Noch ein paar Bildchen zum Jahresende. Die Hunde hatten neulich leider ein Hermelinchen gekillt. Zu und zu schade – es sah so nett aus. Doch oh Wunder, ein zweites Hermelinchen lebt(e) offensichtlich in unserem Holzstoss. Es schimpfte boese mit den Hunden, frass aber Gereon fast aus der Hand. Ganz offensichtlich kam es auch in unserer Abwesenheit in die Kueche, das merkte man an verschleppten Keksen und angefressenem Parmesan – das Wiesel weiss, was schmeckt: Kekse nicht, Parmesan ja.
Leider haben wir es nun schon seit ein paar Tage nicht mehr gesehen, natuerlich weiss niemand, ob es umgezogen ist, da verwitwet, oder ob die Hunde es klammheimlich auch um die Ecke gebracht haben. Dreist genug war es. Sicherheitshalber schlaeft Emmy schon mal vor dem Holzstoss, wo es gesichtet wurde – man weiss ja nie.
Vielleicht hatte sie auch gerade wieder eine anstrengende Nachtschicht. Seit Gereon neulich wieder Woelfe hat heulen hoeren, bin ich etwas besorgt um sie. Kojoten auf der einen Seite, Woelfe auf der anderen, das Wiesel in der Kueche – das ist schon eine Riesenaufgabe fuer so einen kleinen Hund. Dann schlaeft sie morgens etwas laenger, waehrend Zora die Schicht uebernimmt.
Weihnachten waren wir bei Bussemeiers, die sich inzwischen auch einen rechten Zoo angeschafft haben
: Bertha mit zwei Toechtern (so ein Glueck muesste man haben, andere Leute kriegen immer nur Bullenkaelber) und ein Pferd. Aber das gehoert sich ja fuer angehende Albertaner so, Kuehe sind sozusagen Pflicht. Weihnachten hatten Bussis auch noch zwei entzueckende Schweine
Norwin macht hier mal die Streichholzschachtel
Die Schweine sind allerdings wahrscheinlich, waehrend ich dies schreibe, schon in der Truhe. Ade Schweine! Derweil waren die Hoes mit der Herstellung von gutem Sauerkraut beschaeftigt
Is ja alles Bitamin C, braucht der Mensch! Und is lecker. Hoffentlich klappt es, die Heizung war erst mal kurz ausgefallen, als es das Kraut eigentlich warm haben sollte.
Ein gutes neues Jahr wuenschen wir allen Lesern – und auch fuer das naechste Jahr gilt die Einladung zum Extremcamping – Elchbraten wird gestellt, und dann je nach Jahreszeit Moskitos, Schnee, Sonne, Angeln, Wandern, Biber beobachten – whatever turns your crank (oder: stirs your gravy, oder: suits your fancy).
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Frohe Weihnachten!
Heute mal wieder ohne Bilder, kleine kanadische Weihnachtsgeschichten. (Die Baeume sind nur Baeume, keine Platzhalter! Sie gefallen mir nur so gut!)
Es wurde ja “gewaehlt”, weil der Ministerpraesident, so nenne ich ihn mal, unserer Provinz vor der Zeit zurueckgetreten ist. Er war konservativ, was auch sonst, also stellten die Konservativen auch den neuen Premier. Damit aber alle Albertianer ein Mitspracherecht haben konnten, wurden fuer kleine 5 Dollar am Wahltag Mitgliedschaften der konservativen Partei verkauft, und so war man dabei, wenn man zahlte. Im ersten Wahlgang (als noch 3 Kandidaten uebrig waren), errang keiner der beiden Spitzenkandidaten eine absolute Mehrheit. So gab es einen 2. Wahlgang, und da gewann der Kandidat mit den meisten Zweitstimmen, mit dem ansonsten niemand gerechnet hatte. Tja. 
Dann stellte dieser neue Premier sein neues Kabinett zusammen, und unser oertliches Parlamentsmitglied ist drin, als Energieminister. Seine Qualifikationen fuer diesen Job sind, dass er ein Instrumententechniker ist, viel Erfahrung im Oelfeld hat und (und hier schaue ich meinen Bruder an!) eine Tankstelle hatte. Nun frage ich mich natuerlich: Warum sind wir Winterborner Mortsiefers nicht schon laengst in der Politik? Stefan waere Energieminister, ich koennte, mit zwei Fremdsprachen, wahrscheinlich Aussenministerin sein, oder Bildungsministerin, oder … Der Opa waere Bundespraesident, und die Oma Familienministerin. Runa koennte das Frauenministerium uebernehmen und Lena wuerde Forschungsministerin. Und ich dachte schonmal, z.B. Vetter Joerg koennte, als Baecker, glatt Ernaehrungsminister werden.
Ja. Kanada eben.
Dem Gereon haben sie bei einer der letzten Weihnachtsfeiern erzaehlt, dass das Oel ja wohl doch nicht aufhoert, irgendjemand hat auch behauptet, dass das Erdgas sich regeneriert… Ja. Was soll man sagen… Auch ist das Wetter totaaaal normal, wenn auch alle jammern, dass frueher die Winter ja ganz anders gewesen seien. Ja.
