Archiv des Autors: Petra

Fortschritte

Es geht voran! Das muss mal als erstes gesagt werden. Es passiert jede Menge, jeden Tag, wenn auch nicht immer alles am Haus. Ich bin voll im Melkfieber, die Ziegen, von denen ich ja nur zwei bis drei melke, produzieren wie bloede, manchmal ist der ganze Kuehlschrank voller Milch. Nach meinem inspirierenden Kaeseworkshop mache ich mich aber immer frisch ans Werk und kaese munter drauflos. Und siehe da, bis jetzt war auch alles Kaese, wenn auch nicht immer ganz formschoen. Gewichte so auf Kaese zu plazieren, dass das Pressen gleichmaessig erfolgt, das ist eine echte Herausforderung. So bekam denn auch der erste „Gouda“ eine interessante Keilform (in der Seitenansicht). Aber Frischkaese ist ja tolerant, was die Formen angeht, kaeseproduktion.jpg und so quetsche ich ihn in meine Glasschuesseln oder was immer gerade frei ist. Jetzt gibt es immer Pancakes mit „Quark“ und Marmelade – nicht schlecht. Auch einen Fetakaese habe ich produziert, 2 kg, boah! Und schmeckt! Das ganze ist natuerlich zeitlich (und auch logistisch) ein ziemliches Unterfangen. Es ist ja hinlaenglich bekannt, dass unser Teichwasser eine Farbe hat und diese wahrscheinlich auch einen Grund, so dass ich das Wasser nur in den ersten Spuelstadien verwende. Danach muss abgekochtes, zugekauftes, durchsichtiges Wasser verwendet werden. Und das alles dauert gewaltig lange. Und dann die Temperatursteuerung auf dem Holzofen ohne Wasserbad (weil ich mir naemlich einen 20-l-Topf gekauft habe, fuer den ich kein noch groesseres Behaeltnis fand, bis jetzt). Aber weil Debra uns erklaert hat, dass am Schluss auf jeden Fall Kaese rauskommt, bin ich ganz entspannt.

Letztes Wochenende wieder eine Workbee, Thomas reiste dankenswerterweise erneut an, diesmal mit grosser Besetzung, sprich fuenf arbeitswilligen Jungs. Und so wurde ordentlich was geschafft, Isolierung oben angefangen, Unterboden eingebracht, und am Sonntag haben Gereon und ich dann die interessante Zelluloseisolierung reingepustet und Gereon hat die ersten Bodenplatten aufgeschraubt.

isolierung_oben.jpg zellulose.jpg fussbodenanfaenge.jpg

Das ganze findet statt bei allerschoenstem, vorbildlichem Herbstwetter (nicht abgebildet…), mit blauem Himmel, Ketten von Gaensen auf Uebungsfluegen, gelben Baeumen und immer noch recht vollem Garten. Was mich immer wieder daran erinnert, dass ich auch noch drei Kisten Pflaumen, eine Kiste Birnen und eine Kiste Nektarinen einzumachen habe. Dazu immer noch jede Menge rote Bete, die ich leichtsinnig gesaet habe. Ich muss wohl fuer naechstes Jahr meine Mengenverteilung ueberdenken. Mehr Erbsen und Bohnen, weniger Bete. Weniger Sellerie, glaube ich. Oder aber mehr Mist, damit der Sellerie besser wird. Macht nur Laub, kaum Knollen.

garten_2008.jpg fenchel.jpg paprikaplantage.jpg

Die Ziegen laufen im Moment viel frei herum, jedenfalls die Damen, damit sie sich jede Menge Futter suchen koennen. Ruhen tut man dann gern im „Keller“. Damit das aber mal wieder kontrollierter wird, saegt Gereon jede Menge Bretter, und daraus haben wir ja schon mit Runas Hilfe angefangen, mehr Gatter zu produzieren. Der neue Ziegenzaun ist begonnen und hier zu sehen – ich glaube, das wird prima.

