Und hintendran haengt man dann z.B. so einen Seed Drill, eine Saemaschine (auf dem Foto natuerlich zusammengeklappt…)
So ein zusammengeklappter Seed Drill ist mir mal auf einer Schotterstrasse im Fast-Dunkel entgegengekommen – es hat lange gedauert, bis ich das Ding anhand oder trotz seiner seltsamen Beleuchtung ueberhaupt identifizieren konnte (man faehrt sich ja kilometerlang geradewegs entgegen), und dann hatte ich grosse Bedenken, ob die Hochklappteile auch tatsaechlich oben bleiben wuerden, schliesslich ist die Strassenoberflaeche nicht wirklich glatt. Ist aber alles gut gegangen.

So, jetzt muesst ihr erstmal wieder zufrieden sein. Jetzt bin ich naemlich im Reisefieber, totaaaal. Reisen ist nichts fuer mich. Da helfen auch jaehrliche Uebungen nicht. Ich glaube, lieber helfe ich woechentlich Ziegenboecke kastrieren… Aber das ist eine andere Geschichte.
Bis denne!

Malen nach Zahlen

Ist bei uns Kochen nach gehoer

Und das geht so (das kochen): morgens stelle ich den percolator (kaffeekanne, wie heisst das system auf deutsch?) und den topf mit dem teewasser auf den herd, den ich mit dem besten verfuegbaren holz angefeuert habe. Weil wir aber dem ende des winters (ich sage nur „-5“, lieber detlef!) und damit auch mal wieder dem ende des guten brennholzes entgegengehen bzw letzteres erreicht ist, wird der herd nicht schnellstens ueberall heiss. Und so ist es morgens wichtig, dass ich kanne und topf immer an jeweils die stelle schiebe, wo es am lautesten rauscht. Nach einiger zeit kriegt man das raus, und der topf ohne deckel zeigt einem zusaetzlich noch durch schnellere blaeschenbildung, wo die schnellkochstufe sich gerade befindet. Ganz schoenes geschuffele hier immer am fruehen morgen! Dies mal nur nebenher – jetzt hoere ich den kaffee blubbern!

Back in the deep freeze!

Hatte ich doch gerade noch von milden Temperaturen geschrieben – aetschi-baetschi, alles schon wieder anders! Gestern abend auf dem Heimweg von der Arbeit zeigte ein Blick auf die Aussentemperaturanzeige des gerade mal reaktivierten gruenen Minibus -38 Grad. Ich hielt das noch fuer einen Anzeigeirrtum, aber wir haben dann zu Hause Thermometer verglichen, und es scheint wohl richtig zu sein. Auch heute morgen auf der Hinfahrt las ich bis zu -40 Grad, gar nicht so schoen. Und im Moment gibt es eine Windchill Warning fuer Grande Prairie, bei Temperaturen von um die -25 macht ein kleiner Wind von 15 km/h naemlich schon eine gefuehlte Temperatur von -45, und die friert einem ganz schnell die Nase ab. Haesslich! Doch immer noch gilt: Blitzblauer Himmel und strahlender Sonnenschein, von drinnen nach draussen sieht also alles prima aus. Das Melken habe ich mir heute morgen gespart, mach ich heute abend, wenn es hoffentlich ein bisschen waermer ist. Die Ziegen wollen naemlich bei so einem Wetter noch nicht einmal aufstehen. Gestern vibrierte der Melkstand, so dolle zitterte die arme Odette.
Das Praktische ist natuerlich, dass man wieder gleich vor der Haustuer Nahrungsmittel einfrieren kann und in den Hausecken Kuehlschranktemperaturen herrschen.

Naechste Woche sollen die Temperaturen aber tagsueber bereits wieder in Plusbereiche gehen – sollte uns auch recht sein, waren wir doch schliesslich alle schon im Fruehlingsmodus, mit ohne Socken und so.

Doch, doch, wir sind noch da!

Aber wie schon die Nachbarin sagt: Now that you’re warm, I don’t see you anymore. Und so ungefaehr isses auch. Das Wetter ist ziemlich traumhaft, immer noch jede Menge Schnee, aber Temperaturen um null Grad und blitzblauer Himmel mit strahlendem Sonnenschein, und der Sternenhimmel, das wussten wir ja schon seit Arne, der kann wirklich was! Ich erspare euch allen weitere Schneebilder, die kennt ihr ja zur Genuege. Wir geniessen das milde Wetter, fuer die naechsten Tage ist wieder kuehler gemeldet, aber das macht nix, ist ja schon Ende Januar, sozusagen. Und das Haus ist immer noch ausgezeichnet!