Dennoch: Das Wetter ist sehr schoen, gestern gab es wieder einen Chinook Arch, einen Wolkenbogen, der so eine Art Foen ankuendigt und prima aussieht. Bei uns sind alle froehlich und soweit wohlauf. Nur Gereon schnorchelt zur Zeit etwas. Ich denke, er updatet sein Immunsystem.
Ach ja. Noch eine kleine vorweihnachtliche, typisch albertanische Geschichte. Gereon war ja nach wie vor ohne Job, weil er fuerchtete, dass er antreten muss, sobald er sich bewirbt, und es gab noch so viel zu tun. Ich wurde ziemlich nervoes, ich geb’s zu, Hanna weiss es. Am Samstag habe ich die Zeitung mit den Stellenanzeigen gekauft. Er hat sich alles angeschaut, war aber nur Grande Prairie. In der oertlichen Zeitung gab es allerdings ein paar Anzeigen. Am Dienstag endlich dann fuhr er los, bewaffnet mit einigen Lebenslaeufen, ohne Anschreiben, weil er ja nicht wusste, wofuer er sich denn bewerben wuerde. Liess einen Lebenslauf bei Tolko, unserer Pulpmill oder was, die schreddern Holz fuer OSB glaub ich, in High Prairie. Fuhr dann zu einer Firma in Valleyview, die auch so was aehnliches machen anscheinend wie seine fruehere Firma in DeBolt. Trifft dort auf einen frueheren Kollegen aus DeBolt, der vor ein paar Monaten in dieser neuen Firma als Schweisser angefangen hatte und inzwischen dort General Manager ist. Prima Karriere. Gereon hatte sofort einen Job, haette gleich dableiben koennen, hat aber dann am Donnerstag angefangen. Deutlich mehr Geld als vorher, 4-Tage-Woche, am Donnerstag gleich bezahltes Weihnachtsbarbecue – auch das ist Alberta…. Zeitung umsonst verkauft – so’n Pech!
Wir hoffen, dass ihr, die lieben Leser allerorten, auch alle froehlich seid und wuenschen rundum ein friedliches frohes Weihnachtsfest und – falls ich es nicht bis zum Computer schaffe – schonmal ein gutes neues Jahr! 
Vor der Arbeit
Heute habe ich es geschafft, tatsaechlich mal frueher “im Dienst” zu sein, so dass ich legal schreiben kann. Es schneit und schneit immer und immer wieder. Das ist in Ordnung, weil wir so immer wieder frischen Schnee fuer frisches Wasser kriegen – kann ja nicht schaden. Mit dem Wasser wasche ich u.a. Wolle (wenn ich denn je Zeit habe), und dann faerbe ich sie, wie bereits mehrfach erwaehnt. Hier extra fuer Maren das Ergebnis
Die Schrillheit der Farben kommt leider auf dem Bild nicht so ganz raus. Habe mich immer noch nicht entschieden, ob ich das zu Faeden oder Filz verarbeiten soll.
Das versprochene Bocki-Bild, leider von hinten, doch man kann schoen sehen, wie winzig er ist gegen den dicken Bill 
Elch ausgehoehlt und zusammengefaltet sieht so aus
Vielleicht kann er/sie noch gegerbt werden, das waere prima.
Und schliesslich Fraeulein Emmy bei einer ihrer Lieblingsbeschaeftigungen, der Arbeit am Elchbein.
Im tiefen Schnee sah sie sich genoetigt, es mehrfach an verschiedenen Orten zu vergraben. Sie uebersah dabei, dass Zora ihr immer interessiert zuschaute und sofort zum Versteck wanderte. Das gab dann auch mal einige Meinungsverschiedenheiten. Der Schnee geht Emmy bis gut an den Bauch, aber das haelt sie nicht ab, sie liegt, auch waehrend es schneit, gern draussen und laesst sich vollschneien.
Schoenes Wochenende allerseits – ich will spinnen und stricken, werde aber tatsaechlich wohl spuelen und raeumen und Honig etikettieren, letzteres dank Hannas fleissiger Arbeit! Die Nachfrage ist naemlich prima.
So, jetzt habe ich gerade die Bilder hochgeladen, in einem Affenzahn, verglichen mit meiner Schuessel. Kann mir irgendjemand was ueber Air Cards sagen? Ich weiss nicht, wie die deutsch heissen, drahtlose Internetzugaenge, ueber Handyleitung, was weiss ich denn. Sollen jetzt hier fast wie unser superschnelles Netz sein, was auch immer das heissen mag.
Arbeit
Damit sich mal keiner wundert, mache ich es hier direkt oeffentlich: keine Weihnachtsbasteleien hier bei uns, keine Paeckchen, kein gar nix. Wie meist! Es ist zum Weinen, aber ich arbeite bis Weihnachten praktisch taeglich, und irgendwie hab ich mal wieder nix geschafft. Doch nach Weihnachten kann ja manches auch noch interessant sein.
Bilder hab ich auch noch nicht bis in die Buecherei geschleppt.
Gern wuesste ich jedoch, welche Elke kommentiert hat in einem Post von vor einigen Wochen. Elke frueher H. aus Nuembrecht, die ich auf meiner Klassenliste logischerweise nicht finden kann? Liebe Elke, falls Du das liest und immer noch Fragen hast, meine email ist mein Vorname at Nachname punkt net. Schreib mir doch mal!