ziegenkeller.jpg saegeplatz.jpg neuer_zaun.jpg

Und dann war da noch Lili, mal wieder rauschig. Sie wird dann in Erwartung interessanter Dinge total malle und ist absolut schmerzunempfindlich (SM unter Schweinen?). Die Ziegen machten sich also einen Spass daraus, mal ein Schwein anzuschieben. Am naechsten Morgen wurde es noch schlimmer, jedoch undokumentiert, als Mafalda sie immer mit voller Wucht an die Hauswand donnerte. Doch was sind schon ein paar Hoernerstriemen auf der Schweineschwarte, wenn man nach Beruehrung lechzt? Na, zum Glueck ist der Rausch erstmal wieder vorbei, ich war wirklich etwas in Sorge. Mafalda naemlich rammt immer gegen Hauswand oder Tuer, wenn sie findet, dass es jetzt Zeit fuer ihr Kraftfutter ist – bis buchstaeblich die Waende wackeln. Das ist dann eine schoene Geraeuschkulisse beim Melken.
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Was sonst noch? Es gab und gibt einen Lebensmittelskandal, dem schon 17 Menschen zum Opfer gefallen sind, Listerien in Aufschnitt, kanadaweit (und das ist weit). Der Tipp der Beamtin von CFIA, der Canadian Food Inspection Agency: Es gibt eben Lebensmittel, die von gewissen Bevoelkerungsgruppen, wie alten Menschen, Kindern, Schwangeren und Kranken, gemieden werden sollten, also Rohmilch und Rohmilchprodukte. Sogar Gereon war entruestet. Es ging schliesslich um Fleisch aus einem Riesenbetrieb. Und nicht um die hier als todesgefaehrlich angesehene Rohmilch, die ich noch nicht mal verschenken duerfte und auch nicht als Hundefutter abgeben, glaube ich. Aber weil der Landwirtschaftsminister, der auch fuer die Lebensmittelsicherheit zustaendig ist, wohl mehr als eine saudumme Bemerkung gemacht hat zu diesem Thema, koennte es ihn den Posten kosten, was die Konservativen schmerzen wuerde, weil sie naemlich Wahlen anberaumt haben. Das kann hier anscheinend jede Regierung machen, wenn und wann es ihr am besten in den Kram passt.
Wenn es um diesen Lebensmittelkrams geht, koennte ich ja auch noch politisch werden. Habe aber anscheinend vor lauter Milchwirtschaft keine Zeit dazu. Ist auch wahrscheinlich besser.

Goats West und Ziegenboecke

War ich also ja vom 22. bis 24. August auf einer Goat Convention, klingt ziemlich grandios, oder? War aber natuerlich eher klein, weil im Gegensatz zu den Rindern die Ziegen ja hier nach wie vor von den meisten Albertanischen Redneck-Bauern nicht ernst genommen werden. Selbst schuld, kann ich da nur sagen. Ich jedenfalls hatte einen Riesenspass und kam hoch inspiriert und voller Aenderungsvorschlaege wieder nach Hause. Schade, dass wir nicht juenger sind. Dann haette ich mich vielleicht doch noch in das Abenteuer der Milchwirtschaft zum Verkauf gestuerzt. Aber so wie die Dinge liegen, koennten wir zwar theoretisch ganz vielleicht ein Darlehen aufnehmen, um die ordentlich teuren, vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Geraetschaften zu kaufen, aber wir haetten nicht genuegend Zeit, um es abzubezahlen, fuerchte ich. Ausserdem ruempfen hier oben im Norden ja noch jede Menge Menschen die Nase, wenn die Rede von Ziegenkaese ist. Auch hier: selbst schuld! Am 22. gab es naemlich zum Einstieg einen kleinen Kaese-Workshop mit einer sehr kompetenten und sympathischen Kaeserin aus B.C., die auch mal 10 Jahre in der Schweiz gelebt hatte – das muss wohl ordentlich praegen! Guckt mal bei http://www.farmhousecheeses.com – bin ein bisschen neidisch.
Weiterhin lernte ich etwas ueber das Zaehlen von Wurmeiern, nicht so lecker, aber sicher sinnvoll, dann Ernaehrung, Aufzucht, Zaeune (!!! ungeheuer wichtig !!!). Einer der Vortragenden kam aus Texas, so dass sein Akzent alleine das Zuhoeren wert war. Wie im Kino! Koestlich!!
Und dann gab es Hofbesichtigungen, das Allerschoenste! Natuerlich wurden uns bei jedem Besuch die Haende desinfiziert und wir mussten blaue Plastikgaloschen ueber das Schuhwerk streifen – Biosecurity wird extragross geschrieben, ist das in Deutschland inzwischen auch so? Man fuehlte sich richtig schmuddelig. Ich bin mir immer noch nicht so sicher, ob das alles nicht ein bisschen uebertrieben ist. So sahen wir auf einer Burenziegen-Betrieb diese schoenen Futterraufen, die wir wohl als Anregung uebernehmen wollen. Fuer mich das spannendste aber war der Besuch auf einem Milchziegenhof (wo es eine Vorfuehrung von kuenstlicher Besamung bei Ziegen gab), der von einem Schweizer Ehepaar geleitet wird. Die beiden melken 150 Ziegen und drei Kuehe (fuer die Zickleinmilch) und liefern alles an eine Ziegenmolkerei. Die Molkereien in Suedalberta koennen den Bedarf gar nicht erfuellen, so spriessen neue Milchbetriebe wie Pilze aus dem Boden. Ich lernte eine junge Frau kennen, die seit zwei Jahren im „Milchgeschaeft“ ist, sie melkt derzeit 90 Ziegen, aber sie will noch gewaltig aufstocken. Das ist ganz schoen viel Arbeit! Aber wie man auf den Fotos sehen kann, haben Muellers alles im Griff: Melkstand fuer 20 Ziegen, grosse, helle Scheune fuer die Melkdamen und ebenso heller luftiger Aufenthalt fuer das Jungvolk. Natuerlich kommen diese Ziegen nie auf die Wiese. Uns ist inzwischen auch viel klarer warum. Seit ich naemlich in Folge des Gelernten Alfalfa-Heu-Knubbels (wie heissen die auf deutsch?) zufuettere, schmeckt unsere Milch wieder suess und nicht mehr so herb, wie sie schmeckte, als die Ziegen nur im Wald waren. Aha, dazugelernt!
Ja, so war das in Leduc. Ziegenmenschen sind lustig. Da fahr ich naechstes Jahr wieder hin.
futterraufen.jpg melkstand.jpg ziegenscheune.jpg kindergarten.jpg