Alle guten Wuensche und vielen Dank! – Best Wishes and a Big Thank You!

9 Uhr an einem Dienstag morgen, es wird langsam hell, durch das Fenster nach Norden sehe ich, dass alles einen leichten lila Schimmer hat, die duenne Mondsichel hat sich im Sueden in den Baeumen versteckt. Die Sonne wird noch eine halbe Stunde auf sich warten lassen. Laut Wetterbericht ist es in Valleyview -34 Grad. Ich sitze im Warmen (wir wollen allerdings das Konzept der Relativitaet dabei nicht aus den Augen verlieren). Alles ist still und schoen und gut.
Jetzt ist ein bisschen Zeit, um auf den zurueckgelegten Weg zu schauen. Fuenf Jahre Kanada sind am 27. Dezember um, davon zwei auf der Laughing R Ranch, eines im gemieteten Haeuschen und zwei hier auf unserem Land am Snipe Lake. Was fuer eine Reise! Mehr als einmal habe ich ueberlegt, ob ich wohl den Container wieder packen und abreisen kann. Gereon hatte und hat diese Zweifel wohl nicht.

Natuerlich kommt man nie an, ist ja auch nicht der Sinn des Ganzen, aber von hier aus, so scheint mir, koennen wir gut weitergehen. Das fast fertige Haus ist eine gute Basisstation. Wir fuehlen uns wohl hier, alles hat soweit gut geklappt, unsere Tiere gedeihen, fuer die Bienen hoffen wir das Beste, Gereon hat Arbeit, ich habe die Buecherei, wenn ich will. Wir haben prima Nachbarn und lernen so langsam mehr Menschen kennen.
Vor lauter Arbeit sind die Kontakte manchmal etwas kurz gekommen. Jetzt sollte Zeit und Gelegenheit und PLATZ (beheizt) fuer Kaffeeklaetsche und dergleichen mehr sein.

Dass das so ist, das verdanken wir zu einem grossen Teil all den freundlichen Menschen, die uns mit Rat und Tat immer und immer wieder zur Seite gestanden haben und noch stehen und ohne deren Hilfe wir sicher nicht hier waeren. Einen ganz besonders herzlichen Dank also in die Runde, diesseits und jenseits des Atlantiks, fuer Paeckchen und Post und emails und Anrufe, fuer Buecher und Eilratschlaege bei Ziegenkrankheiten, fuer Wolle aller Art, fuer „Beiladungen“ im Container, fuer schoene Zeit bei meinen Deutschlandbesuchen (April 2009 ist angedacht…), fuer geliehene Ohren und Geduld und Aufnahme bei Kaelte, Stress und an Feiertagen sowie gewoehnlichen Tagen, fuer geliehene Soehne und Maenner zwecks Baueinsatz, fuer Gekochtes und Eingekochtes und ueberhaupt fuer alle sonstige Unterstuetzung, die ich hier jetzt womoeglich vergesse zu erwaehnen!! Wir wuenschen schoene und friedliche Feiertage und ein gesundes, gutes neues Jahr!

PS: Waehrend ich heute, am Heiligen Abend, endlich in der Buecherei sitze, hat es sich etwas aufgewaermt, und man hoert, dass aufgrund der Schneefaelle in ganz Kanada es wohl zum ersten Mal seit 37 Jahren wieder White Christmas from coast to coast geben wird. Da denken wir besonders (und schmunzelnd) an Familie E. in V.. Schneeschippen ist gesund, lieber D., und haelt fit!!

Here’s one in English, because it’s Christmas!
9am on a Tuesday morning, daylight comes slowly, through the north window I can see that everything has a lilac hue, the skinny moon is hiding somewhere in the trees to the south. It will be another 30 minutes before the sun comes up. According to the Weather Eye it is -34 in Valleyview. I am warm (don’t forget, though, that everything is relative). It is quiet and beautiful and all is well.

Now I have a moment to look back along the way we’ve come. It will be five years since we arrived in Canada on a very cold December 27, two of which we spent on the Laughing R Ranch, one in the little house we rented and two here on our land by Snipe Lake. Quite the journey! More than once I was making plans to pack everything back into the seacan and go home. It seems that Gereon never had those doubts. Of course you never arrive, and that’s not the point anyway, but it seems to me that this place and house, almost finished, is a good base camp for us to journey on from. We like it here, everything went well so far, our animals are doing fine, for the bees we hope the best for next year. Gereon has a job, I’ve got the library to work at if I need to get out. We have awesome neighbours and are slowly meeting more people here in the community.
With all the work there was (and is), though, there never seemed enough time for visiting. Now this should change, and we welcome company in a house with a floor and with heat!