Heute schneit es mal wieder vom Himmel hoch, sehr schoen! Leider hab ich Sommerreifen. Nicht so schoen. Der Van ist in Reparatur, kriegt ein Austauschgetriebe. Am wenigsten schoen… weil nicht umsonst zu haben. Doch die Nachfrage nach Honig ist gut, und ueberhaupt wollen wir optimistisch sein.
So, jetzt arbeiten.
Kaelte erstmal vorbei
Die Kaelte ist erstmal vorbei – da sind wir aber froh. Ich konnte mich naemlich wirklich kaum melden, weil man alle Haende und ueberhaupt alles voll zu tun hat, sich bei –37 Grad warmzuhalten. Liegt natuerlich ein bisschen daran, dass die Infrastruktur noch nicht so ganz perfekt ist. Aber es ist auch einfach wirklich saukalt. Die Tiere haben es schwer dann, das finde ich immer am schlimmste: bibbernde Ziegen, sogar das Lama hat einmal geklappert. Klappernde Zora, die dann ins Schlafzimmer mit uns umziehen durfte. Aber bis fast minus 20 hat sie tapfer in der Kueche durchgehalten, allerdings immer in Ofennaehe, der natuerlich in der Kaelte nie wirklich ausgegangen ist. Doch jetzt ist es wunderbar auszuhalten. Die Temperaturen steigen schnell auf knapp ueber Null und sind jetzt wieder im Normalbereich, so um die –10 bis –15. Das ist angenehm, wirklich.
Natuerlich war in dieser Zeit an das Auftauen bzw. Zerlegen des Elchblockes nicht zu denken. Die Nachbarn und auch ein diesen befreundeter Trapper hatten natuerlich gesagt, dass das eben hier nicht so geht, Tier in der Decke haengen lassen etc.pp. Aber wir sind ja stur! Und dann wurde das Wetter waermer, wir produzierten Eiszapfen von epischem Ausmass
, das Kuechenhaus sah wunderbar aus im Schnee
, und die Frau Hoe. konnte draussen telefonieren, wie ja immer wieder gern getan 
. Man beachte allerdings immer noch die Bekleidung, Michelinmaennchen-haft (ehrlich, ich fuelle das nicht bis in alle Ecken aus!) Hatte ich erzaehlt, dass die Werbung hier sagt, dass man derartige Teile im Yukon als Lingerie bezeichnet? Das gefaellt mir so gut!
Jedenfalls musste nun der Elch geholt werden. Ich habe das nicht alles fotografisch festgehalten, aus Gruenden des Respektes (ehrlich). Ich kann euch aber sagen, dass ein gefrorener Elch auf allen Vieren stehen und auch auf der dicken Nase prima rutschen kann…
Hunde und andere Vierbeiner waren fasziniert. Dann hat Gereon „die Beine eingekuerzt“ – ich meine, allein dieser Ausdruck… unmoeglich. Anders aber haetten wir ihn nicht in die Kueche bekommen, den Elch. Und da lag er nun, fast wie Gymnastik, auf Melkstand und Hocker. Und taute.
Am naechsten Tag, glaube ich, konnte Gereon ihn schon aus der Decke schlagen (ha, ich weiss naemlich die Woerter jetzt!) und nach und nach zerlegen. Ich hatte ja nie geahnt, dass ich im Nebenberuf mal Fleischwolf wuerde: 15kg Hacke werden aus zwei Vorderkeulen. So ungefaehr. Und am naechsten Abend gab’s Elchfilet, eines fuer jeden. Elche, jedenfalls dieser, haben naemlich interessanterweise relativ weniger Rueckenfleisch als ein Hirsch. Es war ausgezeichnet und wir nennen dies nun das kleine Jaegerglueck (obwohl es eigentlich schon wirklich ein grosses Jaegerglueck ist).
Jetzt ist er komplett in die Truhe umgezogen, und wir haben in der Kueche wieder erstaunlich viel Platz, das ist angenehm.
Vorgestern dann zum Eisangeln mit den Nachbarn. Der Snipe Lake ist in Ufernaehe nicht so tief, deswegen war ich auch nur ein bisschen bange, als wir durch matschige Stellen wanderten. Loecher waren schon vorgebohrt von Vor-Anglern, und man stelle sich vor, ich habe tatsaechlich meinen ersten Fisch gefangen. Hat auch geschmeckt. Gereon hatte auch seinen ersten Whitefish. Margaret, die Nachbarin, hat natuerlich profi-haft ihr Limit gefuellt, aber wir ueben ja noch…
So, nun schnell weg hiermit ins Netz. Und naechstes Mal hoffe ich ein Foto von unserem Tausch-Ziegenbock zu haben, den ich Boje nenne. Wer ihn sieht, weiss warum 😉
Update aus der Kaelte
Wir haben wieder ein paar Bildchen gesammelt. Erstmal ein paar unserer ausgekluegelten, design-preis-wuerdigen Baudetails. Da gibt es zuerst den naturnahen Tuerschliesser fuer die Kueche
Wir verraten hier nicht, was der Stein wiegt! Auf der anderen Kuechenseite, also an der Terrassentuer, befindet sich dieser hochpreisige, aufwendig gestaltete Riegel ebenfalls im typischen Hoe-Hea-Du-Design (steht fuer Hoentgesberg-Heavy-Duty).