Und dann dieses Wochenende bei H’s im Busch: Der Stapellauf des neuen Saegewerks. Ich sag euch, wenn der Herr H. jetzt noch zwei Pferde kriegt, dann wird er abwechselnd abholzen, ranschleppen und zersaegen – bis wir in der Prairie wohnen. Er leugnet das vehement, aber ich bin mir nicht so sicher. Konnte gar kein Ende finden, der Mann! Abgelichtet sind der „Jungfernschnitt“, der stolze Saeger mit noch desinteressierten Ziegen im Hintergrund, die Ziegen in einer kleinen Arbeitspause (kann man da was umwerfen? klappert es gar? beklettern? – Die Antwort natuerlich zu allem: Jawoll!), und der Chef mit der Chefin(ziege) in der Schaffenspause.
erster_schnitt.jpg stolzer_saeger.jpg pause_mit_ziegen.jpg chef_und_chefziege.jpg

Das Wetter ist ziemlich himmlisch, ach ja, und den ersten Frost hatten wir auch. Wie wir auch jetzt zum ersten Mal merken, kann der Ziegen(bock)halter das Ende des Sommers kaum verpassen, legen doch die Boecke mit kuerzer werdenden Tagen und kuehleren Naechten ihr umwerfendes Parfum an. Oh manno, sie sind jetzt in den Busch verbannt, denn selbst bei Windstille ist es recht penetrant.
Der Frost hat noch keinen Schaden angerichtet, macht aber der Hauswirtschafterin ordentlich Druck: Bohnen sind noch zu pfluecken, Fenchel zu retten, letzte Salaetchen und Koehlchen optimistisch auszupflanzen und abzudecken, schliesslich hatten wir schon wunderbar warme September, dazwischen ist Obst einzukochen, rote Beete einzulegen, Mangold einzufrieren, ach ja, und Unmengen Kaese zu machen. Ich weiss nicht so recht, wann und ob das alles gehen kann, aber ich gebe (noch) nicht auf. Fast haetten wir ja anscheinend einen Wander-Zimmermann bekommen, aber der hat nach einer ziemlich echt klingenden Zusage einfach nix mehr von sich hoeren lassen – sehr bedauerlich. Sonst waere das Haus vielleicht jetzt schon beziehbar.