This would never have been possible without all those kind and generous people who helped us and gave us hours and hours of hands-on support and advice when needed and who continue to do so, and without whom we would surely not be where we are now. So a great big THANKS to all of you, you know who you are, for your elbow grease, in the cold and in record heat, for tools and towels and showers and gas and fish and a cookstove and canning and fibre and food and fun and warmth, open ears and time whenever I needed them, for goat advice and a horse lent, for tractor-work and cat-work and quad-work and goodies for all of us here, the little dog always included, and for company even in the bitter cold and with no floor, and for everything else that I forgot to mention! We wish you a merry and peaceful Christmas and all the best for 2009!

Tadaah!

So schreibt man das hier glaube ich. Umgezogen! So gut wie, jedenfalls. Erste Nacht im neuen Haus erfolgreich absolviert. Der kleine Hund war allerdings arg verwirrt. Bett steht andersrum, d.h. der ganze Einschliefprozess sollte seitenverkehrt erfolgen, das war dem kleinen Hund zu kompliziert. Hat er sich gedacht, er bleibt auf seinem neu-wiederentdeckten Sessel am Ofen liegen. War ihm ja nicht klar, dass es dort ueber Nacht doch abkuehlt. Jetzt, am fruehen Morgen, und mit Ofen schon wieder an, hat Trudi es sich da gemuetlich gemacht. Ich sitze an meinem allerliebsten Tisch, den ich gestern noch vor dem Bett aufgebaut habe, und tippe vor mich hin, bei Kerzenlicht, weil trotz schoener Batterien der Strom noch nicht angeschlossen ist. Man kann nicht alles haben. Draussen pfeift der Wind, der eine Kaltfront mit sich bringen soll. Fuer Mittwoch Nacht sind minus 18 oder so gemeldet. Dann wird Findus zeigen muessen, was er kann. Bis jetzt ist er ja sehr brav, aber noch nicht wirklich gefordert. Kaffee kann er kochen, Huehnersuppe und Haferpamps.

Vom Tisch aus sehe ich an der Wand die Treppenstufen unserer „Bautreppe“ zum Antrocknen lehnen. Ist ja schon praktisch, so einen Wald und ein Saegewerk zur Hand zu haben. Derzeit steht die Aluleiter im Treppenaufgang, aber das ist fuer mich und Trudi eine ziemliche Zumutung. Und weil Gereon das Isolieren leid war und viel lieber saegt, hat er gestern die Bautreppe angefangen. Wangen (heissen die so?) aus Balsamtanne, lecker-schnuffelig, und Tritte aus Aspe, teilweise mit schoenen Mustern drin.

Ein Weihnachtsstern haengt schon am Fenster, aber ueber die restliche Deko hatten wir ein interessantes und fuer mich etwas beunruhigendes Gespraech. Anabel, falls Du liest: Die Reservatenkammer, die haetten wir besser gleich entsorgt. Jetzt will Gereon sie an die Waende tackern. Hoerner, Hufe, Biberzaehne, was die Natur so hergibt… So schlug er zum Beispiel vor, doch die Oeffnung nach oben mit den Geweihen einzufassen. Waere auch fuer Trudi ein reizvolles Klettergeruest… Das war nicht so ganz ernst gemeint, aber ein bisschen Sorge habe ich schon. Einigen konnten wir uns aber darauf, dass nix Ausgestopftes irgendwohin kommt, also kein roehrender Hirsch mit Plastikinnenleben ueber dem Sofa oder ein balzendes Huhn oder derlei Schoenlichkeiten. Wir haben ja da schon so einiges gesehen hier.

Doch jetzt geniesse ich erstmal noch die relative Leere des Gebaeudes. Schon lange habe ich nicht mehr so weit unter einem Dach gucken koennen (wenn man das Poleshed mal weglaesst). Ein Nachteil ist ganz klar, dass nun das Indoor-Outhouse nicht mehr auf dem Gang ist, da will als geplant werden. Und kein Abfluss im Haus, noch nicht. Mit Tee- und Kaffeeresten muss man sich also ungewohnt beherrschen.

Sonst noch: Weil ja kaum Schnee ist, muessen wir nach wie vor Wasser aus dem Dugout holen, also ein Loch in das dicke Eis hacken. Gereon hat zwei schoene Stufen in die Boeschung gehackt, und das Eis ist dick genug, dass man drauf stehen kann. Schon die ganze Zeit faellt uns auf, dass nach wie vor jede Menge Leben im Wasser ist, interessante durchsichtige Larven, Rueckenschwimmer und Kaeferchen – alles noch da. Doch heute habe ich den groessten Kaefer ever gesehen, aehnlich wie ein Gelbrand, aber mindestens 5cm Koerperlaenge. Ein richtig groesses Ding. Schwamm etwas verlangsamt, aber war ansonsten unversehrt. Ich frage mich, wie das atmet, wenn das Wasser wieder, ueber Nacht, komplett zufriert.