Aufgrund des fruehen und heftigen Winters wurden auch weitere Isolierungsmassnahmen vorgenommen und Loecher gestopft, natuerlich mit naturbelassener Schafwolle
Man sieht, dass groessere Ritzen mit Brettern abgedichtet wurden. Der Effekt war so durchschlagend, dass wir zum ersten Mal beim Gulasch-Braten die Tueren oeffnen mussten, weil der Rauchabzug nicht mehr funktionierte… Und natuerlich ist es deutlich waermer. In Anlehnung an Martha Stewarts Kuechen (Anabel weiss genau Bescheid!) haben wir uns auch eine massgeschneiderte Multifunktions-Halterung fuer Messer und Topfdeckel einbauen lassen – der reine Luxus, und alles im Rustikal-Extrem-Stil.
Selbstverstaendlich gibt es raffinierte Aufbewahrungssysteme, sogar mit verschiedenen Klimazonen. Stiefeleinlagen, Jacken, Handschuhe etc.pp, werden an einer maessig temperierten Wand griffbereit aufbewahrt.
Lebensmittel dagegen sowie auch zu trocknende Handtuecher finden ihren Platz in Griffhoehe (falls man etwa 1.80 gross ist) naeher am Ofenrohr und sind so stets gerade richtig (na ja, ausser, wenn Gereon wieder von der Heizlust ueberfallen wird, dann ist die Butter leider fluessig. Macht nix.)
Wenn man allerdings vergisst, die entsprechenden Lebensmittel frueh genug in die Temperaturzonen zu stapeln, dann hat man, wie ich heute, ein Olivenoel-Brikett – mal was Neues.
Die raffinierten tragenden Eckverbindungen, um deren Ablichtung Frau Claudi gebeten hatte, wurden vom Chef nicht freigegeben, da hatte ich welche ausgewaehlt, die nicht so ganz den Anforderungen entsprachen. Ich suche neue.
Heute morgen wurde eine kuerzlich beantragte und schnellstens (wegen fallender Temperaturen) ausgefuehrte Neuerung getestet und von vier Testern fuer 1A befunden: Der Melkstand in der Kueche!
Wetterunabhaengig kann nun mit warmen Haenden und ohne Wind gemolken werden, der Melkstand steht vibrationsfrei, weil die Ziegen nicht mehr zittern (muss doch fuer die Milch viel besser sein), und wie man an Mafaldas zufriedener Miene sehen kann, ist das Ding ein durchschlagender Erfolg! 
Ich yoga-e nach wie vor, und der Kater hat sich stellvertretend fuer mich knipsen lassen, bei einer Position, deren Name mir entfallen ist, Sternfuss oder so.
So haelt er sich fit, um seinem Lebenszweck naeherzukommen, naemlich mich zu ersticken. Er ist schon erstaunlich gut in seiner Technik.
Dies alles war jedoch nur eine Vorrede fuer das eigentliche Ereignis der Woche, taetaeeehhh!
Da isser, der lange gesuchte Elch. Genauer gesagt, das maennliche Elchkalb. Ich war ja dagegen, und so bin ich wenigstens froh, dass es ein Knaeblein war und nicht eine zukuenftige Mutter in den Kochtopf kommt. Yvonne, meine Chefin, schlaegt Rouladen vor. Ich glaube, ich werde ihren Vorschlag befolgen. Nu haengt er da, nur weil er unvorsichtig dem Herrn Hoe. vor die Flinte gelaufen ist, und fuer’s Wochenende werden –33 angekuendigt, so ist er schon mal vorgefroren, ob wir wollen oder nicht. Soeben kommt uns eine kleine Korrektur in die Tippmaschine: natuerlich ist er vor die Buechse gelaufen und nicht vor die Flinte. Tschuldigung! Wenn ich erst selbst mal eine hab, passiert mir das (vielleicht) nicht mehr. Und um Fragen zuvorzukommen: er haengt bei den Nachbarn, und der Hund gehoert auch dorthin und heisst Speedy. Und haengen tut er dort, weil die Nachbarin zum Glueck gerade des Weges kam und Gereon mit dem Traktor beim Bergen geholfen hat. Traegt sich naemlich schlecht, so ein Elch.
Schnee – Schnee – Schnee
Heute (also eigentlich gestern, weil ich jetzt schon wieder im Dienst bin und es Samstag ist) mal was Neues: Wir sitzen in unserer Kemenate und versuchen, mittels des mobilen Computers in Gemeinschaftsarbeit (!) einen aktuellen Bericht in das Hinternetz zu stellen. Mal schauen, wie das so klappt.
Wir fangen vorne an. Letzte Woche hat Gereon, statt immer „am Bau“ zu arbeiten, uns mal was gegoennt und ein bisschen vom vielen Wald umgenietet. Der grosse Plan ist ja ein „Park“. Und irgendwo muss man anfangen. Also auf der Nordseite. Die sah zuerst ungefaehr so aus.
Dann legte der Holzfaeller los
, und diverse Tankfuellungen spaeter sah es eher so aus
Freigemacht wurden etwa 2000 Quadratmeter. Kommt einem viel vor, sieht aber hier in dem vielen Wald inzwischen schon wieder klein aus. Nun koennen wir aber etwas besser nach Norden gucken, und vor allem haben wir die abgebildete schicke Schneise, will sagen, Blickachse. Das hat naemlich ein anstaendiger Park, jawohl, mehrere sogar, kommt noch… Ich bin dann schonmal mit den Ziegen darin herumgewandert, das ist sehr lustig. Die Ziegen und auch das Lama freuen sich natuerlich sehr ueber kleines Geaest. Vor allem das Lama liebt Erlenkaetzchen!