Whoa!

Das hoerte ich am Freitag und Samstag haeufig aus dem Wald, und wenn der Herr Hoe. mir noch einmal weismachen will, dass er nur eine leise Stimme sein eigen nennt, dann kloeps ich ihn (ein bisschen). Das alles kam naemlich so: Eigentlich sollte/wollte Larry King freundlicherweise mit seinen Pferden noch einmal vorbeikommen und frisch geschlagene Staemme zur Fuetterung des neu erworbenen Saegewerkes (jaja, eine Menge Information auf einmal, gelle?) aus dem Wald ziehen. Hatte aber keine Zeit, der Larry. Also hat er kurzerhand Daisy daisy.jpg vorbeigebracht, 3/4 Percheron, 1/4 QH, Gereon bekam eine kleine Einweisung, und schon ging es los. Na ja, fast. Erstmal ging das Geschirr kaputt, weil Daisy so arbeitseifrig war, aber am Freitag dann, in einer Gluthitze, haben die beiden fleissig gearbeitet, und ich glaube, nein, ich weiss, dass Gereon viel Spass hatte chef_daisy.jpg Von jeder Tour kam er relativ strahlend, allerdings auch schwitzend zurueck. Samstag kam Larry mit seinem zweiten Pferd, Dot, und dann haben sie noch mal einen draufgelegt. Jetzt liegt der halbe Hof voller Staemme, wundervolles Balanciermaterial fuer die Ziegen.

Sonntag kamen Jody und Rory und haben beim Dach geholfen, so dass nun, tadaaaahhhhh, wir ein fast komplettes Dach haben dach_drauf.jpgdach_drauf.jpg Es ist also mal wieder immer noch Hoffnung. Man sieht das auf dem Bild nicht, aber das Dach ist in der Tat beidseitig, und puenktlich, nach einer langen Trocken- und Hitzeperiode fing es in der Nacht an zu regnen und regnet auch jetzt, langersehnt und dringend benoetigt. Und das Dach ist dicht, bis auf die winzigen Stellen um die Schornsteine, die noch abgedichtet werden muessen.

Natuerlich ist seit meinem letzten Eintrag noch viel mehr passiert, Runa und Arne sind wieder weg, schade eigentlich. Eine kleine Ziege haben wir durch Beinbruch verloren, d.h. sie wohnt jetzt teilweise noch in der Truhe. Huehner sind noch viel mehr gekommen, hier also, auch fuer Helga, der aktuelle ungefaehre Stand: 25 Ziegen (exakt), zwei Schweine, drei Hunde, zwei Lamas (oh, und vielleicht naechstes Jahr mehr, George hat’s begriffen!!), eine Trudy und zwischen 50 und 100 Huehnern, eher naeher an 100, glaube ich. Moskitos gehen nunmehr gegen null. Fuer diese Woche ist einmal eine Tiefsttemperatur von 5 Grad angesagt, d.h. der erste Frost kann schnell kommen. Der Garten aber ist nach wie vor produktiv, wir haben Monster-Mangold, z.B.

Bilder habe ich nicht viele, weil Runa und Arne ja so unoeffentliche Menschen sind, und sie meistens an den Lamas oder Ziegen dranhingen, die ich fotografiert habe (Arne auch am Dach und am Saegewerk).

Zurueck von der wolligen Woche

Eine Woche waren wir inzwischen in der Zivilisation, naemlich in Olds im Sueden Albertas, wo ich auch schon voriges Jahr die Fibre Week besucht habe. Runa hat gefilzt, ich habe gefaerbt und gesponnen, bis der Kopf rauchte. Jawohl, der Kopf, nicht die Finger. Da denkt man, man hat ein schlichtes Hobby, doch leider gehoert zum fortgeschrittenen Spinnen auch viel Theorie, damit die Garnproduktion nicht der pure Zufall ist. Weiss noch nicht, ob ich das wirklich so will.

In Olds gab es natuerlich klares Wasser, eine staendig ohne Aufwand verfuegbare Dusche, einen schoenen College-Garten college_gardens.jpg, wenig Moskitos (allerdings um den Preis des staendigen Geruchs nach Pestiziden und Herbiziden – there is no free lunch!). Es gab bunte Farben und viele Menschen, darunter auch viele interessante, viele spannende Geraetschaften great_wheel.jpg und somit viel Anregung. Ich konnte um einige Buecher nicht herum, dito Faser und eine neue Spindel.