Der Wichtigvogel ist wohl endgueltig futschikato. Ich hatte ja den Marder im Verdacht, aber gestern ueberraschte ich den Habicht beim Landeanflug – Huehner schon alle in Panik, und ich konnte aufgrund des Glatteises nur ganz langsam gehen. Aber es hat gereicht, um ihn sofort und ohne Huhn wieder abheben zu lassen.

waermer, waermer…

Schnell, bevor mir die frisch gewaschene Waesche im Auto womoeglich gefriert (ist ja alles schon dagewesen), werde ich euch jetzt mal auf den neuesten Stand der bahnbrechenden und rasanten Entwicklungen hier bringen, jawoll.
HIER ist sie, die Erstbefeuerung!!
Findus, wie die Heizskulptur nun heisst, zieht wie verrueckt und schafft es, das Haus auch ohne Dachisolierung und mit einigen faustgrossen Loechern, die noch zu stopfen sind, relativ warm zu halten. Jedenfalls haben wir schon drei Abende bei Kerzenlicht gesessen und die erstaunliche Stille in einem isolierten Gebaeude – ja, es geht tatsaechlich noch stiller! – und die Waerme genossen, und zwar ich OHNE SCHUHE – wunderbar!!

Zackig schnell haben wir den Fussboden gestrichen, ging viel schneller, als ich befuerchtet hatte, und puenktlich am Montag morgen rief Phyllis an und meldete sich fuer abends mit dem Kuechenherd an. Ich war ja etwas bange, wir hatten das Ding nie gesehen, und so nach und nach liess man uns wissen, dass natuerlich ein kleiner Reparaturstau bestehe. Doch so sieht er jetzt aus Und ich denke, es haette viel schlimmer kommen koennen. Schlicht und schnoerkellos, mit 6 Platten, von denen allerdings leider eine beim Transport verloren ging, mit Backofen, aber fehlendem Wasserbehaelter, dafuer jedoch dem bereits erwaehnten Waermeschrank. Leider ist der Sockel total verrostet, so dass da wohl eine weitere Schweissskulptur ins Haus steht – bald muessen wir die Fundamente verstaerken.

Unsere provisorische Sitzecke sieht jedenfalls so aus, und ich sitze natuerlich auf dem Puschelfell.
Eigentlich wuerde ich am liebsten keine Moebel reinstellen. Wenn man zwei Jahre teils draussen, teils in einem relativ duesteren, sehr provisorischen Gebaeude“komplex“ gewohnt hat, dann weiss man Raumhoehe, einen leeren, na ja, fast leeren, aber hellen Fussboden und kein Geruempel noch viel mehr zu schaetzen. So stehle ich mir jetzt morgens immer etwas Zeit und sitze still da und freue mich ueber die Muster, die die Sonne auf den Fussboden malt. Und die Waerme, die sie mir auf den Ruecken scheint. Und dann gucke ich zu den diversen Fenstern raus und freue mich ueber die Ausblicke. Vielleicht koennten wir demnaechst unsere Kueche an Wohnmuede vermieten – nach zwei Monaten wuessten die dann so richtig zu schaetzen, was sie eigentlich an Luxus haben.

Heavy Duty

Hatte ich ja schon mal erwaehnt, dass der Herr Hoe. eher zu Heavy Duty neigt. So trugen wir neulich den netten Ofen von Opa und Oma ins Haus, der klein und dezent da stand. Leider waren die Ofenrohre nicht ganz passend, so dass Gereon sich fuer die Herstellung eines Adapters entschied. Und den Kauf anderer Ofenrohre. Und dann traf er noch die eine oder andere Entscheidung, die er vorsichtshalber nicht mit mir besprechen wollte (warum wohl? wo ich doch ein so Unkritisches bin…) Und jetzt sieht es so aus Man nennt diesen Aufbau hier „Warming Oven“. Einen Tag vorher hatte sich herausgestellt, dass auch der Kuechenherd, den wir wohl von meiner Marktnachbarin Phyllis bekommen werden, 5 Fuss hoch ist und einen Warming Oven hat. So werden wir also an prominenter Stelle im Haus Oefen haben, hauptsaechlich. Warm sollte das werden. Nun muessen nur noch unsere Apfelbaeume irgendwie wachsen, dann koennten wir jede Menge Apfelschnitzel trocknen und dem Opa Konkurrenz machen. Oder vielleicht koennten wir auch Tomaten trocknen. Katrin trocknet Bananen, lecker. Oder wir koennten kalte kleine Zickis aufwaermen (was hoffentlich nie noetig sein wird).