Dann hier auch noch das angekuendigte Bild unseres Leih-Ziegenbockes, Domino Schwarzenbein, genannt Bocki, wie sonst.
Ein ganz netter, der Herr Bocki. Tut brav seine Pflicht und stiftet ansonsten keinerlei Unruhe, so hat man das gern. Die Damen moegen ihn sehr, obwohl er wirklich etwas streng riecht, und sogar der Billy scheint ihn zumindest nicht doof zu finden. Man vertraegt sich. Nur das Lama schenkt uns einen seiner ober-angewiderten Gesichtsausdruecke, wenn der Bocki vor dem Lama am Wasser war, weil er beim Trinken seinen bedufteten Bart in den Eimer haengt. Das will man dann nicht mehr, wenn man keine Ziege ist.
Unsere kleine Emmy macht sich gut. Hier hat sie, gute Kanadierin, anscheinend versucht, sich ein Birkenrindenkanu zu bauen.
Wurde jedoch gestoert von ihrer grossen Feindin, dem Aggressoren-Huhn. Das Huhn greift sie immer mal wieder an, springt ihr mitten ins Gesicht (ehrlich!), so dass die arme kleine Emmy die Flucht ergreift und auch schon, glaube ich, Beute verloren hat, jedenfalls voruebergehend, an dieses Huhn. Gereon ueberlegt schon, ob man mit diesem Huhn nicht weiterzuechten sollte, so zur Hundeerziehung…
Der Winter rueckte ja nun naeher, also mussten Vorbereitungen getroffen werden. Zum einen wurde der Dachfirst der Kueche abgedichtet
Das war gut, denn es fing schon bald ein bisschen an zu schneien. Und Nahrung musste beschafft werden
. Dieser Hirsch zog in unsere Truhe um, aber erst, nachdem die Hundchen grosszuegig gefuettert worden waren. 
Und dann kam der Schnee! Letzten Freitag fing es abends an und hoerte den ganzen Samstag nicht auf. Da kommt schon was zusammen! Ich hab dann auch gleich mal das Auto in den Graben gefahren, wo es bis Mittwoch morgen stehen bleiben musste, weil wir es einfach nicht wieder herausbekamen, bis uns freundlicherweise der dicke Schneepflug half. Inzwischen liegen so mindestens 15cm Schnee, sieht schoen aus. Gemeldet ist heute weiterer Schnee bis Mittwoch, dazu weiter fallende Temperaturen bis -20C. Hatte ich erwaehnt, dass unsere Heizung immer noch nicht vollstaendig ist, weil niemand die erforderlichen Teile zu haben scheint. Ich hab die lieb, die Kanader! Dennoch: Ein paar Schnee-Impressionen 



Mit dem Schnee fielen auch die Temperaturen. Neulich morgens war es ploetzlich –18 Grad. Da war es schon sehr willkommen, dass Gereon noch zwei wichtige Baumassnahmen beendet hat. Das Poleshed hat nunmehr eine geschlossene Westwand, also eine richtige Eingangstuere
Und – taetaeh!! – die Kueche hat vier Waende! Vorher
Das war frisch. Nunmehr:
Das ist prima. Zum einen ist es viel heller, weil das Fenster gross ist, und zum anderen ist es viel waermer. Gestern (am 3. November) hatten wir eine Temperaturdifferenz von 30 (in Worten: DREISSIG) Grad geschafft, draussen war es minus 15 und innen an der Wand plus 15. Und am Ofen ist es noch viel, viel waermer. Oft zu warm. Nur die haarlosen Hunde nutzen die Bratmoeglichkeit gern und stehen laengsseits an den Ofenwaenden, bis sie fast schmelzen. Als naechstes wuensch’ ich mir eine Schlittenbahn…
UND, oh Wunder, es gibt einen Yoga-Kurs hier in diesem Valleyview. Und ich spiele mit, dass die Knochen knacken. Kann nur besser werden.
Neues aus Matsche-Land
Also, wir pionieren hier so vor uns hin, und die Zeit vergeht wie im Fluge. Das muss daran liegen, dass die Tageslichtzeit immer kürzer wird und wir spät aufstehen und früh ins Bett gehen. Ist halt so, Leben mit der Natur…
Heute habe ich mich mühsam aufgerafft und bin extra für‘s Internet zur lieben Pat gefahren. Na gut, ich muss auch Hühnerfutter holen und waschen, aber es ist mir schon lästig, diese Fahrerei. Hanna hat ja immer Sorge, dass wir ver-waldschraten, und das ist sicher nicht unberechtigt. Ich weiss nur nicht, und Gereon weiss natürlich gar nicht, was daran so schlimm sein sollte.
Wir sind inzwischen umgezogen in unsere „Winterhöhle“. Schnell hat der Herr Hö. uns noch ein Bett gebaut
Und schon waren wir im „neuen Haus“. Wurde auch Zeit. Am 16. Oktober kam ein richtiger Schnee, 5 cm an diesem Tag.