Auf dem Rueckweg haben wir – neben 10 Laemmern fuer Jody – George eingepackt, den Lama-Gatten wilder_george.jpg full_frontal_george.jpg
Runa und ich sind sehr angetan: George ist wunderbar leinenfuehrig, hat manchmal einen leicht irren Blick und hat schon einen netten Spaziergang mit seiner Verlobten und uns absolviert. Mit den Ziegen ist er sehr entspannt. Mit dem Elektrozaun anscheinend auch. Er ist einfach durchmarschiert, natuerlich um den Preis eines zerrissenen Zaunes. Nun hat Runa vorgeschlagen, wir moegen den Lamas doch vorab eine Quadrat vorne auf der Brust freischeren, damit sie ueberhaupt mal das Konzept des elektrischen Schlages durchdringen koennen (oder der Schlag die Lamas… whichever works better…). Geschoren werden naemlich muss! George habe ich blind erworben und hatte weder eine Ahnung von seiner m.E. sehr attraktiven Farbe (wir erwaehnen mal nicht seine leicht ixigen Vorderbeine) noch von seinem super-weichen Vlies, das fast keine Deckhaare hat. Jody war gleich ganz hin und futsch, und ich kann es kaum erwarten, den Pelz abzuschneiden. Nachdem ich nun soviel Neues gelernt habe, sollte ich daraus etwas ordentliches produzieren koennen.

Wetter ist gut, Moskitos sind leider nach wie vor bei bester Gesundheit. Unser Teich ist mit ungeheuren Mengen von hochinteressantem Kleingetier bevoelkert, man fragt sich wirklich, wie das so unversehens geschehen konnte, aber es ist ziemlich spannend und schoen. Der Garten macht sich recht ordentlich, nur gestoert von ein paar sehr gruen-gierigen Huehnern, die meine Broccoli komplett und den Mangold und ein Lauchbeet fast voellig hinnegemacht haben. Was das ploetzlich soll, weiss ich auch nicht. Vielleicht eine ohne Kueken, die vor Neid was Auffaelliges tun muss. Kueken, natuerlich, sind weiter produziert worden, etwa 35 inzwischen. Alles wuselt von Zicklein und Kuekelchen, bisher sind nur zwei unter jemandes Fuesse geraten, und den Helmkasuar hat anscheinend eine Ziege plattgelegen. Das nur nebenher, ist nicht so dolle wichtig fuer die werte Leserschaft, aber wir haben ja sonst nicht viel Unterhaltung.

Musenkus am Morgen

Kurz vor 7 an einem schoenen Montag Morgen. Zur Abwechslung mal musste Gereon heute wieder Eis kratzen auf der Scheibe – soviel zum Wetter „on the prairies“. Das fuehrt jedoch gleichzeitig dazu, dass Runa unbehelligt von Moskitos ihren morgendlichen „Workout“ im ersten Stock des Halb-Hauses durchziehen kann. Waehrend ich hier sitze und versuche, die Muse zu erwischen. Ist nicht so einfach… Die Vorsaetze sind gut, aber die Durchfuehrung langwierig.

Wir haben einige Roadtrips hinter uns in das, was hier noch als naehere Umgebung zaehlt. Einmal haben wir uns gleich in der Nachbarschaft ein bisschen verfahren, das war interessant. Aber mit Directions von einem Oelfeldarbeiter sind wir schliesslich doch noch zum Banana Belt gekommen. Jawohl, einen Ort diesen Namens gibt es hier. Bananen haben wir keine gesehen. Aber klingen tut es doch schon gut, oder? Von Sunset House am Snipe Lake entlang ueber Banana Belt nach High Prairie…