Ansonsten liegt nun Schnee, die Temperaturen schaukeln sich sehr langsam etwas tiefer, unsere Ziegenboecke haben sich die Koepfe blutig geschlagen, dass einem ganz anders werden konnte, und ich bin ziemlich unwillig, irgendetwas groesseres anzufangen (wie z.B. aufzuraeumen…), bis ich eingezogen bin.

Neulich im Biberwald

Neulich im Biberwald
Vorige Woche war das Wetter bilderbuchmaessig, und Herr und Frau Hoe. goennten sich mal einen Spaziergang. Gereon hatte naemlich bei einem vorherigen Erkundungsgang eine neue Biberbaustelle entdeckt. Es ist ja schon mehr als erstaunlich, was diese doch gar nicht so grossen Tiere anrichten koennen, und wie es scheint, in relativ kurzer Zeit. Es sah aus wie nach einem kleinen Tornado, Baeume wie Mikadostaebe umgelegt. Zu gern wuerde ich mal so ein Ding bei der Arbeit sehen, denn die Spaene, die sie abnagen, sind gewaltig. Ich stelle mir vor, dass denen abends ganz schoen die Zaehne wehtun!

In der Naehe der Biberburg fuehren sie auch ausserdem Baumschnittarbeiten durch. Man konnte erkennen, dass dort offensichtlich schon seit einigen Jahren die Weidenstraeucher regelmaessig gekappt werden. Das „Schnittgut“ wird vor der Biberburg wohl als Wintervorrat gelagert.

Zerlegebetrieb H
Dieses Wochenende dann wieder die Verwandlung in den Zerlegebetrieb Hoentgesberg, wie das ja im Herbst mal so passiert, ein bisschen Dr. Jekyll und Mr Hyde. Sechs Ziegen weniger muessen nunmehr durch den Winter gefuettert werden, was auch gut ist. Adam und Katrin reisten an und haben mit Gereon den ganzen Samstag umgewandelt, von grossen Stuecken in Stew und Hacke, fleischmaessig kann meinetwegen nun der Winter kommen. Zusaetzlich hat Katrin noch gespuelt wie eine Weltmeisterin, waehrend Adam mit Gereon am Haus gewerkelt hat – ein sehr produktives Wochenende also. Ernaehrt haben wir uns zu einem grossen Teil von Quark in allen Variationen – yumyumyum!!

Januskoepfige Jaeger? Oder schlicht gespaltene Persoenlichkeiten?
Gestern morgen sitz ich so unter der Ziege, da kommt Gereon hastig am Fenster vorbei und laeuft Richtung Schlafzimmer. Ich witterte natuerlich Raubzeug und Waffenerfordernis, doch er kam mit der Kamera. Und hier wird gelauert – wer auf wen, das liess sich nicht unmittelbar erkennen. Trudi dachte wohl, sie koenne sich so ein Marderchen schnappen, aber im Gestruepp und auf dem Baum ist der Marder ihr natuerlich sozusagen baumhoch ueberlegen. Der Marder hingegen hatte sich wohl schon vorher an den Schlachtabfaellen gelabt und dabei auf dem Containerdach einen Pansen umherbewegt, no small feat fuer so ein kleines Tier. Erstaunlich, dass er noch nicht im Huehnerstall war.

Inzwischen, also einen Tag spaeter, stellen wir fest, dass der Marder sich wie zu Hause fuehlt. Er marschiert fast mitten durch die Huehner, ohne dass diese Naivlinge die Flucht ergreifen. Watch out, Wichtigvogel! Und natuerlich hat Gereon einen Riesenspass damit (wir erzaehlen das den Nachbarn gar nicht, die wuerden sich an den Kopf tippen!). Er fuettert also den Marder mit Schlachtabfaellen auf dem Containerdach, wo sich auch die Grey Jays zu froehlichen Mahlzeiten einstellen. Heute kam er (Gereon) wieder mit der Kamera angerannt, da sass der Marder sehr dekorativ auf einem an der Holzschuppenwand haengenden Elchschaedel. Das Bild ist nur auf Zelluloid, leider. Der Marder wird wohl auch das Tier gewesen sein, dass mich neulich abends anknurrte und mir doch einen Schreck versetzte und Gereon zur Waffe rief.