Da, wo die Holzwand in unserem Pole Shed schwach zu sehen ist, rechts, da gedenken wir zu überwintern. Den Schnee fand ich ja gar nicht schlimm. Emmy auch nicht.
Sie ist überhaupt sehr wetterfest, wie es scheint. Und weil sie buddelt und in Pfützen hüpft und im Dreck liegt, bin ich auch sehr froh, dass sie ein „Draußenhund“ ist. Übernachten tut sie derzeit in dieser Kiste, die wir mit Heu und Wollsäcken schön gepolstert haben und vor die zur Nacht zuerst ein Gitter und dann eine Decke kommt.
Tagsüber aber muss Zora da schonmal ruhen, und weil es kühl ist und der Platz knapp, gesellen sich auch mal die debil-distanzlosen Hühner dazu. Das sind, falls Du liest, Anabel, die Waisenhühnchen. Nach wie vor im Team zusammen und irgendwie lustig.
Im Gegensatz dazu, also zu diesen recht großen Hühnchen, gibt es den gleichaltrigen „Wellensittich“.
Ungefähr so gross wie eine Amsel und nach wie vor eher behaart als befiedert, überlege ich immer, ob ich dieses Ding nicht zähmen und als Zimmerhuhn auf dem neu eingebauten Regal halten sollte. Es könnte uns, so es denn sich als Hahn entpuppt, morgens prima wecken, oder? Und die Frisur….!!
Parallel baut der Herr Hö. immer an mehreren Projekten. Neben dem Winterzimmer wurde auch die Küche perfektioniert. So sieht es inzwischen dort aus (na ja, mit dem Aufräumen komme ich noch nicht so recht nach, komisch eigentlich, wo ich doch sonst so eine Pingelige bin) 

Nini geht das alles am Knie vorbei, sie liegt meist auf der Gartenbank im Schlafsack 
Das Blumenfenster zeigt sehr schön auch, dass inzwischen leider wieder alles matschig ist. Zwar ist Regen nach wie vor hoch willkommen, theoretisch, aber praktisch macht er das Leben doch schwieriger. Das Auto haben wir letztens unten an der Einfahrt stehen lassen, sicherheitshalber. Man fährt derartige Rillen, da kommt man dann nie wieder raus. Außerdem ist der Lehm ja wie Schmierseife, und die kleinste Neigung in der Oberfläche führt zu interessanten Rutschpartien, immer Richtung Wald… und Böschung nach unten…
Was noch? Der erste Hirsch wurde erlegt, das ist gut, nun haben wir lecker Gulasch, und die Hunde haben eine Zeitlang geschlemmt. Wir wissen nun auch, dass die kleine Emmy offensichtlich weiß, wie man sich im Rudel durchsetzt und nicht zu kurz kommt – Nini weiß es nicht und verliert.
Mehr fällt mir nicht ein. Ich muss jetzt Wäsche waschen gehen. Ich könnte euch erzählen, wie mein Blutdruck steigt, wenn ich nach einer ¾ Stunde am Telefon von Telus, meinem Handy-Provider, höre, dass ich nur ins Ausland telefonieren darf, wenn ich $1000 hinterlege, obwohl ich einen 3-Jahres-Vertrag habe. Das lasse ich aber, weil er sonst wieder steigt, der Blutdruck. Über die Kanader in dieser Erscheinungsform lasse ich mich einfach nicht aus, nein, ich tue es nicht – obwohl, ich könnte euch Sachen erzählen…. Aber das ist nicht gesund, bestimmt nicht. Und wenn man sich die Bürokratie wegdenkt und die Firmen und so einiges andere, dann ist es sehr prima. Im Moment, nach dem Schnee und mit dem Regen, haben die Gänse ernsthaft beschlossen, sich vom Acker zu machen. So kreischen sie nun über uns hinweg, zu Hunderten, mindestens, eher auch Tausenden.