Runa ist immens fleissig und wir werden es zu einem grossen Teil ihr zu danken haben, wenn wir im Winter schoenes trockenes Feuerholz haben. Sie karrt unermuedlich Schubkarre um Schubkarre ueber schwieriges Gelaende zum Holzschuppen und stapelt und stapelt. Aber Gereon schneidet und hackt auch immer weiter. Der Park nimmt Formen an, wenn man genug Fantasie hat.
In dem knappen Monat, den sie jetzt hier ist, hat sie bereits zwei entscheidende Neuerungen miterleben duerfen: Wir haben einen Backofen, und er funktioniert!, d.h. Runa backt IMMER Brot. Wunderbar. Und seit gestern haben wir auch einen Kuehlschrank, und der funktioniert auch, scheint es. Ist ein Propankuehlschrank, braucht aber, weil „modern“, permanent 12V. Milch wird also nun nicht mehr so schnell ziegig, wir muessen nicht mehr taeglich oder zwei-taeglich zu Margaret fahren, um Kuehlakkus auszutauschen, und ich koennte sogar fuer 3 Tage Essen im voraus planen!! Entzueckend!

Inzwischen sind natuerlich schon wieder ein paar Tage vergangen, und die Muse kuesst mich nicht mehr so dolle, weil Runa und ich heute (mal wieder) einen vollen Plan hatten und im Moment in der Stadt von aussen ein Netz nutzen und ich nicht weiss, wann meine Batterie alle ist und ueberhaupt.

Also gibt’s jetzt mal ein paar Bildchen und ohne Bild die Meldung, dass wir um 18 Kueken reicher sind, verteilt auf zwei Hennen, und zwar 3 zu 15.

Ach ja, und offiziell habe ich ja noch nie von Ludwig und Lili erzaehlt, die kommen dann jetzt auch mal hier ins Netz!
runas_room.jpg paddeln.jpg lamas_rueckkehr.jpg kaetzchen_ziege.jpg ziegenspiegel.jpg eine_nudel.jpg ein_schwein_eine_seele.jpg kuscheln.jpg ludwig_sonnt.jpg ludwig_umgefallen.jpg

Schreibfaul

So, ich sag’s euch jetzt mal wie es ist: Ich bin zu faul zum schreiben. Es ist furchtbar laestig, alles ist langsam, die Bilder muessen konvertiert werden, weil einige von euch sich sonst ueber lange Ladezeiten beklagt haben (und ich habe die hier auch, weil selbst mein SuperNet eigentlich lahmarschig ist). Und ausserdem ist das reale Leben gerade so bunt, dass ich keine Lust auf Fernseh-Produktion habe.

Kurze Zusammenfassung also: Wir leben, manchmal besser, manchmal schlechter. Kleine Ziegen haben wir zehn, gleichmaessig auf Maennlein und Weiblein verteilt, zwei werdende Muetter brueten noch. downward_goat.jpg Kueken gibt“s seltsamerweise noch nicht, dafuer wurde das Wiesel hin und wieder eierrollend auf dem Hof gesehen – es koennte da einen Zusammenhang geben. Das Haus waechst sehr langsam, weil viele andere Sachen angesagt sind. 2_ausstiche_resize.jpg Hatte ich erwaehnt, dass wir nur noch vier oder fuenf Bienenvoelker haben? Leider verstorben. Noch nicht ganz klar, wie das weitergeht.

Ja, und Runa ist hier. Will aber nicht fotografiert bzw. im Hinternetz ausgestellt werden. Egal. Ich freu mich jedenfalls sehr dolle, und zwischendurch tut sie mir immer sehr leid, weil zum einen die Moskitos beschlossen haben, dass sie das Beste ist, was ihnen in den letzten Jahren untergekommen ist. Phasenweise hatte sie streuselkuchenartige Regionen an Beinen und Haenden. Aber sie schlaegt sich sehr tapfer und meint, sie gewoehnt sich schon. Ausserdem tut sie mir leid, weil das Haus noch nicht fertig ist und sie daher im „Wintergarten“ sehr rustikal schlafen muss. Aber nuetzt jetzt nix, is nu mal so passiert. In zwei Wochen geht’s nach Olds, da gibt’s Zivilisation. Sie sagt, an das farbige Wasser hat sie sich schon gewoehnt. Und Ludwig und Lili gefallen ihr auch sehr. Und die kleinen Ziegen sowieso. Und der kleine Hund macht auch fuer sie gern die Waermflasche, unter dem Moskitonetz. Das Wetter war bisher nicht vorbildlich, es hat gegossen wie aus Eimern, wir hatten prima Matsche, aber im Moment ist es trocken und sonnig und sehr schoen warm. Ein kleines Trockenfenster haben wir genutzt, um Dieter auf dem Sweathouse Tower zu besuchen, und Runa, die kuehne, ist tatsaechlich auf den Turm geklettert, gute 30m hoch, fuer mich unvorstellbar. Der untere Punkt auf dem Foto ganz hoch oben ist sie! runa_sweathouse_tower.jpg

Und wenn jemand mehr wissen oder sehen will, muss er/sie mir halt schreiben.