Jagdszenen aus Nieder-Alberta und mehr
1. Jagdzene: Auf der Strasse
Ach du meine Guete, was passiert so alles, waehrend der Mensch homesteadet und mehr oder weniger computerlos ist. Am letzten Montag z.B. hatten wir laengere Zeit Besuch von einem netten, sehr gruen gekleideten jungen Mann in seinem dicken Ford Pickup Truck. Diese Art junge Maenner wird von manchen Albertanern respektlos “Fish Cop” genannt, was andeuten soll, dass sie im Dienste von Fish and Wildlife Alberta stehen. Der junge Mann befragte uns zu einigen Vorfaellen und wollte wissen, ob wir ein Verfahren einleiten wollten… Und das alles kam so: Samstag abend wollten der Herr Hoe. und ich gerade zu einem Gang in die Laendereien aufbrechen, Waffe war bereits geladen, Frau Hoe. war etwas bange, aber kaum, da klangen in schneller Folge Schuesse ganz aus der Naehe unserer “Residence” (ja, so heisst das hier jetzt, ganz egal, was ihr davon halten moeget. Es heisst auch die “Farm”, jawoll!!) Der Herr Hoe. sprang sofort in das Auto und dueste zur Einfahrt hinaus – mir wurde immer mulmiger, schliesslich waren Waffen im Spiel. Ich hoerte Wortwechsel, nach einiger Zeit kam der Herr Hoe. im Rueckwaertsgang und schnell zurueck, mir war immer noch mulmig. Der Herr Hoe. war stinkesauer. Hatte es sich doch um Menschen gehandelt, die mit dem Auto die Strasse und den frisch gemaehten Graben entlangfuhren, anhielten, sobald sie Huehnchen (also Wildhuehnchen, Grouse), sahen und losballerten. Autonummer REDHOT1 – noch Fragen? Na, Nummer notiert, sich von den Leuten sagen lassen, dass sie das ja duerften, aber nicht geglaubt. Zorn gebaendigt, Wanderung ueber’s Land gemacht, Elch gesichtet, Weg nicht wirklich gefunden, fast in die Dunkelheit geraten, aber dennoch schoen! Am naechsten, wunderschoenen Sonntagmorgen dauerte es nicht lange, da kam wieder ein Auto, fuhr langsam, Schuesse fielen… Jetzt wussten wir ja bereits Bescheid. Wir verbrachten den Sonntag mit dem Lesen von Hunting Regulations, also Jagdvorschriften, und noch dreimal musste Gereon “ausruecken”, man stelle sich das vor! Rechtlich sind wir auf der sicheren Seite, DIE duerfen nicht tun, was sie taten, aber nur einer von vieren hat sich entschuldigt. Am naechsten Morgen also Fish und Wildlife angerufen, die uns extra um Meldung in derartigen Faellen gebeten hatten, tja, und so kam dann am Dienstag der nette Herr Fish Cop, und als wir nett geplauscht, uns derzeit noch gegen Verfahren, dafuer aber fuer ein heftiges Aufstellen von Schildern entschieden hatten, hatte er einen Platten, was seinen Aufenthalt um einige Zeit verlaengerte. So war das also.
2.Jagdszene: Im Wald (und auf der Strasse)
Hatte ich also nach beharrlicher Arbeit den Herrn Hoe. ueberzeugt, dass wir noch einen Hund braeuchten, fuer draussen, und zwar zuegig. Hatten wir bei Nachbarn einige wilde Mischungen angeschaut und ich war recht angetan von dreien, der Herr Hoe. von EINEM anderen. Weiter gearbeitet, schliesslich Montag hingefahren und dann doch den ausgeguckt, den ich so gern haben wollte. Pyrenaeen-Berghund-??-Mischung. Gegen einen 2.25-kg-Eimer Honig getauscht. Auf den Arm gepackt (wiegt eine Tonne!), ins Auto gesetzt, braves Huendchen. Fuhr sehr ruhig und ohne irgendwelche Absonderungen. Zu Hause, noch im Auto, Halsband dran, auf den Boden gesetzt, Hund bekommt sofort Panik, zieht rueckwaerts und den Kopf aus dem Halsband (weil ich naemlich IMMER Angst habe, die Halsbaender sind zu stramm, mache ich sie fast IMMER zu lose…, das wissen wir nun). Huendchen aus der Einfahrt raus, erstaunlich schnell, und weg war es . Herr Hoe. ins Auto, um die Ecke, ich mit den Hunden hinterher, da sahen wir es noch kurz, doch dann verschwand es im Busch. Oh Gram oh Graus, und ich war es Schuld, und es war MEIN ausgesuchtes. Und die Kojoten immer in der Naehe, und das Huendchen panisch und fern der Heimat, und die Autofahrer ruecksichtslos, und und und – wie habe ich mich schlecht gefuehlt. Also in den Busch, mit Hunden, von zwei Richtungen – doch kein Huendchen in Sicht. Weiss mit roten Flecken, muesste man doch sehen koennen… aber nix. Ich gab auf, ging in den Garten, dauerte nicht lange, da bellte erst Nini, dann Zora, die beiden rasten auf die Strasse, ich hoerte ein (Welpen-)Quieken: Sie war wieder da!! Grosse Freude und Aufregung, Gereon gerufen, angeschlichen. Das war aber nun nicht so einfach: Das Huendchen hatte immer noch Panik, schnappte wie wild nach den anderen Hunden, versteckte sich im Dornengestruepp und war eher unzugaenglich. So lenkte ich sie ab, so gut ich konnte, und Gereon schlich sich von hinten an. Schliesslich blieb ihm nichts anderes, als sich buchstaeblich auf sie zu stuerzen, was sie mit einer wilden Beissattacke und dann doch sehr unkontrollierten Absonderungen quittierte. Also Jacke ueber Kopf, Halsband STRAMM wieder dran und dann in einem wilden Rodeo zum Ziegenstall, dort reinbugsiert, alle mal tief durchgeatmet.
Ich war fertig: Das arme kleine Ding, zwar gerettet, doch wie! JEDOCH: Mit etwas Geduld und Futter und Zora ist es schon fast repariert, und so sieht es aus: wie eine kleine, neue Emmy, jawohl: 

Dies hier ist dann uebrigens der weitere Neuzugang: Kater Namenlos, auch Glauser-Mauser genannt oder “der Fakir” 
Und dann gibt es natürlich noch die Leihziegen) inzwischen sitze ich bei meiner netten Kollegin im Keller und schreibe weiter, daher habe ich völlig den Faden verloren. Egal. Also, es gibt Star und Clouds, von uns umgetauft in Frau Stern und Frau Wölkchen. Sternchen ist diejenige mit Sinn für farbige Accessoires, sie ist irgendwie Nubier-Alpine-Mix. Wölkchen sieht etwas vergilbt aus und hat fehlgeschlagene Hörner, daher zu kurz und nicht griffig. Ich glaube, sie ist eine Tochter unserer verkauften dicken Odette, der Schwester unserer verbliebenen Odette. Mafalda (von Glausers) hat die üblichen zerrupften, doch niedlichst getüpfelte Ohren und ist lieb. Und alle wollen immer gekrault werden. 