Entenwetter – und endlich Fruehling?

Entenwetter, das hatten wir bis vorgestern oder so. Es hat geregnet, und die Matsche wurde ziemlich graesslich. Mein dicker Van stand drei Tage in der Einfahrt fest, bis Gereon ihn vorgestern endlich ausgraben konnte. Selbst auf der „normalen“ Schotterstrasse wird das Fahren dann zum Abenteuer, weil sich alles in Schmierseife verwandelt. Unser Anwesen verwandelte sich im Nullkommanix in eine Wasserburg, und es fuehlte sich auch alles recht mittelalterlich an. Vorher aber, vorher gab es ja den bereits erwaehnten heftigen Schneefall. Alles in allem verabschiedete sich der April mit einem Donnerschlag – und das auch im buchstaeblichen Sinne. Das erste Gewitter haben wir aus unserem Wintergarten beobachtet, das war eigentlich recht gemuetlich. Am naechsten Tag meinte Karla, dass ihr Vater sie darauf hingewiesen hat, dass man hier in der Gegend sagt: Es sind 100 Tage vom ersten Gewitter bis zum ersten Frost. Na dann Prost!
Aber jetzt scheint die Sonne!! Und innerhalb von Stunden trocknet die Strasse ab, die Singvoegel sind anscheinen in Scharen eingefallen, morgens frueh schon ist das Konzert in vollem Gange, und den ganzen Tag ueber legen sie nach. Und gestern abend hoerten wir die ersten Froesche, sehr nett. Der Dugout ist randvoll, und das Wasser fliesst quer durch. Meine Wanderungen mit den Ziegen werden durch den Burggraben stark verkuerzt, denn waehrend das Lama tapfer auch durch knietiefes Wasser watet, bremsen die Ziegen bereits Meter vorher entgeistert ab und weigern sich konsequent, ihre zarten Huefchen zu benetzen.
Am letzten Wochenende waren Adam und Katrin da, und das Haus hat nun geschlossene Waende. Ich habe inzwischen Bedenken, dass es doch zu dunkel sein koennte, aber das ist nu zu spaet. Und weniger Fenster machen das Heizen auch leichter. Seit gestern ist Thomas da, und jetzt ist auch das Dach geschlossen und die Fugen versilikonisiert, so dass der naechste Regen, wenn er denn kommt, nicht mehr zu ernsthaften Ueberschwemmungen im Inneren fuehren duerfte.
Bilder in chronologischer Reihenfolge – man beachte auch die schicken Edelstahlkamine!
echter WintergartenMega-EiszapfenHausfrau sammelt SchneeSchlafzimmer im SchneeWohnzimmer im SchneeEine Wochen spaeter schon wieder SchneeNordseite geschlossenKlein-Venedig

merry christmas!

Da sollte ja fruehling sein, hat aber noch nicht so ganz geklappt. Im moment brechen wir laut gereon schneerekorde: seit freitag schneit es fast ununterbrochen, und er meint wir haben etwa einen halben meter insgesamt. Man kann es schwer sagen, weil es dabei auch noch weht. Zur arbeit ist er heute morgen noch gekommen, aber auf dem rueckweg ist er 200m vor der einfahrt im graben gelandet weil er vor lauter schneetreiben nichts sehen konnte. Anscheinend versinken die kompletten prairie provinzen im schnee doch auch vancouver scheint nicht ungeschoren zu bleiben. Wir hoeren das nur mal aus dritter hand sozusagen weil die kommunikation ja dann noch schwieriger wird. Nur das schwarzbeerchen haelt durch – daher verzeihe man mir die eigenwillige rechtschreibung. Bilder vom schnee (zur abwechslung) gibt es wenn die strasse wieder befahrbar ist.

Schon wieder Winter

Ach, das macht nicht wirklich Spass. Jetzt haben wir einen schicken kleinen Wintergarten, aber der Winter ist zurueck. Nordwind, heute minus 12, mit Wind macht das etwa minus 20, und Schnee. Am Donnerstag habe ich buchstaeblich in den Seilen gehangen und die Plane auf dem Pole Shed festgehalten, gar nicht lustig. Es war richtig stuermisch, und die Plane hatte einen Befestigungspfosten aus der Erde gerissen. Ich sah schon alles fliegen gehen, aber dann habe ich passende Baumstuempfe gefunden und gehaemmert und geknotet und dann liess auch der Wind nach. Noch mal gut gegangen!!
Neue Bilder gibt’s nicht wirklich, wir warten auf das Blech fuer’s Dach und ich hoffe dann auf einen sprunghaften Fortschritt. Kleine Ziegen fruehestens am 3. Mai, aber das wird wohl auch etwas spaeter werden. Huehner sind glaube ich allerdings schon in der Mache, unterm Ziegenstall in aller Heimlichkeit. Trudy will neuerdings ernsthaft Huehner fangen, das koennte fuer die Kueken natuerlich gefaehrlich werden. Sonst gibt’s nix Neues – warten auf den Fruehling…

Heute morgen schon gesehen

1 Weisskopfseeadler – sehr schoen!
viele Gaense – sehr erfreulich!
wahrscheinlich viele Enten – sehr erfreulich!
1 Robin – Gereon hat ihn bei uns gesehen, aeusserst erfreulich, weil Fruehling!
1 (in Worten: EIN) MOSKITO – in unserem Schlafzimmer, GRAESSLICH!!!
Aber wie ist die Devise hier: nuetzt ja nix, muessen wir durch!
Ansonsten aber ist von hoechst erfreulichen Entwicklungen zu berichten.
Als ich letzten Samstag nach Hause kam, hatten die Cat-Betreiber naemlich noch einen kleinen Rundweg erstellt, so dass ich nun mit Ziegen und Lama relativ angstfrei immer mal eine kleine Runde drehen kann, 10 Minuetchen, wenn wir nicht auf einem umgelegten Baum (ich) und im Gestruepp drumherum (Ziegen und Lama) eine kleine Pause in der Sonne machen und durch den Wald zum Haus schauen (ich) – ziemlich wunderbar!! Wir haben eine „richtige“ Kreuzung, ein Y und zwei T’s, ein ganzes Stueck ganz freigeschoben fuer die Ziegen, dann die Fenceline und den Mini-Dugout (von dem ich noch nicht so ganz ueberzeugt bin, ich glaube, der wird austrocknen, genau dann, wenn wir ihn braeuchten).
Am Sonntag waren Bussis da und wir sind (mal wieder) zum Biberteich gewandert, wo wir naemlich morgens schon Wolfsspuren entdeckt hatten. Es scheint, als ob alle die neuen Wege lieben… Na, die Spuren gingen von uns weg, das ist ok. Auch scheint es ja so zu sein, dass Woelfe Kojoten essen oder zumindest vertreiben, das ist dann auch ok.
Das Projekt fuer dieses Wochenende, an dem fuer heute 19 Grad PLUS gemeldet sind, jawoll, ist die Verglasung unserer Mini-Veranda, damit dort hoffentlich geschuetzt Tomaten etc.pp. wachsen koennen. Eigentlich schade, dass ich heute schon wieder arbeiten muss, aber es macht natuerlich auch Spass, zuhause eine Ueberraschung zu finden.
Erfreulicherweise trocknet bei dem schoenen Wetter die Matsche schnell, so dass unsere Einfahrt fast schon wieder zugaenglich ist. Nur Gereon hatte sich einmal festgefahren und musste von Albert aus dem Graben gezogen werden, aber ansonsten scheint es, dass wir die kurze Matschsaison gut ueberstanden haben. Keine Ueberflutungen in der Kueche dieses Jahr, nur ein bisschen Quitsch-Quatsch unter einem Brett, aber das ist schon wieder vorbei. Im Garten habe ich schon ein paar Moehne, Osterglocken und Rhabarber entdeckt – da wird die Gaertnerin ganz aufgeregt. Die Fruehbeete werden jetzt mit Scheiben vom Bau-Recycling-Hof abgedeckt, in der Hoffnung, dass es dann bald frischen Salat geben kann, wir sind schon ganz begierig!