Was ist sonst noch so passiert, das dokumentiert werden sollte? Der erste Schnee, dieses Jahr „spät“, am 14./15. September, hat mich deprimiert gemacht – das war meine schlechteste Nacht bisher
Seitdem aber hat sich ja einiges getan, die Küche wächst sozusagen langsam vor sich hin und ist streckenweise sehr gemütlich. Und wir haben elektrisches Licht, was tatsächlich die Stimmung heben kann, wer hätte das gedacht. Hier also ein paar Eindrücke von unserer neuen Küche, die gerade gestern wieder etwas mehr rustikalen Fußboden bekommen hat – nämlich 3 Schubkarrenladungen Schotter von der Straße (wir haben schließlich einen relativen Haufen Steuern bezahlt…)


Bitte beachten Sie, dass die Küchenfenster sowie die „Terrassentür“ inzwischen geputzt sind!! Martha Stewart hätte ihre reinste Freude an unserem Setup. Und morgens, wenn wir uns aus unserem wirklich gemütlichen Bette schälen, dann leuchtet der Laternenbaum
Wird wohl nicht mehr lange halten, die Pracht. Es ist wieder Frost gemeldet, und immer mal wieder windet es ein wenig. Inzwischen hat Gereon auch fleissig an unserer „Den“, der „Winterhöhle“ weitergebaut. Wände und Decke sind isoliert und verplankt, Fenster eingebaut, Tür eingebaut und das Ganze ist weiß gestrichen. Jetzt muss noch der Boden isoliert und belegt werden, aber schon jetzt merkt man, wie leicht die kleine Baustellen-Gasheizung das Zimmerchen warm bekommt. Da gehe ich der Kälte doch wesentlich beruhigter entgegen!
So, nun lasst mich wissen, ob das zuviele Bilder sind, ob das Hochladen problematisch ist, ob ich zuviel geschrieben habe und überhaupt! Ich will jetzt flinko-flugso heim, ins elektrische Licht und an den warmen Ofen, noch was Tee vielleicht trinken (Bier ist irgendwie alle gegangen…), und die Fahrt durch den nach wie vor wunderschönen Herbstwald genießen. Neulich abends haben wir bei Kerzenlicht über unserer halben Küchenwand gelehnt und (wahrscheinlich) den Uhu beobachtet, wie er über unseren „Yard“ hin und her flog… Es ist schon schön! Anabel schreibt, sie kann gar nicht beschreiben, wie wir leben, das müsse man gesehen haben. Wahrscheinlich hat sie Recht, so oder so…
Seltsam, seltsam…
Hier (will sagen, in Nordamerika) scheint es unter Bloggern die (Un)sitte zu geben, sich zu „definieren“ mittels einer festgelegten Anzahl von Informationsschnipseln. Mal sind es 13 jeden Donnerstag, mal sind es 100 im Profil oder jede beliebige Kombination dazwischen. Heute spiele ich auch mal mit.
1. Neulich gesehen im Supermarkt: eine Art Eieruhr. Englische Beschriftung: Eggtimer. Franzoesisch: Oeufmatic – wundervoll!
2. Gestern abend gegen 20:15, waehrend ich mit einer Bekannten noch in der Buecherei stehe, kommen draussen vor derselben zwei Reiter auf dem Buergersteig vorbei und gruessen freundlich aus dem Dunkel – that’s Alberta for you!
3. Soeben kommt eine junge Frau hier in die Buecherei, identifiziert sich als eine „Zug’reiste“ aus New Brunswick und bittet um etwas Internet-Hilfestellung. Ich identifiziere mich als ebenfalls „Neue Albertanierin“ aus D. Sie fragt: Sind Sie den ganzen Weg mit dem Auto gefahren? Noch Fragen? (Hanna B. weiss, dass man nicht den ganzen Weg mit dem Auto faehrt, hat doch die Lehrerin in der Schule ihrer Soehne den Kindern erklaert, dass das viel zu lange dauern wuerde. Immer noch Fragen?)
4. Unsere Kueche hat jetzt eine Terrassentuer!
5. Wir sind darueber hinaus im Besitz eines kleinen Solarpanels mit diversem Zubehoer, u.a. Ladegeraet fuer die Kamera-Akkus. Es gibt Hoffnung.
6. Der Kater koennte „Glauser-Mauser“ heissen oder auch „Fakir“, weil er gern bei der Jagd nach Motten und schlaefrigen Wespen todeskuehn zwischen 3-6 brennenden Kerzen hindurch ueber den Kerzenleuchter klettert, dabei in der Mitte pausiert, bis ihm das Fell angesengt zu stinken beginnt und Gereon ihn weiterschiebt (weil unsere Nerven nicht so gut wie die Kater-Nerven sind).
